{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2007:rk20070627.2bvr127607","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2007-06-27","aktenzeichen":"2 BvR 1276/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1276/07 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn M ... ,\n\n- Bevollmächtigte: Anwaltsnotariat Dr. Purrucker und Partner,\n                   Bahnhofstraße 7 c, 21465 Reinbek -\ngegen a) den Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom\n         10. Mai 2007 - 1 Ss 200/06 (64/07) -,\n\n       b) den Beschluss des Landgerichts Lübeck vom 19. Februar 2007 - 3 Kl Ns\n          78/06 -,\n\n       c) das Urteil des Landgerichts Lübeck vom 6. Oktober 2006 - 3 Kl Ns 78/06\n          -,\n\n       d) das Urteil des Amtsgerichts Geesthacht vom 15. März 2006 - 5 Ls 713 Js\n          24440/05 (13/05) -\n\nund    Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  den Vizepräsidenten Hassemer,\n                                  die Richter Di Fabio\n                                  und Landau\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 27. Juni 2007 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                      Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen. Ein Annahmegrund gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG liegt nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde\nhat keine Aussicht auf Erfolg.\n\n  1. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Der Beschwerdeführer legt eine Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren, das er hier der Sache nach rügt, nicht in\neiner den Anforderungen gemäß §§ 23 Abs. 1 Satz 2, 92 BVerfGG genügenden Weise dar.\n\n\n\n                                          1/3\n\n Der Beschwerdeführer macht mit seiner Verfassungsbeschwerde geltend, die                3\nStaatsanwaltschaft habe bei einer im Ermittlungsverfahren durchgeführten Durchsuchung seiner Wohnung zu Unrecht das Vorliegen von Gefahr im Verzug angenommen. Die durch die Durchsuchung erlangten Erkenntnisse hätten nicht verwertet werden dürfen.\n\n  Grundrechtsverletzungen, zu denen es außerhalb der Hauptverhandlung kommt,             4\nführen nicht zwingend dazu, dass auch das auf dem Inbegriff der Hauptverhandlung\nberuhende Strafurteil gegen Verfassungsrecht verstößt (vgl. BVerfGK 4, 283 <285>).\nDer Beschwerdeführer hätte sich damit auseinandersetzen müssen, welche Folgerungen sich aus dem geltend gemachten Verfahrensverstoß für die Verwertbarkeit\nder erlangten Erkenntnisse im Urteil ergeben. Insbesondere hätte er darlegen müssen, warum ein Verwertungsverbot verfassungsrechtlich geboten und eine anderweitige Kompensation des Verfahrensfehlers verfassungsrechtlich nicht ausreichend sei\n(vgl. BVerfGK 4, 283 <285 f.> m.w.N.). Sein Vortrag erschöpft sich in der Behauptung\nder Unverwertbarkeit der erlangten Erkenntnisse, ohne sich mit der einschlägigen\nRechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs auseinanderzusetzen, die bei einer formell fehlerhaft angeordneten Wohnungsdurchsuchung nur ausnahmsweise ein Verwertungsverbot in Betracht zieht (vgl. Beschluss\ndes Bundesverfassungsgerichts vom 12. April 2005 - 2 BvR 1027/02 -, NJW 2005, S.\n1917 <1923>; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17. Februar 1989 - 2 StR 402/88 -,\nNJW 1989, S. 1741 <1744>; Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 13. Januar\n2005 - 1 StR 531/04 -, NJW 2005, S. 1060; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18.\nApril 2007 - 5 StR 546/06 -, juris). Dass ein solcher Ausnahmefall hier vorliege, hat\nder Beschwerdeführer weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht substantiiert\ndargetan, und es ist auch nicht ersichtlich.\n\n 2. Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.             5\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1             6\nSatz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                    7\n\n              Hassemer                Di Fabio                Landau\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom\n27. Juni 2007 - 2 BvR 1276/07\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 27. Juni 2007 - 2 BvR 1276/07 - Rn. (1 - 7), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20070627_2bvr127607.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2007:rk20070627.2bvr127607\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2007-06-27/2-bvr-1276-07","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 92","ref_norm":"92","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2007-06-27/2-bvr-1276-07","retrieved":"2026-07-10 10:56:15.881116+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2007-06-27/2-bvr-1276-07","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2007-06-27","dockets":["2 BvR 1276/07"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2007:rk20070627.2bvr127607","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2007:rk20070627.2bvr127607"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 27.06.2007 – 2 BvR 1276/07","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2007-06-27/2-bvr-1276-07","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/92","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"92","label":"§ 92 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/23","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"23","label":"§ 23 BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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