{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060215.2bvr220905","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2006-02-15","aktenzeichen":"2 BvR 2209/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 2209/05 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn H ...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Klaus Schön,\n                    St.-Stephansplatz 39 a, 78462 Konstanz -\ngegen a) das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9. November 2005 - 1 StR 234/\n         05 -,\n\n       b) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 9. November 2005 - 1 StR\n          234/05 -,\n\n       c) das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 12. Januar 2005 - 9 Ks 111 Js\n          37621/04 -\n\nund    Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 den Vizepräsidenten Hassemer,\n                                 die Richter Di Fabio\n                                 und Landau\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 15. Februar 2006 einstimmig beschlossen:\n\nDem Beschwerdeführer wird Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen. Ein Annahmegrund gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG liegt nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde\nhat keine Aussicht auf Erfolg.\n\n 1. Die Verfassungsbeschwerde ist teilweise unzulässig.                             2\n\n a) Soweit sich der Beschwerdeführer gegen das Urteil des Bundesgerichtshofs vom    3\n9. November 2005 wendet, hat er den Rechtsweg nicht erschöpft.\n\n In dieser Entscheidung hat der Bundesgerichtshof den Strafausspruch hinsichtlich   4\nder Tat zum Nachteil des Kindes K. sowie den Ausspruch über die Gesamtstrafe aufgehoben und die Sache an das Landgericht zurückverwiesen. Ob das Landgericht\n\n\n\n                                        1/3\n\nnach neuer Hauptverhandlung auf eine höhere Strafe erkennt, steht nicht fest. Gegen\ndas Urteil des Landgerichts steht dem Beschwerdeführer erneut das Rechtsmittel der\nRevision zur Verfügung.\n\n  Aus der Aufrechterhaltung der Feststellungen der Ausgangsentscheidung in dem           5\nauf die Revision der Staatsanwaltschaft ergangenen Urteil folgt nichts anderes. Abgesehen davon, dass die Auslegung der Vorschrift des § 353 Abs. 2 StPO durch die\nRechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Sinne eines Grundsatzes größtmöglicher Aufrechterhaltung der von den Gesetzesverletzungen nicht berührten Feststellungen keinen verfassungsrechtlichen Bedenken unterliegt (vgl. Beschluss der 1.\nKammer des Zweiten Senats vom 3. Februar 2006 - 2 BvR 1765/05 -, zur Veröffentlichung in BVerfG-K vorgesehen), ist hier offen, ob das neu berufene Tatgericht auf\nder Basis dieser Feststellungen eine den Beschwerdeführer zusätzlich belastende\nrechtliche Wertung treffen wird.\n\n Zudem entfaltet das Revisionsurteil insoweit keine selbständige Beschwer. Im Prozessverhältnis zum Beschwerdeführer hatten die Urteilsfeststellungen bereits mit der\nVerwerfung seiner eigenen Revision Rechtskraft erlangt. Deren Aufrechterhaltung in\ndem von der Staatsanwaltschaft zu Ungunsten des Beschwerdeführers betriebenen\nRevisionsverfahren vermag keine zusätzliche Belastung des Beschwerdeführers zu\nbegründen.\n\n b) Soweit der Beschwerdeführer im Hinblick auf das Fehlen eines rechtlichen Hinweises des Bundesgerichtshofs in der Revisionshauptverhandlung die Gehörsrüge\nerhoben hat, hat er nicht vorgetragen, was er im Falle des vermissten Hinweises in\nder Revisionshauptverhandlung vorgebracht hätte. Das Bundesverfassungsgericht\nkann daher nicht beurteilen, ob sich der vermeintliche Grundrechtsverstoß auf die angegriffene Entscheidung ausgewirkt hat (vgl. BVerfGE 28, 17 <20>).\n\n 2. Im Übrigen ist die Verfassungsbeschwerde jedenfalls unbegründet, weil die vom        8\nLandgericht hinsichtlich der beiden Tötungen getroffenen Feststellungen jeweils auf\neiner tragfähigen Grundlage beruhen.\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1             9\nSatz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                   10\n\n              Hassemer                Di Fabio               Landau\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom\n15. Februar 2006 - 2 BvR 2209/05\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 15. Februar 2006 - 2 BvR 2209/05 - Rn. (1 - 10), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20060215_2bvr220905.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060215.2bvr220905\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2006-02-15/2-bvr-2209-05","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 353","ref_norm":"353","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2006-02-15/2-bvr-2209-05","retrieved":"2026-07-10 10:54:40.421543+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2006-02-15/2-bvr-2209-05","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2006-02-15","dockets":["2 BvR 2209/05"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060215.2bvr220905","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060215.2bvr220905"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 15.02.2006 – 2 BvR 2209/05","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2006-02-15/2-bvr-2209-05","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Dem Beschwerdeführer wird Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"StPO/353","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"353","label":"§ 353 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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