{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010514.2bvr040401","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-05-14","aktenzeichen":"2 BvR 404/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 404/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn R...\n\ngegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 23. Januar 2001 -\n      Ss 420/00 (I 2) -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 die Richterin Präsidentin Limbach\n                                 und die Richter Hassemer,\n                                 Mellinghoff\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 14. Mai 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie            1\nkeine Aussicht auf Erfolg hat.\n\n Die Rüge des Beschwerdeführers, das Oberlandesgericht habe sein rechtliches           2\nGehör verletzt, indem es die - seiner Auffassung nach - willkürliche Fehlbehandlung\nvon Befangenheitsanträgen gegen den erstinstanzlich zuständigen Strafrichter und\ndie Vorenthaltung von Informationen nicht berücksichtigt habe, ist jedenfalls unbegründet.\n\n  Die Ausführungen in den Gründen des angefochtenen Beschlusses zeigen, dass           3\ndas Oberlandesgericht die verfahrensrechtliche Bedeutung der vom Beschwerdeführer erstinstanzlich gestellten Befangenheitsanträge erwogen hat. Das Oberlandesgericht hat auch nicht die grundrechtliche Tragweite des gegen den Amtsrichter erhobenen Befangenheitsvorwurfs verkannt, indem es das Ausbleiben des\nBeschwerdeführers im Hauptverhandlungstermin vor dem Amtsgericht vom 9. Juli\n1999 als unentschuldigt ansah. Zwar wäre der Beschwerdeführer durch die Entscheidung eines wegen Befangenheit ausgeschlossenen Richters in seinem Verfahrensgrundrecht aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG verletzt worden (BVerfGE 30, 165 <167>;\n63, 77 <79>). Dieser Umstand konnte jedoch nicht sein Ausbleiben im Hauptverhandlungstermin vor dem Amtsgericht im Sinne des § 412 Satz 1 StPO entschuldigen. Weder entfiel durch die wiederholten Befangenheitsanträge gegen den Strafrichter die Verpflichtung des Beschwerdeführers, zur Hauptverhandlung zu\n\n\n                                         1/3\n\nerscheinen oder sich zumindest durch einen Verteidiger vertreten zu lassen. Noch\ndurfte er von einer Terminsaufhebung infolge der Befangenheitsanträge ausgehen.\nEr konnte - wie das Oberlandesgericht zutreffend ausgeführt hat - auch nicht damit\nrechnen, sein in dem Schreiben vom 3. Juli 1999 sinngemäß enthaltener Vertagungsantrag werde noch rechtzeitig zu seiner Kenntnis beschieden werden. Vielmehr war dem Beschwerdeführer eine kurze telefonische Nachfrage beim Gericht\nauch unter Berücksichtigung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör und ein rechtsstaatlich faires Verfahren zumutbar (vgl. OLG Karlsruhe, NStE Nr. 18 zu § 329\nStPO). Seine verfahrensrechtlichen Rügen hätte er im Hauptverhandlungstermin und\nerforderlichenfalls mit den Rechtsmitteln der Berufung und Revision geltend machen\nkönnen.\n\n Von einer weitergehenden Begründung der Entscheidung wird gemäß § 93d Abs. 1        4\nSatz 2 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                5\n\n              Limbach              Hassemer              Mellinghoff\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n14. Mai 2001 - 2 BvR 404/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n                14. Mai 2001 - 2 BvR 404/01 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010514_2bvr040401.html\n\nECLI             ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010514.2bvr040401\n\n\n\n\n                                         3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-05-14/2-bvr-404-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 329","ref_norm":"329","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 412","ref_norm":"412","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-05-14/2-bvr-404-01","retrieved":"2026-07-10 10:47:42.066322+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-05-14/2-bvr-404-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2001-05-14","dockets":["2 BvR 404/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010514.2bvr040401","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010514.2bvr040401"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 14.05.2001 – 2 BvR 404/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-05-14/2-bvr-404-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/101","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"101","label":"Art 101 GG","mentions":1},{"id":"StPO/329","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"329","label":"§ 329 StPO","mentions":1},{"id":"StPO/412","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"412","label":"§ 412 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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