{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020816.1bvr222600","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2002-08-16","aktenzeichen":"1 BvR 2226/00","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 2226/00 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\n1. der Frau C...,\n2. des Herrn S...,\n3. des Herrn S...,\n4. des Herrn S...,\n5. der Frau K...,\n6. des Herrn S...,\n7. des Herrn S...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Dr. Rainer Heimler und Koll.,\n                   Hans-Bornkessel-Straße 3, 90763 Fürth -\n                                                                 1. unmittelbar gegen\n\na) das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. Oktober 2000 - V ZR 194/99 -,\n\nb) das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) vom 28. März 1995 - 13 O 509/94 -\n   ,\n\n2. mittelbar gegen\nArt. 233 § 11 Abs. 3, § 12 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe c, Abs. 3 EGBGB in der Fassung\ndes Wohnraummodernisierungssicherungsgesetzes vom 17. Juli 1997 (BGBl I S.\n1823)\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                die Richterin Jaeger\n                                und die Richter Hömig,\n                                Bryde\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 16. August 2002 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                    Gründe:\n\n                                        I.\n Die Verfassungsbeschwerde richtet sich gegen eine landgerichtliche Entscheidung        1\nund gegen das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. Oktober 2000 (NJ 2001, S.\n\n\n                                        1/4\n\n253), in dem dieser an seiner Rechtsprechung zu Art. 233 §§ 11 ff. EGBGB (vgl.\nBGHZ 140, 223) festgehalten hat. Die Beschwerdeführer rügen in erster Linie die\nVerletzung von Art. 3 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 und Art. 103 Abs. 1 GG.\n\n                                         II.\n Die Annahmevoraussetzungen des § 93 a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor.                 2\n\n 1. Der Verfassungsbeschwerde kommt grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung nicht zu. Die für ihre Beurteilung maßgeblichen verfassungsrechtlichen Fragen sind vom Bundesverfassungsgericht bereits entschieden (vgl. zu Art. 3 Abs. 1\nGG BVerfGE 89, 1 <13 f.>; 99, 129 <139>; zu Art. 14 Abs. 1 GG BVerfGE 83, 201\n<211 f.>; 101, 54 <74 ff.>; 101, 239 <259>; zu Art. 103 Abs. 1 GG BVerfGE 86, 133\n<145 f.>). Fragen verfassungsrechtlicher Art, die durch veränderte Verhältnisse erneut klärungsbedürftig geworden sein könnten (vgl. BVerfGE 90, 22 <24>), zeigt die\nVerfassungsbeschwerde nicht auf. Ob die in den genannten Entscheidungen des\nBundesverfassungsgerichts entwickelten Grundsätze im vorliegenden Fall beachtet\nwurden, ist nicht von grundsätzlicher verfassungsrechtlicher Bedeutung.\n\n 2. Die Annahme der Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung ist auch nicht zur           4\nDurchsetzung der von den Beschwerdeführern als verletzt gerügten Verfassungsrechte angezeigt. Denn die Verfassungsbeschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg.\n\n  Die Verfassungsmäßigkeit von Art. 233 §§ 11 ff. EGBGB war nach der Änderung           5\nder Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Vererblichkeit des Bodenreformeigentums bereits mehrfach Gegenstand von Nichtannahmeentscheidungen der Kammer (vgl. insbesondere die Beschlüsse vom 6., 24. und 25. Oktober 2000 - 1 BvR\n1637/99, 1643/95 und 2062/99 -, VIZ 2001, S. 111; 2001, S. 114; 2001, S. 115). Es ist\nbereits in diesen Entscheidungen ausgeführt worden, dass es sich bei der Frage, ob\ndas Gesetz der Deutschen Demokratischen Republik über die Rechte der Eigentümer von Grundstücken aus der Bodenreform vom 6. März 1990 (GBl I S. 134) eine\nverdeckte Regelungslücke enthielt, um eine einfachrechtliche Frage handelt, deren\nBeantwortung verfassungsgerichtlich nur am Maßstab des Willkürverbots des Art. 3\nAbs. 1 GG überprüft werden kann (vgl. vor allem VIZ 2001, S. 111 <112 f.>). Im Lichte dieses Maßstabs sind auch die hier angegriffenen Gerichtsentscheidungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.\n\n  Der Bundesgerichtshof hat in seinem im Ausgangsverfahren ergangenen Urteil            6\nmaßgeblich auf die Ziele des DDR-Gesetzes vom 6. März 1990 abgehoben. In den\nEntscheidungen, die den Beschlüssen der Kammer vom Oktober 2000 zugrunde lagen, hat er außerdem die Materialien zu diesem Gesetz herangezogen. Mit beidem\nist die Annahme jedenfalls nachvollziehbar begründet, dass der Gesetzgeber der\nDeutschen Demokratischen Republik im März 1990 ein nur unvollkommenes, weil\n(verdeckt) lückenhaftes Gesetz beschlossen hat. Das gilt auch mit Blick auf die Äußerungen, die der damalige Landwirtschaftsminister der Deutschen Demokratischen\nRepublik bei der Gesetzesberatung in der Volkskammer gemacht hat. Ob eine ande-\n\n\n                                         2/4\n\nre Auslegung als die, zu der die Gerichte im Ausgangsverfahren gelangt sind, dem\neinfachen Recht möglicherweise besser entspräche, hat das Bundesverfassungsgericht nicht zu entscheiden (vgl. BVerfGE 42, 64 <74>).\n\n Im Übrigen nimmt die Kammer auf ihre Beschlüsse vom Oktober 2000 Bezug.           7\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).               9\n\n              Jaeger                Hömig                Bryde\n\n\n\n\n                                       3/4\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n16. August 2002 - 1 BvR 2226/00\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 16. August 2002 - 1 BvR 2226/00 - Rn. (1 - 9), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20020816_1bvr222600.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020816.1bvr222600\n\n\n\n\n                                       4/4\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-08-16/1-bvr-2226-00","cited_norms":[{"jurabk":"BGBEG","ref":"Art 233 § 11","ref_norm":"233-11","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 14","ref_norm":"14","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-08-16/1-bvr-2226-00","retrieved":"2026-07-10 10:50:14.331724+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2002-08-16/1-bvr-2226-00","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2002-08-16","dockets":["1 BvR 2226/00"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020816.1bvr222600","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020816.1bvr222600"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 16.08.2002 – 1 BvR 2226/00","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-08-16/1-bvr-2226-00","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BGBEG/233-11","law":"BGBEG","abbreviation":"BGBEG","ref":"233-11","label":"Art 233 § 11 BGBEG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":2},{"id":"GG/103","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"103","label":"Art 103 GG","mentions":2},{"id":"GG/14","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"14","label":"Art 14 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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