{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010914.2bvr127501","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-09-14","aktenzeichen":"2 BvR 1275/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1275/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), Landesverband Sachsen,\nvertreten durch den Landesvorsitzenden Winfried Petzold, Grüner Winkel 3, 04469\nLützschena,\n\n- Bevollmächtigter: Prof. Dr. Dr. Klaus Sojka,\n                    Garstedter Weg 173, 22455 Hamburg -\ngegen a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Dresden vom 11. Juli 2001 - 7 W\n         1041/01 -,\n\n      b) den Beschluss des Landgerichts Leipzig vom 5. Juni 2001 - 08 0 2826/01\n         -\n\nund    Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 4. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Präsidentin Limbach\n                                  und die Richter Jentsch,\n                                  Di Fabio\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 14. September 2001 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                      Gründe:\n  Der Beschwerdeführer, der Landesverband Sachsen der Nationaldemokratischen            1\nPartei Deutschlands, wendet sich im Wege der mit einem Antrag auf Erlass einer\neinstweiligen Anordnung verbundenen Verfassungsbeschwerde dagegen, dass die\nvon ihm im Zusammenhang mit der Kündigung seines Girokontos begehrte Zwangsgeldfestsetzung gegenüber einer Stadt- und Kreissparkasse (künftig: Sparkasse)\nfachgerichtlich abgelehnt worden ist.\n\n Die Voraussetzungen für die Annahme der Verfassungsbeschwerde liegen nicht vor         2\n(§ 93a Abs. 2 BVerfGG). Der Verfassungsbeschwerde kommt weder grundsätzliche\nverfassungsrechtliche Bedeutung zu noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der als\nverletzt gerügten Rechte angezeigt (vgl. BVerfGE 90, 22 <24 ff.>; 96, 245 <248 ff.>).\nDie Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Beschwerdeführer sie nicht ord-\n\n\n                                         1/4\n\nnungsgemäß begründet hat (§§ 23 Abs. 1, 92 BVerfGG).\n\n Ein Beschwerdeführer muss innerhalb der Frist des § 93 BVerfGG hinreichend              3\ndeutlich die Möglichkeit einer Verletzung seiner Grundrechte oder grundrechtsähnlichen Rechte vortragen (vgl. BVerfGE 6, 132 <134>; 20, 323 <329 f.>; 28, 18 <19>).\nDie allgemeine Erklärung, es werde Verfassungsbeschwerde erhoben, genügt der\nForm des § 92 BVerfGG nicht (vgl. BVerfGE 27, 211 <217 f.>). Der Beschwerdeführer muss vielmehr innerhalb der Beschwerdefrist (vgl. BVerfGE 81, 208 <214>) die\nGrundrechtsverletzung durch Bezeichnung des angeblich verletzten Rechts und des\ndie Verletzung enthaltenden Vorgangs substantiiert und schlüssig vortragen (vgl.\nBVerfGE 6, 132 <134>; 8, 1 <9>; 83, 162 <169 ff.>; 85, 127 <128 ff.>). Dabei hat er\nauch darzulegen, inwiefern durch die angegriffene Maßnahme das bezeichnete\nGrundrecht verletzt sein soll. Die Möglichkeit der Grundrechtsverletzung ist deutlich\nzu machen (vgl. BVerfGE 6, 132 <134>; 89, 155 <171>). Dies setzt voraus, dass der\nBeschwerdeführer sich mit den angegriffenen Entscheidungen und deren konkreter\nBegründung auseinander setzt (vgl. Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats des\nBundesverfassungsgerichts vom 18. Juni 1998 - 1 BvR 1114/98 -, NVwZ 1998, S.\n949; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts\nvom 27. April 2000 - 2 BvR 75/94 - juris-Dokumentation).\n\n  Diesen Maßstäben genügt die Beschwerdeschrift im Verfassungsbeschwerdeverfahren nicht. Der Beschwerdeführer setzt sich in der Verfassungsbeschwerde mit der\ntragenden Begründung des Oberlandesgerichts, ein Zwangsgeld könne schon deshalb nicht mehr festgesetzt werden, weil das Landgericht auf den Widerspruch der\nSparkasse hin mit Urteil vom 5. Juli 2001 die einstweilige Verfügung vom 18. April\naufgehoben habe, nicht auseinander. Dazu hätte jedoch Anlass bestanden, weil mit\nAufhebung des Vollstreckungstitels die Festsetzung der Zwangsmittel und die weitere Vollstreckung unzulässig werden (vgl. Hartmann in Baumbach/Lauterbach, ZPO,\n59. Aufl. 2001, § 888, Rn. 20).\n\n Soweit der Beschwerdeführer rügt, das Oberlandesgericht habe in der angegriffenen Entscheidung seine Rechte aus Art. 103 Abs. 1 GG verletzt, weil es Vortrag nicht\nberücksichtigt habe, ist die Verfassungsbeschwerde ebenfalls nicht ordnungsgemäß\nbegründet (§§ 23 Abs. 1, 92 BVerfGG). Was der Beschwerdeführer zur Begründung\nder sofortigen Beschwerde ausgeführt hat, ergibt sich weder aus der Akte, weil er\nden Schriftsatz nicht vorgelegt hat, noch teilt er dessen Inhalt in der Verfassungsbeschwerde mit.\n\n Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer         6\neinstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).\n\n Von einer weiteren Begründung der Entscheidung wird abgesehen (§ 93d Abs. 1             7\nSatz 3 BVerfGG).\n\n\n\n\n                                          2/4\n\nDiese Entscheidung ist unanfechtbar.                    8\n\n             Limbach               Jentsch   Di Fabio\n\n\n\n\n                                       3/4\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 4. Kammer des Zweiten Senats vom\n14. September 2001 - 2 BvR 1275/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 4. Kammer des Zweiten Senats vom 14. September 2001 - 2 BvR 1275/01 - Rn. (1 - 8), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010914_2bvr127501.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010914.2bvr127501\n\n\n\n\n                                       4/4\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-09-14/2-bvr-1275-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 92","ref_norm":"92","n":3},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93","ref_norm":"93","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-09-14/2-bvr-1275-01","retrieved":"2026-07-10 10:48:19.300633+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-09-14/2-bvr-1275-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2001-09-14","dockets":["2 BvR 1275/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010914.2bvr127501","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010914.2bvr127501"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 14.09.2001 – 2 BvR 1275/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-09-14/2-bvr-1275-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/92","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"92","label":"§ 92 BVerfGG","mentions":3},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/23","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"23","label":"§ 23 BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93","label":"§ 93 BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/103","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"103","label":"Art 103 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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