{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2004:011204B10B69.04.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2004-12-01","aktenzeichen":"10 B 69.04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 69.04\nOVG 15 KF 3/03\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 1. Dezember 2004\ndurch den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts H i e n und die Richter\nam Bundesverwaltungsgericht V a l l e n d a r und Prof. Dr. E i c h b e r g e r\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der\nRevision in dem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (Flurbereinigungsgerichts) vom 23. August 2004\nwird zurückgewiesen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nDer Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 4 000 € festgesetzt\n\nGründe:\n\nDie Beschwerde hat keinen Erfolg.\n\nDie Beschwerde macht geltend, die Rechtssache habe grundsätzliche Bedeutung\n(vgl. § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO i.V.m. § 138 Abs. 1 Satz 2 FlurbG), legt diesen Zulassungsgrund aber nicht hinreichend dar (vgl. § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO). Dazu wäre\ndie Formulierung einer bestimmten, höchstrichterlich noch ungeklärten und\nfür die Revisionsentscheidung erheblichen Rechtsfrage des revisiblen Rechts und\naußerdem die Angabe erforderlich, worin die allgemeine, über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung bestehen soll (vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. August 1997\n- BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26). Diesem Darlegungserfordernis wird nicht durch den Hinweis genügt, dass \"ein deutsches Obergericht, insbesondere auch das Bundesverwaltungsgericht in einem vergleichbaren\nFall bisher keine Entscheidung getroffen\" habe. Denn damit wird nicht die konkrete\nRechtsfrage herausgearbeitet, deren Klärung in einem Revisionsverfahren angestrebt wird. Hierzu reichen ebenso wenig die Einwendungen aus, die von der Beschwerde gegen die sachliche Richtigkeit des vom Flurbereinigungsgericht erlassenen Urteils erhoben werden.\n\nFalls man davon ausgeht, die Beschwerde habe zumindest sinngemäß die Frage\naufwerfen wollen, ob \"die Missachtung des Schriftlichkeitserfordernisses bei den getroffenen Planvereinbarungen durch das beklagte Amt ein schwerer und offenkundiger Fehler\" sei, der die Nichtigkeit \"für alle damit zusammenhängenden Planvereinbarungen und Grundstückstauschregelungen im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens\" zur Folge habe, bleibt schon unklar, welchen Formmangel sie rügen will. Die\nvon ihr herangezogene Vorschrift des § 124 FlurbG regelt in ihrem Satz 1, unter welchen Voraussetzungen im Flurbereinigungsverfahren Bevollmächtigte einstweilen\n\"ohne Beibringung einer formgültigen Vollmacht\" zugelassen werden dürfen. Formgültig ist nach § 123 Abs. 1 FlurbG bereits jede schriftliche Vollmacht. Die Beschwer-\n\nde erwähnt zwar, hier sei § 124 FlurbG \"im Kontext zu sehen zu § 313 BGB\", geht\naber offenbar selbst davon aus, dass die notarielle Beurkundung, die nach § 311 b\nAbs. 1 Satz 1 BGB für Verträge gilt, die eine Verpflichtung zur Eigentumsübertragung\nan einem Grundstück zum Inhalt haben, im Flurbereinigungsverfahren nicht anwendbar ist. Dem vom Flurbereinigungsgericht festgestellten Sachverhalt, der für das Revisionsgericht bindend ist (vgl. § 137 Abs. 2 VwGO), ist nichts dafür zu entnehmen,\ndass es im vorliegenden Fall zu einem Verstoß gegen § 123 Abs. 1 FlurbG gekommen ist. Das Flurbereinigungsgericht lässt die Frage einer wirksamen Bevollmächtigung des Sohnes der Klägerin vielmehr ausdrücklich offen, weil es seiner Ansicht\nnach darauf nicht ankommt, nachdem die Klägerin entweder wertgleich abgefunden\nworden ist oder zumindest die Entscheidung über die Abfindung unanfechtbar geworden ist (UA S. 10). Hiermit setzt sich die Beschwerde nicht auseinander, so dass\njedenfalls nicht dargelegt ist, dass die angesprochene Frage für den vorliegenden\nFall entscheidungserheblich wäre.\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung\nauf § 52 Abs. 1, § 47 GKG.\n\nHien Vallendar Prof. Dr. Eichberger","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2004-12-01/10-b-69-04","cited_norms":[{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 123","ref_norm":"123","n":2},{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 311b","ref_norm":"311b","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 313","ref_norm":"313","n":1},{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 138","ref_norm":"138","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 137","ref_norm":"137","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2004-12-01/10-b-69-04","retrieved":"2026-10-24 07:33:04.260755+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2004-12-01/10-b-69-04","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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