{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:qk20040831.1bvq003604","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2004-08-31","aktenzeichen":"1 BvQ 36/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVQ 36/04 -\n\n                               In dem Verfahren\n                                      über\n                                  den Antrag,\n                      im Wege der einstweiligen Anordnung\nunter Aufhebung der Beschlüsse des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts vom\n31. August 2004 - 2 Bs 400/04 und 2 Bs 401/04 - und des Verwaltungsgerichts\nHamburg vom 30. August 2004 - 3 E 4212/04 und 3 E 4242/04 - die aufschiebende\nWirkung des Widerspruchs der Antragsteller gegen die Allgemeinverfügung der\nFreien und Hansestadt Hamburg vom 6. August 2004 wieder herzustellen,\n\nAntragsteller:     1. Verein \"M... e.V.\", vertreten durch den Vorstand,\n\n                   2. Frau R...,\n\n                   3. Frau S...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwältin Britta Eder,\n                   Schanzenstraße 1, 20357 Hamburg -\nhat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                   den Präsidenten Papier\n                                   und die Richter Steiner,\n                                   Hoffmann-Riem\n\ngemäß § 32 Abs. 1 in Verbindung mit § 93 d Abs. 2 BVerfGG in der Fassung der\nBekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 31. August 2004 einstimmig beschlossen:\n\nDer Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.\n\n                                       Gründe:\n Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung betrifft eine für sofort vollziehbar angeordnete Allgemeinverfügung, die unter anderem die weitere Nutzung eines\nGrundstücks zum Zwecke des Aufstellens von Wohnwagen über den 31. August\n2004 hinaus untersagt.\n\n Die Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung liegen nicht vor.       2\n\n  1. Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht im Streitfall bei         3\neinem zulässig gestellten Antrag einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender\nGewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist. Dabei haben die Gründe, die für die Verfassungswidrigkeit des angegriffenen Hoheitsakts vorgetragen werden, grundsätzlich außer Betracht zu bleiben, es sei\n\n\n                                          1/3\n\ndenn, die Verfassungsbeschwerde wäre unzulässig oder offensichtlich unbegründet.\nBei offenem Ausgang muss das Bundesverfassungsgericht die Folgen, die einträten,\nwenn eine einstweilige Anordnung nicht erginge, die Verfassungsbeschwerde aber\nErfolg hätte, gegenüber den Nachteilen abwägen, die entstünden, wenn die begehrte\neinstweilige Anordnung erlassen würde, der Verfassungsbeschwerde aber der Erfolg\nzu versagen wäre (vgl. BVerfGE 88, 169 <171 f.>; 91, 328 <332>; 104, 51 <55>;\nstRspr).\n\n  2. Eine Abwägung der widerstreitenden Interessen kommt vorliegend nicht in Betracht.\n\n Soweit die Antragsteller die Verletzung von Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1,   5\nArt. 13 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 3 GG rügen, hat der Antrag nach § 32\nBVerfGG bereits deshalb keinen Erfolg, weil die Antragschrift nicht den Anforderungen entspricht, die nach § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG an die Begründung eines Eilrechtsschutzbegehrens zu stellen sind. Sie lässt nicht erkennen, ob und inwieweit\nGrundrechte der Antragsteller verletzt sein könnten.\n\n  Hinsichtlich der vorrangig gerügten Verletzung des Grundrechts auf Freizügigkeit          6\n(Art. 11 GG) wäre eine Verfassungsbeschwerde offensichtlich unbegründet. Entgegen der Auffassung der Antragsteller ist der Schutzbereich von Art. 11 Abs. 1 GG\nnicht berührt. Art. 11 Abs. 1 GG gewährleistet die Freiheit, ungehindert durch die\ndeutsche Staatsgewalt an jedem Ort innerhalb des Bundesgebietes Aufenthalt und\nWohnsitz zu nehmen (vgl. BVerfGE 2, 266 <273>; 43, 203 <211>; 80, 137 <150>).\nDieses Recht wird hier nicht beschränkt. Der Sache nach zielt das Begehren der Antragsteller darauf ab, ein weitergehendes Nutzungsrecht zu erhalten. Aus Art. 11 GG\nlässt sich aber kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf herleiten, ein Grundstück, das vom Staat nach Maßgabe eines Vertrages befristet überlassen worden ist,\nüber die Nutzungsdauer hinaus für einen dauerhaften Aufenthalt zu nutzen.\n\n                 Papier                 Steiner            Hoffmann-Riem\n\n\n\n\n                                           2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n31. August 2004 - 1 BvQ 36/04\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 31. August 2004 - 1 BvQ 36/04 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                qk20040831_1bvq003604.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2004:qk20040831.1bvq003604\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-08-31/1-bvq-36-04","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 11","ref_norm":"11","n":4},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-08-31/1-bvq-36-04","retrieved":"2026-07-10 10:53:10.564456+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2004-08-31/1-bvq-36-04","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2004-08-31","dockets":["1 BvQ 36/04"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:qk20040831.1bvq003604","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2004:qk20040831.1bvq003604"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 31.08.2004 – 1 BvQ 36/04","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2004-08-31/1-bvq-36-04","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"GG/11","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"11","label":"Art 11 GG","mentions":4},{"id":"BVerfGG/32","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"32","label":"§ 32 BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/20","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"20","label":"Art 20 GG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/23","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"23","label":"§ 23 BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:53:10.564456+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}