{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2005:rk20050912.2bvr143505","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2005-09-12","aktenzeichen":"2 BvR 1435/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1435/05 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder Frau Z...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte T... und Koll., -\ngegen a) das Schreiben des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 23. August\n         2005 - 3 CE 05.2031 -,\n\n       b) den Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichts München vom 19.\n          Juli 2005 - M 5 E 05.1986 -\n\nund    Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richter Jentsch,\n                                  Broß,\n                                  Gerhardt\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 12. September 2005 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\nDen Bevollmächtigten der Beschwerdeführerin wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 500 € (in Worten: fünfhundert Euro) auferlegt.\n\n                                      Gründe:\n 1. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil die      1\nAnnahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen (vgl.\nBVerfGE 90, 22 <24 ff.>). Sie hat keine Aussicht auf Erfolg.\n\n 2. Die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr in der hier angemessenen Höhe von       2\n500 € beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG. Danach kann das Bundesverfassungsgericht\neine Gebühr bis zu 2.600 € auferlegen, wenn die Einlegung der Verfassungsbeschwerde einen Missbrauch darstellt. Ein Missbrauch liegt vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung\nvon jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss. Das Bundesverfassungsgericht muss nicht hinnehmen, dass es an der Erfüllung seiner Aufgaben durch für jedermann erkennbar aussichtslose Verfassungsbeschwerden be-\n\n\n\n                                          1/3\n\nhindert wird und dadurch anderen Bürgern den ihnen zukommenden Grundrechtsschutz nur verzögert gewähren kann. Dies gilt namentlich dann, wenn ein Beschwerdeführer trotz zahlreicher Nichtannahmeentscheidungen in ähnlich gelagerten Fällen\nweiterhin Verfassungsbeschwerden in derselben Sache anhängig macht (stRspr; vgl.\nBeschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom\n16. Dezember 1991 - 2 BvR 1608/91 -, NJW 1992, S. 1952 f.; vom 14. September\n1994 - 2 BvR 1626/94 -, NJW 1995, S. 1419; vom 6. November 1995 - 2 BvR 1806/\n95 -, NJW 1996, S. 1273 f.; vom 29. Mai 1996 - 2 BvR 725/96 -, NJW 1996, S. 2785;\nvom 19. März 1998 - 2 BvR 291/98 -, NJW 1998, S. 2205; vom 13. April 1999 - 2 BvR\n539/98 -, NJW-RR 1999, S. 1149 f.).\n\n  Die Beschwerdeführerin hat mit ihrem Begehren im Jahr 2005 nunmehr bereits die        3\nvierte Verfassungsbeschwerde erhoben, obwohl alle vorangegangenen Beschwerden ohne Erfolg geblieben sind (vgl. Beschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats\ndes Bundesverfassungsgerichts vom 23. Mai 2005 - 2 BvR 87/05 -, vom 13. Juni\n2005 - 2 BvR 716/05 - und vom 6. Juli 2005 - 2 BvR 909/05 -). Das Vorbringen war\ndabei weitgehend identisch; eine Auseinandersetzung mit der ausführlichen Begründung der Verwaltungsgerichte, dass der Beschwerdeführerin der begehrte Anspruch\nnicht zustehen kann, findet dabei nicht statt. Die Tatsache, dass nunmehr bereits ein\nrichterlicher Hinweis mit der Verfassungsbeschwerde angegriffen wird, lässt darauf\nschließen, dass die Missbräuchlichkeit der Verfassungsbeschwerde vorrangig den\nBevollmächtigten der Beschwerdeführerin zuzurechnen ist. Deshalb wird ihnen die\nGebühr des § 34 Abs. 2 BVerfGG auferlegt (vgl. Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Juni 2004 - 1 BvR 915/04 -).\nDass insoweit kein der Verfassungsbeschwerde zugänglicher Akt öffentlicher Gewalt\nvorliegt, kann für einen Rechtsanwalt nicht zweifelhaft gewesen sein.\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1            4\nSatz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                   5\n\n               Jentsch                  Broß                Gerhardt\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom\n12. September 2005 - 2 BvR 1435/05\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 12. September 2005 - 2 BvR 1435/05 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20050912_2bvr143505.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2005:rk20050912.2bvr143505\n\n\n\n\n                                       3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2005-09-12/2-bvr-1435-05","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 34","ref_norm":"34","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2005-09-12/2-bvr-1435-05","retrieved":"2026-07-10 10:54:13.489752+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2005-09-12/2-bvr-1435-05","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2005-09-12","dockets":["2 BvR 1435/05"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2005:rk20050912.2bvr143505","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2005:rk20050912.2bvr143505"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 12.09.2005 – 2 BvR 1435/05","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2005-09-12/2-bvr-1435-05","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\nDen Bevollmächtigten der Beschwerdeführerin wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 500 € (in Worten: fünfhundert Euro) auferlegt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/34","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"34","label":"§ 34 BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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