{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20021219.2bvr125502","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2002-12-19","aktenzeichen":"2 BvR 1255/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1255/02 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn L ...\n\ngegen das Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und zur Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländern (Zuwanderungsgesetz) vom 20. Juni 2002 (BGBl I S. 1946)\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richter Sommer,\n                                  Di Fabio\n                                  und die Richterin Lübbe-Wolff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 19. Dezember 2002 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDem Beschwerdeführer wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 300 € (in Worten: dreihundert Euro) auferlegt.\n\n                                      Gründe:\n  Die Kammer nimmt die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung an, weil ein        1\nAnnahmegrund im Sinne des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht gegeben ist (vgl. BVerfGE\n90, 22 <24 ff.>). Die Verfassungsbeschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg, denn sie\nist unzulässig.\n\n Der Vortrag des Beschwerdeführers entspricht nicht den Anforderungen an eine           2\nsubstantiierte Begründung der Verfassungsbeschwerde gemäß §§ 23 Abs. 1 Satz 2,\n92 BVerfGG. Der Beschwerdeführer hat nicht einmal im Ansatz dargelegt, inwiefern\ner durch das angegriffene Gesetz selbst, gegenwärtig und unmittelbar in seinen\ngrundrechtlich geschützten Positionen verletzt ist (vgl. BVerfGE 40, 141 <156>; 79, 1\n<14 f.>; 100, 313 <354>; 102, 197 <206 f.>). Sein Vortrag erschöpft sich vielmehr in\npauschalen Angriffen auf das Zuwanderungsgesetz.\n\n  Die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr gegen den als Rechtsanwalt tätigen Beschwerdeführer in der hier angemessenen Höhe von 300 € beruht auf § 34 Abs. 2\nBVerfGG. Ein Missbrauch im Sinne dieser Vorschrift liegt unter anderem dann vor,\nwenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und\nihre Einlegung - wie hier - von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen\nwerden muss. Der Beschwerdeführer konnte jedenfalls aufgrund des Schreibens des\n\n\n                                         1/3\n\nPräsidialrats vom 1. März 2002 nicht im Zweifel darüber sein, dass seine Verfassungsbeschwerde gegen das Zuwanderungsgesetz auch nach dessen Inkrafttreten\nmangels unmittelbarer eigener rechtlicher Betroffenheit (§ 90 Abs. 1 BVerfGG) offensichtlich unzulässig ist. Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts ist es, grundsätzliche Verfassungsfragen zu entscheiden, die für das Staatsleben, die Allgemeinheit und die Grundrechtsverwirklichung des Einzelnen von Bedeutung sind. Es muss\nnicht hinnehmen, dass es an der Erfüllung dieser Aufgabe durch völlig unsubstantiierte Verfassungsbeschwerden behindert wird und dadurch anderen Bürgern nur mit\nerheblicher Verzögerung in deren Angelegenheiten Grundrechtsschutz zu gewähren\nvermag (ständige Rechtsprechung, vgl. Beschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats des BVerfG vom 16. Dezember 1991 - 2 BvR 1608/91 -, NJW 1992, S. 1952 f.;\nvom 29. Mai 1996 - 2 BvR 725/96 -, NJW 1996, S. 2785; vom 19. März 1998 - 2 BvR\n291/98 -, NJW 1998, S. 2205; vom 13. April 1999 - 2 BvR 539/98 -, NJW-RR 1999,\nS. 1149 f.; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. September 2000\n- 2 BvR 1466/00 -, EuGRZ 2000, S. 493 f.).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                 4\n\n              Sommer                 Di Fabio            Lübbe-Wolff\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom\n19. Dezember 2002 - 2 BvR 1255/02\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Dezember 2002 - 2 BvR 1255/02 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20021219_2bvr125502.html\n\nECLI           ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20021219.2bvr125502\n\n\n\n\n                                     3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-12-19/2-bvr-1255-02","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 34","ref_norm":"34","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 90","ref_norm":"90","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 92","ref_norm":"92","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-12-19/2-bvr-1255-02","retrieved":"2026-07-10 10:51:01.257316+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2002-12-19/2-bvr-1255-02","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2002-12-19","dockets":["2 BvR 1255/02"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20021219.2bvr125502","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20021219.2bvr125502"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 19.12.2002 – 2 BvR 1255/02","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-12-19/2-bvr-1255-02","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDem Beschwerdeführer wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 300 € (in Worten: dreihundert Euro) auferlegt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/34","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"34","label":"§ 34 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/90","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"90","label":"§ 90 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/92","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"92","label":"§ 92 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/23","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"23","label":"§ 23 BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:51:01.257316+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}