{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011004.1bvr141801","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2001-10-04","aktenzeichen":"1 BvR 1418/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 1418/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn Dr. Dr. H...\n\ngegen das Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen in Essen vom 18.\n      Oktober 2000 - L 11 KA 74/00 -\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Jaeger\n                                  und die Richter Hömig,\n                                  Bryde\n\nam 4. Oktober 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Voraussetzungen des § 93 a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde\nhat keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung. Ihre Annahme ist auch\nnicht zur Durchsetzung der vom Beschwerdeführer als verletzt gerügten Rechte angezeigt. Für eine Verletzung von Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten ist\nnichts ersichtlich.\n\n  Das Bundesverfassungsgericht hat in ständiger Rechtsprechung hervorgehoben,            2\ndass Regelungen, die wie hier die Einführung von gesetzlichen Altersgrenzen die berufliche Betätigung betreffen, ausschließlich am Maßstab des Art. 12 Abs. 1 GG zu\nmessen sind. Die Altersgrenze für die Beendigung der Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung nach Vollendung des 68. Lebensjahres wird den Anforderungen an\nsubjektive Zulassungsbeschränkungen gerecht (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 31. März 1998 - 1 BvR 2167/93 und 2198/93 -, NJW\n1998, S. 1776 <1777> m.w.N.). Hierauf hat der Senat in seiner Entscheidung zur Altersgrenze für die Niederlassung als Vertragsarzt ausdrücklich Bezug genommen.\nBeide Altersgrenzen sind Teil einer verfassungsrechtlich unbedenklichen gesetzgeberischen Gesamtabwägung im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung zur\nGewährleistung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung; dabei hat der Gesetzgeber unterschiedliche Gemeinwohlbelange und zum Teil gegenläufige Grundrechtspositionen vieler Personengruppen miteinander zum Ausgleich zu bringen (vgl. Beschluss des Ersten Senats vom 20. März 2001 - 1 BvR 491/96 -, NJW 2001, S. 1779\nf.; zur Veröffentlichung in BVerfGE 103, 172 ff. vorgesehen). Hieran ist festzuhalten.\n\n\n\n                                          1/3\n\n Das Bundesverfassungsgericht hat ferner die maßgeblichen verfassungsrechtlichen Fragen zu Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG bereits entschieden (vgl. BVerfGE 73, 339\n<366 ff.>; 82, 159 <194 ff.>; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats\nvom 9. Januar 2001 - 1 BvR 1036/99 -, MedR 2001, S. 308 <309> m.w.N.). Nach diesen Maßstäben verletzt die angegriffene Entscheidung den Beschwerdeführer auch\nnicht in seinem Recht aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG. Es gibt keinen Anhalt dafür,\ndass die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (vgl. BSGE 80, 9 <16 ff.>; 83,\n135 <144 f.>) europarechtliche Maßstäbe oder die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in einer entscheidungserheblichen Frage unbeachtet gelassen\nhätte.\n\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).                 5\n\n               Jaeger                Hömig                 Bryde\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 4. Oktober 2001 - 1 BvR 1418/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 4. Oktober 2001 - 1 BvR 1418/01 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20011004_1bvr141801.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011004.1bvr141801\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-04/1-bvr-1418-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 12","ref_norm":"12","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-04/1-bvr-1418-01","retrieved":"2026-07-10 10:48:25.694235+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-10-04/1-bvr-1418-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2001-10-04","dockets":["1 BvR 1418/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011004.1bvr141801","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20011004.1bvr141801"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 04.10.2001 – 1 BvR 1418/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-10-04/1-bvr-1418-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/101","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"101","label":"Art 101 GG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/12","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"12","label":"Art 12 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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