{"status":"available","doknr":"BVERFG-rs20090421_1bvr231006","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2009:rs20090421.1bvr231006","court":"BVerfG","senate":"Erster Senat","decided":"2009-04-21","aktenzeichen":"1 BvR 2310/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 2310/06 -\n\n\n\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\nder Frau K...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Götz Florian Bosselmann,\n                    Selchower Straße 4, 12049 Berlin -\ngegen den Beschluss des Amtsgerichts Neukölln vom 31. Juli 2006 - 70 a II 4667/\n      06 -\n\nhier:     Festsetzung des Gegenstandswertes\n\n\n\n                                hat das Bundesverfassungsgericht - Erster Senat -\n                                unter Mitwirkung der Richterin und Richter\n                                Präsident Papier,\n                                Hohmann-Dennhardt,\n                                Bryde,\n                                Gaier,\n                                Eichberger,\n                                Schluckebier,\n                                Kirchhof,\n                                Masing\n                                am 21. April 2009 beschlossen:\n\n\n\nDer Wert des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit für das Verfahren der Verfassungsbeschwerde wird auf 16.000 € (in Worten: sechzehntausend Euro) festgesetzt.\n\n                                    Gründe:\n\n                                        I.\n Mit einem Beschluss vom 14. Oktober 2008 hat der Senat der Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführerin in vollem Umfang stattgegeben. Er hat dabei die\nangegriffene Entscheidung aufgehoben und die mittelbar angegriffene Bestimmung\n\n                                        1/3\n\ndes § 2 Abs. 2 des Gesetzes über die Rechtsberatung und Vertretung für Bürger mit\ngeringem Einkommen (Beratungshilfegesetz) für mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar\nerklärt, soweit diese der Gewährung von Beratungshilfe in steuerrechtlichen Angelegenheiten entgegensteht. Die notwendigen Auslagen der Beschwerdeführerin hat\nder Senat der Bundesrepublik Deutschland sowie dem Land Berlin je zur Hälfte auferlegt.\n\n Mit einem Schriftsatz ihres Verfahrensbevollmächtigten vom 5. November 2008 hat    2\ndie Beschwerdeführerin die Festsetzung des Gegenstandswerts beantragt und zur\nBegründung auf einen Schriftsatz vom 20. November 2006 Bezug genommen. Nach\nder Schwierigkeit und dem Umfang der Angelegenheit sei ein Gegenstandswert von\n6.000 € angemessen.\n\n Sowohl das Bundesministerium der Justiz als auch die Senatsverwaltung für Justiz   3\ndes Landes Berlin haben von einer Stellungnahme zum Festsetzungsantrag abgesehen.\n\n                                       II.\n Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf § 37 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 des Gesetzes über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und\nRechtsanwälte (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz; RVG). Bei der von ihm hiernach\nnach billigem Ermessen vorzunehmenden Bestimmung des Gegenstandswerts hat\nder Senat die in den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Februar 1989 (BVerfGE 79, 357 <361 f.> sowie 365 <366 ff.>) entwickelten Gesichtspunkte berücksichtigt.\n\n Der Senat ist bei der Festsetzung des Gegenstandswerts nicht an den Antrag gebunden. Dem Festsetzungsantrag kommt im Rahmen der Gegenstandswertfestsetzung nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG nur eine verfahrenseinleitende Bedeutung zu.\nDer für andere gerichtliche Verfahren etwa in § 88 VwGO und § 308 Abs. 1 ZPO zum\nAusdruck kommende „ne ultra petita“-Grundsatz gilt hier nicht. Für die Bestimmung\nder Höhe des Gegenstandswerts ist vielmehr der Grundsatz der Wahrheit des Gegenstandswerts maßgeblich. Der Senat kann danach hier einen deutlich über den\nvon der Beschwerdeführerin für angemessen gehaltenen Betrag hinausgehenden\nGegenstandswert bestimmen.\n\n                                   Hohmann-Papier                                      Bryde\n                                   Dennhardt\n\n               Gaier               Eichberger          Schluckebier\n\n              Kirchhof               Masing\n\n\n\n\n                                       2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss des Ersten Senats vom 21. April 2009 -\n1 BvR 2310/06\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 21. April 2009 - 1 BvR 2310/\n                06 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/rs20090421_1bvr231006.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2009:rs20090421.1bvr231006\n\n\n\n\n                                       3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/04/rs20090421_1bvr231006.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2009-04-21/1-bvr-2310-06","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 88","ref_norm":"88","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 308","ref_norm":"308","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 37","ref_norm":"37","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/04/rs20090421_1bvr231006.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/04/rs20090421_1bvr231006.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2009-04-21/1-bvr-2310-06","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2009/04/rs20090421_1bvr231006.html","retrieved":"2026-07-10 10:58:17.010194+00:00"}}