{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011008.2bvr142401","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-10-08","aktenzeichen":"2 BvR 1424/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1424/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn R...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Ulrich Kuhnert,\n                    Marktstraße 8, 21709 Himmelpforten -\ngegen den Beschluss des Amtsgerichts Walsrode vom 17. Juli 2001 - 5 OWi 84/\n      2001 (I) -\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richter Sommer,\n                                  Broß,\n                                  Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 8. Oktober 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n  Der Beschwerdeführer hat den Rechtsweg nicht erschöpft, § 90 Abs. 2 Satz 1             1\nBVerfGG. Zwar ist der Einstellungsbeschluss nebst Auslagenentscheidung nicht anfechtbar. Das Gericht hat jedoch, soweit ersichtlich, vor der Einstellung den Beschwerdeführer nicht angehört, jedenfalls ist Gegenteiliges nicht vorgetragen. In\nRechtsprechung (LG Flensburg, DAR 1985, 93) und Literatur (Göhler, OWiG, 12.\nAufl., 1998, § 47 Rn. 36) wird zum Teil die Ansicht vertreten, dass der Betroffene vor\nder Einstellungsentscheidung grundsätzlich anzuhören ist, um ihm Gelegenheit zu\ngeben, auf einen Freispruch hinzuwirken. Ist das rechtliche Gehör versagt worden, so\nkann das Gericht im Verfahren nach § 33a StPO i.V.m. § 46 Abs. 1 OWiG seine an\nsich unanfechtbare Auslagenentscheidung abändern (Göhler, a.a.O. m.w.N.). Auch\nwenn die Notwendigkeit der Gewährung rechtlichen Gehörs nicht unumstritten ist, so\ngebietet doch der Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde den zumutbaren Versuch, über einen Antrag nach § 33a StPO eine abändernde Entscheidung herbeizuführen. Dies gilt umso mehr, als im vorliegenden Fall angesichts des\nSchreibens der Frau M. vom 16. Juli 2001 es nahe gelegen hätte, den Betroffenen\ndavon zu unterrichten, dass trotz dieses Schreibens eine Einstellung ohne Erstattung\nder notwendigen Auslagen erwogen wird.\n\n Die Verfassungsbeschwerde ist zudem nicht ausreichend begründet, § 93 Abs. 1            2\n\n\n\n                                          1/3\n\nSatz 1 BVerfGG. Ohne Vorlage der behördlichen Berichte, Bescheide und Stellungnahmen, des Protokolls der Hauptverhandlung und einer Schilderung des Verfahrensablaufs im Einzelnen kann nicht geprüft werden, ob etwa das Verhalten des Betroffenen (vgl. § 467 Abs. 3 StPO, Gedanke der §§ 5, 6 StrEG) die Entscheidung\nrechtfertigt oder trotz der Zeugenaussagen und des Schreibens vom 16. Juli 2001\nwegen schwerwiegender belastender Umstände keine ernsthaften Zweifel an der\nSchuld des Betroffenen bestanden.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                               3\n\n              Sommer                    Broß            Mellinghoff\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom\n8. Oktober 2001 - 2 BvR 1424/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 8. Oktober 2001 - 2 BvR 1424/01 - Rn. (1 - 3), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20011008_2bvr142401.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011008.2bvr142401\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-08/2-bvr-1424-01","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 33a","ref_norm":"33a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 467","ref_norm":"467","n":1},{"jurabk":"StrEG","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":1},{"jurabk":"StrEG","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"OWiG 1968","ref":"§ 46","ref_norm":"46","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-08/2-bvr-1424-01","retrieved":"2026-07-10 10:48:26.469924+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-10-08/2-bvr-1424-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2001-10-08","dockets":["2 BvR 1424/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011008.2bvr142401","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011008.2bvr142401"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 08.10.2001 – 2 BvR 1424/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-08/2-bvr-1424-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/33a","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"33a","label":"§ 33a StPO","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"StPO/467","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"467","label":"§ 467 StPO","mentions":1},{"id":"StrEG/5","law":"StrEG","abbreviation":"StrEG","ref":"5","label":"§ 5 StrEG","mentions":1},{"id":"StrEG/6","law":"StrEG","abbreviation":"StrEG","ref":"6","label":"§ 6 StrEG","mentions":1},{"id":"OWiG 1968/46","law":"OWiG 1968","abbreviation":"OWiG 1968","ref":"46","label":"§ 46 OWiG 1968","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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