{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020930.2bvr056202","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2002-09-30","aktenzeichen":"2 BvR 562/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 562/02 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn K ...,\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Harald Baumann-Hasske und Koll.,\n                   Hohe Straße 35, 01069 Dresden -\ngegen a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Dresden vom 5. März 2002 - 3\n         Ss 49/02 -,\n\n       b) das Urteil des Landgerichts Dresden vom 20. November 2001 - 8 Ns 103\n          Js 10653/00 -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 den Vizepräsidenten Hassemer,\n                                 die Richterin Osterloh\n                                 und den Richter Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 30. September 2002 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie            1\nkeine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 <24 ff.>). Sie ist unbegründet.\n\n  Aus dem allgemeinen Gleichheitssatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand         2\nund Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen für den Gesetzgeber, die\nvom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (BVerfGE 88, 5 <12>; 88, 87 <96>; 101, 54 <101>). Art. 3 Abs. 1\nGG ist jedenfalls verletzt, wenn sich ein vernünftiger, sich aus der Natur der Sache\nergebender oder sonst wie einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung\noder Gleichbehandlung nicht finden lässt (BVerfGE 1, 14 <52>; stRspr, vgl. etwa\nBVerfGE 89, 132 <141>; Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts\nvom 6. März 2002 - 2 BvL 17/99 -, BGBl I 2002 S. 1305).\n\n Diesem Maßstab wird § 266 a StGB bei der Bestimmung des Begriffs \"Arbeitgeber\"        3\ngerecht. Eine gesetzliche Differenzierung nach der Gewinnerzielungsabsicht ist deshalb nicht erforderlich, weil ausschlaggebendes Kriterium für die Gleichbehandlung\nder verschiedenen \"Arbeitgeber\" nicht die Ausrichtung des Unternehmens, sondern\ndie Tatsache der Anstellung sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer ist. § 266 a\n\n\n                                         1/3\n\nStGB flankiert die sozialrechtlichen Bestimmungen der Beitragszahlungspflicht zur\ngesetzlichen Sozialversicherung. Diese entsteht gemäß § 22 Abs. 1 i.V.m. §§ 2 Abs.\n2 Nr. 1 und 7 Abs. 1 SGB IV allein durch die versicherungspflichtige Beschäftigung\neines Arbeitnehmers gegen Entgelt. Ob der Arbeitgeber Gewinn erzielt oder dies beabsichtigt, ist irrelevant und spielt demzufolge auch bei § 266 a StGB keine Rolle. Die\nNorm schützt in erster Linie das Interesse der Solidargemeinschaft an der Sicherstellung des Aufkommens der Mittel für die Sozialversicherung (vgl. BGHZ 144, 311 ff.;\nTröndle/Fischer, StGB, 50. Auflage, § 266 a Rn. 2 m.w.N.). Hierauf hat das Landgericht zu Recht und in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise sorgfältig\nbegründet hingewiesen.\n\n Eine Bereicherungsabsicht wird allerdings ebenso wie die ehrenamtliche Tätigkeit         4\nim vorliegenden Fall im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen sein. Diesem Erfordernis sind die Fachgerichte in ausreichender Weise nachgekommen.\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1              5\nSatz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                     6\n\n              Hassemer                 Osterloh              Mellinghoff\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n30. September 2002 - 2 BvR 562/02\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 30. September 2002 - 2 BvR 562/02 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20020930_2bvr056202.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020930.2bvr056202\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-09-30/2-bvr-562-02","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 266a","ref_norm":"266a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"SGB 4","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"SGB 4","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-09-30/2-bvr-562-02","retrieved":"2026-07-10 10:50:21.649788+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2002-09-30/2-bvr-562-02","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2002-09-30","dockets":["2 BvR 562/02"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020930.2bvr056202","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020930.2bvr056202"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 30.09.2002 – 2 BvR 562/02","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-09-30/2-bvr-562-02","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StGB/266a","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"266a","label":"§ 266a StGB","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":1},{"id":"SGB 4/2","law":"SGB 4","abbreviation":"SGB 4","ref":"2","label":"§ 2 SGB 4","mentions":1},{"id":"SGB 4/7","law":"SGB 4","abbreviation":"SGB 4","ref":"7","label":"§ 7 SGB 4","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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