{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:rk20040331.1bvr136301","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2004-03-31","aktenzeichen":"1 BvR 1363/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 1363/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\n\n1.             der Frau B...,\n\n2.             der Frau D...,\n\n3.             der Frau F...,\n\n4.             der Frau F...,\n\n5.             der Frau G...,\n\n6.             des Herrn G...,\n\n7.             der Frau H...,\n\n8.             der Frau L...,\n\n9.             der Frau M...,\n\n10.            der Frau M...,\n\n11.            der Frau P...,\n\n12.            des Herrn R...,\n\n13.            des Herrn M...,\n\n14.            der Frau Sch...,\n\n15.            der Frau Sch...\n\n16.            der Frau Sch...,\n\n17.            des Herrn St...,\n\n18.            der Frau V...,\n\n19.            des Herrn W...,\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Niels Korte und Koll.,\n                   Unter den Linden 12, 10117 Berlin -\n1. unmittelbar gegen\n   das Urteil des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin vom 12. Juli 2001 -\n   VerfGH 152/00 -\n\n\n\n\n                                        1/4\n\n2. mittelbar gegen\n   § 3 Abs. 1, §§ 4, 5 Abs. 1 und § 5 a der Verordnung über das Halten von Hunden in Berlin (HundeVO Bln) in der Fassung der Verordnung vom 4. Juli 2000\n   (GVBl S. 365)\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 die Richterin Jaeger\n                                 und die Richter Hömig,\n                                 Bryde\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 31. März 2004 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n Die Annahmevoraussetzungen des § 93 a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Der            1\nVerfassungsbeschwerde, mit welcher sich\n\n die Beschwerdeführer gegen Vorschriften der Verordnung über                           2\n\n das Halten von Hunden in Berlin (HundeVO Bln) in der Fassung der Änderungsverordnung vom 4. Juli 2000 (GVBl S. 365) und gegen das Urteil des Berliner Verfassungsgerichtshofs (NVwZ 2001, S. 1266) wenden, kommt grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung nicht zu. Ihre Annahme ist auch nicht zur Durchsetzung\nder von den Beschwerdeführern als verletzt gerügten Rechte aus Art. 2 Abs. 1, Art. 3\nAbs. 1 und Art. 20 Abs. 3 GG angezeigt. Denn die Verfassungsbeschwerde hat keine\nAussicht auf Erfolg (vgl. BVerfGE 90, 22 <25 f.>).\n\n  Soweit die Beschwerdeführer § 3 Abs. 1 HundeVO Bln und die daran anknüpfenden        4\nRegelungen in § 4, § 5 Abs. 1 und § 5 a HundeVO Bln angreifen, weil sie auch Hunde\nder Rassen Dogue des Bordeaux sowie Kreuzungen mit Hunden der in § 3 Abs. 1\nHundeVO Bln genannten Art erfassen, sind ihre Rügen unzulässig. Das Beschwerdevorbringen geht auf die Ausführungen des Landesverfassungsgerichts zu den diese\nHunde betreffenden Regelungen nicht oder nicht hinreichend ein und genügt deshalb\ninsoweit nicht den Anforderungen, die § 92 in Verbindung mit § 23 Abs. 1 Satz 2\nHalbsatz 1 BVerfGG an die Begründung einer Verfassungsbeschwerde stellt.\n\n  Ob und inwieweit die weiteren Rügen zulässig sind, kann offen bleiben. Denn die      5\nRügen sind jedenfalls unbegründet. Die Anforderungen an das Führen gefährlicher\nHunde in § 4 Abs. 1 HundeVO Bln, die Regelung über das Zuverlässigkeitserfordernis für das Halten und Führen solcher Hunde in § 5 Abs. 1 HundeVO Bln und die\nAnzeige-, Nachweis- und Kennzeichnungspflichten nach § 5 a HundeVO Bln für Halter von gefährlichen Hunden im Sinne der hier einschlägigen Nummern 1 bis 4 des\n§ 3 Abs. 1 HundeVO Bln sind sowohl mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3\n\n\n                                         2/4\n\nAbs. 1 GG als auch mit der allgemeinen Handlungsfreiheit des Art. 2 Abs. 1 GG\nin Verbindung mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar. Im Einzelnen folgt\ndies aus den Gründen in dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16. März\n2004 - 1 BvR 1778/01 - zu dem Gesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde vom 12.\nApril 2001 (BGBl I S. 530) und in dem Beschluss der Kammer vom selben Tage - 1\nBvR 550/02 -, der zu der Gefahrenabwehrverordnung - Gefährliche Hunde - des Landes Rheinland-Pfalz vom 30. Juni 2000 (GVBl S. 247; im Folgenden: GefAbwV) ergangen ist. Was dort in Bezug auf das bundesrechtliche Einfuhr- und Verbringungsverbot für gefährliche Hunde der auch hier in Rede stehenden Art und im Hinblick\nauf die Möglichkeit ausgeführt worden ist, nach § 2 Abs. 2 GefAbwV die Unfruchtbarmachung solcher Hunde anzuordnen, gilt gleichermaßen für die Verordnungsregelungen des Berliner Rechts, gegen die sich die Beschwerdeführer mit ihren Rügen\nwenden.\n\n Wie der Bundesgesetzgeber im Blick auf das genannte Einfuhr- und Verbringungsverbot (vgl. dazu näher das erwähnte Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16.\nMärz 2004, Umdruck S. 44 und 48 f.) ist allerdings auch der Berliner Verordnungsgeber mit Bezug auf die angegriffenen Regelungen gehalten, die weitere Entwicklung\nhinsichtlich des Beißverhaltens von Hunden zu beobachten und je nach dem Ergebnis seiner weiteren Prüfungen sein Regelungswerk neuen Erkenntnissen anzupassen.\n\n Die angegriffene Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin           7\nbleibt davon unberührt. Sie ist ihrem Inhalt nach im Lichte der vorstehenden Ausführungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).                   9\n\n               Jaeger                 Hömig                 Bryde\n\n\n\n\n                                         3/4\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n31. März 2004 - 1 BvR 1363/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n                31. März 2004 - 1 BvR 1363/01 - Rn. (1 - 9), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20040331_1bvr136301.html\n\nECLI             ECLI:DE:BVerfG:2004:rk20040331.1bvr136301\n\n\n\n\n                                        4/4\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-03-31/1-bvr-1363-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-03-31/1-bvr-1363-01","retrieved":"2026-07-10 10:52:37.492638+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2004-03-31/1-bvr-1363-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2004-03-31","dockets":["1 BvR 1363/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:rk20040331.1bvr136301","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:rk20040331.1bvr136301"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 31.03.2004 – 1 BvR 1363/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-03-31/1-bvr-1363-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/2","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"2","label":"Art 2 GG","mentions":1},{"id":"GG/20","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"20","label":"Art 20 GG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/23","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"23","label":"§ 23 BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:52:37.492638+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}