{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011220.2bvr135601","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-12-20","aktenzeichen":"2 BvR 1356/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1356/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn K...\n\ngegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 16.\n      Juli 2001 - 1 Ws 137/01 -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Präsidentin Limbach\n                                  und die Richter Hassemer,\n                                  Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 20. Dezember 2001 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n  Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil ein              1\nAnnahmegrund nach § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegt. Sie hat keine Aussicht auf\nErfolg, denn sie ist - ungeachtet etwaiger Bedenken im Hinblick auf ihre Zulässigkeit -\njedenfalls unbegründet.\n\n Die angegriffene Entscheidung des Oberlandesgerichts verstößt nicht gegen Art.           2\n103 Abs. 1 GG. Das Gericht hat das Begehren des Beschwerdeführers, dem die Zustellung der Anklageschrift an seinen Verteidiger entgegen § 145 a Abs. 3 StPO nicht\nmitgeteilt worden ist, inhaltlich umfassend sowohl als Antrag auf Nachholung rechtlichen Gehörs als auch als Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen\ndie Versäumung der Erklärungsfrist des § 201 StPO gewertet. Dass es den Antrag\nauf Nachholung rechtlichen Gehörs als unbegründet zurückgewiesen hat, weil dem\nAngeklagten über seinen Verteidiger in ausreichendem Maße rechtliches Gehör gewährt worden sei, lässt einen Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG nicht erkennen. Das\nOberlandesgericht ist der herrschenden Ansicht gefolgt, nach der die in § 145 a StPO\nnormierte Mitteilungspflicht an den Angeklagten eine die Wirksamkeit der Zustellung\nan den Verteidiger unberührt lassende Ordnungsvorschrift ist, die der prozessualen\nFürsorgepflicht des Gerichts Rechnung trägt (vgl. Laufhütte, Karlsruher Kommentar\nzur StPO, 4. Auflage 1999, § 145 a Rn. 6; Kleinknecht/Meyer-Goßner, Kommentar\nzur StPO, 45. Auflage, § 145 a Rn. 13; BGH NStZ 1991, 28). Diese Auslegung der\nVorschrift, die grundsätzlich Sache der Fachgerichte und vom Bundesverfassungs-\n\n\n\n                                          1/3\n\ngericht nicht im Einzelnen nachzuprüfen ist, verkennt Bedeutung und Tragweite des\ngrundrechtsgleichen Rechts auf rechtliches Gehör nicht.\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (vgl. § 93d Abs.     3\n1 Satz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                               4\n\n              Limbach              Hassemer             Mellinghoff\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n20. Dezember 2001 - 2 BvR 1356/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 20. Dezember 2001 - 2 BvR 1356/01 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20011220_2bvr135601.html\n\nECLI           ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011220.2bvr135601\n\n\n\n\n                                     3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-12-20/2-bvr-1356-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 145a","ref_norm":"145a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 201","ref_norm":"201","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-12-20/2-bvr-1356-01","retrieved":"2026-07-10 10:48:48.635517+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-12-20/2-bvr-1356-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2001-12-20","dockets":["2 BvR 1356/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011220.2bvr135601","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011220.2bvr135601"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 20.12.2001 – 2 BvR 1356/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-12-20/2-bvr-1356-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"StPO/145a","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"145a","label":"§ 145a StPO","mentions":2},{"id":"GG/103","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"103","label":"Art 103 GG","mentions":1},{"id":"StPO/201","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"201","label":"§ 201 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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