{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010403.1bvr046201","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2001-04-03","aktenzeichen":"1 BvR 462/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 462/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn Dr. T...\n\n- Bevollmächtigte: Sozietät Dr. Rehborn Rechtsanwälte,\n                   Kurfürstenstraße 31, 14467 Potsdam -\ngegen das Urteil des Bundessozialgerichts vom 8. November 2000 - B 6 KA 44/00\n      R-\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 die Richterin Jaeger\n                                 und die Richter Hömig,\n                                 Bryde\n\nam 3. April 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n  Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Voraussetzungen des § 93 a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde\nhat keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung. Ihre Annahme ist auch\nnicht zur Durchsetzung der von dem Beschwerdeführer als verletzt gerügten Rechte\nangezeigt. Für eine Verletzung von Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten\nist nichts ersichtlich.\n\n Die in der angegriffenen Entscheidung vorgenommene Auslegung von § 95 Abs. 10        2\nSatz 1 Nr. 3 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) in der Fassung des Art. 2\nNr. 11 des Gesetzes über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und\ndes Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, zur Änderung des Fünften Buches\nSozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 16. Juni 1998 (BGBl I S. 1311) ist mit\nArt. 12 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar.\n\n Auslegung und Anwendung der mittelbar angegriffenen Rechtsnormen sind Aufgabe der Fachgerichte. Das Bundesverfassungsgericht überprüft sie - abgesehen von\nVerstößen gegen das Willkürverbot - nur darauf, ob sie Auslegungsfehler enthalten,\ndie auf einer grundsätzlich unrichtigen Anschauung von der Bedeutung der betroffenen Grundrechte, insbesondere vom Umfang ihres Schutzbereichs, beruhen (vgl.\nBVerfGE 85, 248 <257 f.>; stRspr). Das ist der Fall, wenn die von den Fachgerichten\nvorgenommene Auslegung der Normen die Tragweite der Grundrechte nicht hinreichend berücksichtigt oder im Ergebnis zu einer unverhältnismäßigen Beschränkung\n\n\n                                        1/3\n\nder grundrechtlichen Freiheit führt (BVerfG, a.a.O., m.w.N.).\n\n  Solche Fehler enthält das angegriffene Urteil nicht. In verfassungsrechtlich nicht zu   4\nbeanstandender Weise hat das Bundessozialgericht näher konkretisiert, unter welchen Voraussetzungen eine Teilnahme im so genannten \"Zeitfenster\" vorliegt. Die\nAuslegung, wonach das Tatbestandsmerkmal nur durch zahlenmäßig relevante eigenverantwortliche Behandlungen in niedergelassener Praxis - und beispielsweise\nnicht aufgrund abhängiger Beschäftigung in psychiatrischen Institutsambulanzen\noder Krankenhäusern - erfüllt werden kann, trägt den Anforderungen an Vertrauensund Bestandsschutzregelungen im Bereich der Gewährleistung von Art. 12 Abs. 1\nGG sowie dem Gleichheitssatz gemäß Art. 3 Abs. 1 GG ausreichend Rechnung.\nAuch begegnet es keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn das Bundessozialgericht den mittelbar angegriffenen Normen den Charakter von Übergangs- und\nHärtefallregelungen beimisst, die auf Dauer nur solchen Psychotherapeuten zugute\nkommen, die schon vor Juni 1997 schwerpunktmäßig in eigener Praxis im Rahmen\nrelevanter Behandlungstätigkeit an der Versorgung von Kassenpatienten teilgenommen haben. Hierzu hat die Kammer bereits ausführlich Stellung genommen (vgl. Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom\n16. März 2000, NJW 2000, S. 1779). Auch ist die Wertung des Bundesso- zialgerichts, dass 40 Behandlungsstunden in einem Quartal nicht geeignet sind, eine Lebensgrundlage abzugeben, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).                      6\n\n                Jaeger                  Hömig                   Bryde\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n3. April 2001 - 1 BvR 462/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 3. April 2001\n                - 1 BvR 462/01 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010403_1bvr046201.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010403.1bvr046201\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-04-03/1-bvr-462-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 12","ref_norm":"12","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-04-03/1-bvr-462-01","retrieved":"2026-07-10 10:47:33.500590+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-04-03/1-bvr-462-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2001-04-03","dockets":["1 BvR 462/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010403.1bvr046201","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010403.1bvr046201"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 03.04.2001 – 1 BvR 462/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-04-03/1-bvr-462-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/12","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"12","label":"Art 12 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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