{"status":"available","doknr":"BVERFG-lk20030428_1bvl000301","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2003:lk20030428.1bvl000301","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2003-04-28","aktenzeichen":"1 BvL 3/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVL 3/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                       die verfassungsrechtliche Prüfung\ndes § 3 Abs. 1 Satz 2 des Niedersächsischen Gesetzes über die Zulassung öffentlicher Spielbanken vom 25. Juli 1973 (GVBl S. 253)\n\n- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Niedersächsischen Finanzgerichts vom\n14. März 2001 (3 K 264/95) -\n\nhat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  den Präsidenten Papier,\n                                  die Richterin Haas\n                                  und den Richter Hoffmann-Riem\n\ngemäß § 81 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993\n(BGBl I S. 1473) am 28. April 2003 einstimmig beschlossen:\n\nDie Vorlage ist unzulässig.\n\n                                      Gründe:\n 1. Die Zulässigkeit einer Richtervorlage gemäß Art. 100 Abs. 1 GG setzt voraus,        1\ndass die zur Prüfung gestellte Norm entscheidungserheblich ist. Der Vorlagebeschluss muss gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG mit hinreichender Deutlichkeit erkennen lassen, dass das vorlegende Gericht im Falle der Gültigkeit der zur Prüfung\ngestellten Norm eine andere Entscheidung treffen würde als bei ihrer Ungültigkeit\nund wie das Gericht dieses Ergebnis begründen würde (seit BVerfGE 7, 171 <173 f.>\nstRspr, vgl. zuletzt BVerfGE 94, 315 <323>; 97, 49 <60>). Für die Frage der Entscheidungserheblichkeit ist die Rechtsauffassung des vorlegenden Gerichts maßgeblich, es sei denn, es geht um ausschließlich verfassungsrechtliche Vorfragen oder\ndie Rechtsauffassung des Vorlagegerichts ist offensichtlich unhaltbar (stRspr,\nvgl. BVerfGE 69, 150 <159>; 81, 40 <49>; 94, 315 <323>).\n\n  Im Ausgangsverfahren streiten die Beteiligten über die Rechtmäßigkeit einer vom       2\nbeklagten Finanzamt gegen die Klägerin festgesetzten höheren (zusätzlichen) Spielbankabgabe, deren Rechtsgrundlage nach Auffassung des vorlegenden Gerichts die\nvorgelegte Regelung des § 3 Abs. 1 Satz 2 des Niedersächsischen Gesetzes über\ndie Zulassung öffentlicher Spielbanken (NSpielbG 1973) vom 25. Juli 1973 (Nds.\nGVBl S. 253) war. Nach Erlass des Vorlagebeschlusses ist jedoch rückwirkend zum\n1. September 1973 das Gesetz zur Ergänzung abgaberechtlicher Vorschriften für öffentliche Spielbanken (Ergänzungsgesetz) vom 14. Juni 2002 (Nds. GVBl S. 174) in\nKraft getreten. Dieses Gesetz enthält in § 2 Abs. 1 eine neue Rechtsgrundlage für die\nErhebung von zusätzlichen Leistungen zu der Spielbankabgabe. Weiterhin ist die Hö-\n\n\n                                         1/3\n\nhe der durch den im Ausgangsverfahren ursprünglich streitgegenständlichen Bescheid vom 23. Juni 1989 festgesetzten Zusatzleistungen durch Änderungsbescheid\nvom 9. September 2002 an die Abgabesätze gemäß § 2 Abs. 1 des Ergänzungsgesetzes angepasst worden.\n\n 2. Das Finanzgericht hat nicht dargelegt, inwiefern die vorgelegte Norm nach In-     3\nKraft-Treten des Ergänzungsgesetzes und Änderung des streitgegenständlichen Bescheids noch entscheidungserheblich sein könnte. Dies ist auch offensichtlich nicht\nmehr der Fall: Nach In-Kraft-Treten des Ergänzungsgesetzes ist Rechtsgrundlage für\ndie streitgegenständliche Festsetzung von Zusatzleistungen zu Spielbankabgaben in\nder durch den Änderungsbescheid bestimmten Höhe nicht mehr § 3 Abs. 1 Satz 2\nNSpielbG 1973, sondern § 2 Abs. 1 des Ergänzungsgesetzes. Auf die Verfassungsmäßigkeit der vorgelegten Norm kommt es im Ausgangsverfahren daher nicht mehr\nan.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                 4\n\n               Papier                   Haas           Hoffmann-Riem\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n28. April 2003 - 1 BvL 3/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n                28. April 2003 - 1 BvL 3/01 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                lk20030428_1bvl000301.html\n\nECLI             ECLI:DE:BVerfG:2003:lk20030428.1bvl000301\n\n\n\n\n                                          3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2003/04/lk20030428_1bvl000301.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2003-04-28/1-bvl-3-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 81a","ref_norm":"81a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 100","ref_norm":"100","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2003/04/lk20030428_1bvl000301.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2003/04/lk20030428_1bvl000301.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2003-04-28/1-bvl-3-01","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2003/04/lk20030428_1bvl000301.html","retrieved":"2026-07-10 10:51:27.677647+00:00"}}