{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk20010703_2bvr103901","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010703.2bvr103901","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-07-03","aktenzeichen":"2 BvR 1039/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 1039/01 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn   E...\n\ngegen a) den Beschluss des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken vom 8.\n         Juni 2001 - 1 VAs 1/01 -,\n\n       b) die Entscheidung des Ministers der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz\n          vom 17. April 2001 - 4251 E 00-4-62 -\n\nund    Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe\n\nund    ;Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Präsidentin Limbach\n                                  und die Richter Hassemer,\n                                  Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 3. Juli 2001 einstimmig beschlossen:\n\n  1. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n  2. Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgewiesen.\n  3. Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                      Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie              1\nunzulässig ist.\n\n Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sind Entscheidungen über den Gnadenerweis von Verfassungs wegen nicht gerichtlich überprüfbar\n(BVerfGE 25, 352 <361 ff.>; 30, 108 <110 f.>; 45, 187 <242 f.>; 66, 337 <363>). Das\nGnadenrecht knüpft die Ausübung des Begnadigungsrechts nicht an bestimmte normative Voraussetzungen, sondern begründet eine dem Amte des Trägers des Begnadigungsrechts eigene Befugnis, eine Gestaltungsmacht besonderer Art. So kann\nein Gnadenakt ohne Antrag, ohne Zustimmung, ohne Billigung und sogar gegen den\nWillen des Begünstigten ergehen. Ein Recht auf einen Gnadenerweis besteht nicht.\nEin solches Recht kann daher auch nicht verletzt werden. Folgerichtig gilt die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG für Gnadenentscheidungen nicht; vielmehr\n\n\n                                          1/3\n\nschließt Art. 60 Abs. 2 GG eine gerichtliche Nachprüfbarkeit ablehnender Gnadenakte aus (BVerfGE 25, 352 <358 ff.>). Die ablehnende Entscheidung des Ministers der\nJustiz des Landes Rheinland-Pfalz kann daher auch nicht mit der Verfassungsbeschwerde angegriffen werden. Ebensowenig kommt eine Verletzung von Grundrechten oder grundrechtsgleichen Rechten des Beschwerdeführers durch die Rechtsschutz gegen die Ablehnung des Gnadenerweises versagende Entscheidung des\nOberlandesgerichts Zweibrücken in Betracht.\n\n Von einer weiter gehenden Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG         3\nabgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                4\n\n              Limbach              Hassemer              Mellinghoff\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n3. Juli 2001 - 2 BvR 1039/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 3. Juli 2001\n                - 2 BvR 1039/01 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010703_2bvr103901.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010703.2bvr103901\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/07/rk20010703_2bvr103901.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-07-03/2-bvr-1039-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 19","ref_norm":"19","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 60","ref_norm":"60","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/07/rk20010703_2bvr103901.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/07/rk20010703_2bvr103901.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-07-03/2-bvr-1039-01","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/07/rk20010703_2bvr103901.html","retrieved":"2026-07-10 10:48:01.646540+00:00"}}