{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020613.2bvr045201","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2002-06-13","aktenzeichen":"2 BvR 452/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 452/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn M...,\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Horst Rau,\n                    Friederikastraße 64, 44789 Bochum -\ngegen das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 12. Dezember 2000 - VIII R 12/00 -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 den Vizepräsidenten Hassemer,\n                                 die Richterin Osterloh\n                                 und den Richter Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 13. Juni 2002 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n  Die Voraussetzungen für eine Annahme der Verfassungsbeschwerde gemäß § 93a           1\nAbs. 2 BVerfGG liegen nicht vor, weil die Verfassungsbeschwerde unzulässig ist. Der\nBeschwerdeführer hat es versäumt, vor Anrufung des Bundesverfassungsgerichts\nden Rechtsweg zu erschöpfen (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG). Nach der ständigen\nRechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist der Rechtsweg grundsätzlich\nnicht erschöpft, wenn die Sache durch ein Revisionsgericht an die Vorinstanz zurückverwiesen wird. Die Bindungswirkung des Revisionsurteils hinsichtlich der für einen\nBeschwerdeführer ungünstigen Beurteilung der verfassungsrechtlichen Lage ändert\ndaran nichts. Rechtsausführungen in den Gründen der Entscheidung schaffen für\nsich allein keine Beschwer im Rechtssinn. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Beschwerdeführer im Ergebnis mit seinem Begehren noch Erfolg haben kann (vgl.\nBVerfGE 8, 222 <224>; 78, 58 <68>; Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats\ndes Bundesverfassungsgerichts vom 27. April 2000 - 1 BvR 256/97 -, NJW 2000, S.\n3198). Gemessen daran hat der Beschwerdeführer hier den Rechtsweg noch nicht\nerschöpft. Der Bundesfinanzhof hat das der Klage im Wesentlichen stattgebende Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf lediglich aufgehoben und die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen. Es ist trotz der Bindungswirkung des § 126 Abs. 5 der\nFinanzgerichtsordnung - FGO - damit noch unklar, wie der Rechtsstreit im Ergebnis\nausgehen wird. Im Hinblick auf die vom Beschwerdeführer erhobenen Einwendungen\ngegen die Annahme von verdeckten Gewinnausschüttungen, zu denen das Finanz-\n\n\n                                         1/3\n\ngericht - von seinem Rechtsstandpunkt aus zu Recht - noch keine Feststellung getroffen hat, ist es offen, in welchem Maß die angeblich verfassungswidrige Auslegung\nzur Reichweite der Ablaufhemmung gemäß § 171 Abs. 3 AO 1977 a.F. und zu den\nTatbestandsvoraussetzungen für eine nachträgliche Änderung des Steuerbescheids\nnach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO zu einer grundrechtlichen Beschwer des Beschwerdeführers führen.\n\n Von einer weiteren Begründung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG).           2\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                  3\n\n              Hassemer               Osterloh             Mellinghoff\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n13. Juni 2002 - 2 BvR 452/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 13. Juni 2002 - 2 BvR 452/01 - Rn. (1 - 3), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20020613_2bvr045201.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020613.2bvr045201\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-06-13/2-bvr-452-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 90","ref_norm":"90","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"AO 1977","ref":"§ 171","ref_norm":"171","n":1},{"jurabk":"AO 1977","ref":"§ 173","ref_norm":"173","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-06-13/2-bvr-452-01","retrieved":"2026-07-10 10:49:58.919090+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2002-06-13/2-bvr-452-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2002-06-13","dockets":["2 BvR 452/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020613.2bvr045201","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2002:rk20020613.2bvr045201"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 13.06.2002 – 2 BvR 452/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2002-06-13/2-bvr-452-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/90","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"90","label":"§ 90 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1},{"id":"AO 1977/171","law":"AO 1977","abbreviation":"AO 1977","ref":"171","label":"§ 171 AO 1977","mentions":1},{"id":"AO 1977/173","law":"AO 1977","abbreviation":"AO 1977","ref":"173","label":"§ 173 AO 1977","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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