{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2009:rk20090402.1bvr240506","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2009-04-02","aktenzeichen":"1 BvR 2405/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 2405/06 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder Frau R...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Otte & Schlegel,\n                   An der Lutherkirche 19, 30167 Hannover -\ngegen a) das Urteil des Bundessozialgerichts vom 5. Juli 2006 - B 12 RA 4/05 R -,\n\n       b) das Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 23. Juni\n          2005 - L 1 RA 305/04 -,\n\n       c) das Urteil des Sozialgerichts Hannover vom 8. Oktober 2004 - S 14 RA\n          428/02 -\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Hohmann-Dennhardt\n                                  und die Richter Gaier,\n                                  Kirchhof\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 2. April 2009 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil die              1\nVoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen.\n\n  Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Die Beschwerdeführerin hat eine mögliche Verletzung von Art. 3 Abs. 1 GG nicht hinreichend substantiiert dargetan (§ 23\nAbs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG). Bei der Behandlung von Personengruppen verletzt der\nGesetzgeber den Gleichheitssatz, wenn er eine Gruppe anders behandelt als eine\nandere, obwohl zwischen den Gruppen keine Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht vorliegen, die die unterschiedliche Behandlung rechtfertigen könnten\n(vgl. BVerfGE 109, 96 <123>; stRspr). Allein aus der von der Beschwerdeführerin\nvorgetragenen Gemeinsamkeit, dass Versicherungspflichtige für mehrere Auftraggeber tätig werden, folgt noch keine Vergleichbarkeit der von § 2 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 9\nSGB VI erfassten Personengruppen. Der Gesetzgeber hat in § 2 Satz 1 Nr. 1 bis 10\nSGB VI einen umfangreichen Katalog von versicherungspflichtigen Selbständigen\ngeschaffen, die Versicherungspflicht nach Ziffern getrennt aufgeführt und an verschiedene Kriterien geknüpft. Während nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI die Versiche-\n\n                                          1/3\n\nrungspflicht - wie in den meisten Fallgruppen des § 2 Satz 1 Nr. 1 bis 10 SGB VI - aus\nder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe folgt, sollte der Personenkreis\nder arbeitnehmerähnlichen Selbständigen nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI durch typische Tätigkeitsmerkmale beschrieben werden. Dazu zählte der Gesetzgeber insbesondere das Kriterium der Tätigkeit im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber (vgl.\nBTDrucks 14/45, S. 20). Die Beschwerdeführerin hätte sich daher mit dem vom Gesetzgeber zur Beschreibung sozial schutzbedürftiger Personen gewählten Konzept\nbefassen müssen. Dies gilt umso mehr, als der Gesetzgeber mit der Einführung der\nVersicherungspflicht nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI ein weiteres Ziel verfolgte: Danach\nsollte insbesondere auch der zunehmenden Erosion des in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherten Personenkreises durch die wachsende Überführung von\nBeschäftigungen in arbeitnehmerähnliche selbständige Tätigkeiten entgegen gewirkt\nwerden (vgl. BTDrucks 14/45, S. 20).\n\n Im Übrigen hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts            3\nbereits entschieden, dass die Versicherungspflicht von selbständigen Lehrern nach\n§ 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI mit dem Grundgesetz vereinbar ist (vgl. BVerfG, Beschluss\nder 3. Kammer des Ersten Senats vom 26. Juni 2007 - 1 BvR 2204/00, 1 BvR 1355/\n03 -, juris).\n\n Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                    5\n\n         Hohmann-Dennhardt              Gaier                Kirchhof\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n2. April 2009 - 1 BvR 2405/06\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 2. April 2009\n                - 1 BvR 2405/06 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20090402_1bvr240506.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2009:rk20090402.1bvr240506\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2009-04-02/1-bvr-2405-06","cited_norms":[{"jurabk":"SGB 6","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":4},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 92","ref_norm":"92","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2009-04-02/1-bvr-2405-06","retrieved":"2026-07-10 10:58:14.873401+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2009-04-02/1-bvr-2405-06","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2009-04-02","dockets":["1 BvR 2405/06"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2009:rk20090402.1bvr240506","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2009:rk20090402.1bvr240506"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 02.04.2009 – 1 BvR 2405/06","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2009-04-02/1-bvr-2405-06","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"SGB 6/2","law":"SGB 6","abbreviation":"SGB 6","ref":"2","label":"§ 2 SGB 6","mentions":4},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/92","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"92","label":"§ 92 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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