{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010322.1bvr040901","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2001-03-22","aktenzeichen":"1 BvR 409/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 409/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\nder Frau E...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr. Rudolf Eickhoff,\n                    Augustinerweg 22, 79098 Freiburg -\ngegen das Urteil des Bundessozialgerichts vom 8. November 2000 - B 6 KA 46/00\n      R-\n\nund     Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 die Richterin Jaeger\n                                 und die Richter Hömig,\n                                 Bryde\n\nam 22. März 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                     Gründe:\n  Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Voraussetzungen des § 93 a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde\nhat keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung. Ihre Annahme ist auch\nnicht zur Durchsetzung der von der Beschwerdeführerin als verletzt gerügten Rechte\nangezeigt. Für eine Verletzung von Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten\nist nichts ersichtlich.\n\n Die in der angegriffenen Entscheidung vorgenommene Auslegung von § 95 Abs. 10       2\nSatz 1 Nr. 3 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) in der Fassung des Art. 2\nNr. 11 des Gesetzes über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und\ndes Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, zur Änderung des Fünften Buches\nSozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 16. Juni 1998 (BGBl I S. 1311) sowie\nvon Art. 10 des vorgenannten Gesetzes vom 16. Juni 1998 sind mit Art. 12 Abs. 1\nGG und Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar.\n\n Auslegung und Anwendung der mittelbar angegriffenen Rechtsnormen sind Aufgabe der Fachgerichte. Das Bundesverfassungsgericht überprüft sie - abgesehen von\nVerstößen gegen das Willkürverbot - nur darauf, ob sie Auslegungsfehler enthalten,\ndie auf einer grundsätzlich unrichtigen Anschauung von der Bedeutung der betroffe-\n\n\n                                         1/3\n\nnen Grundrechte, insbesondere vom Umfang ihres Schutzbereichs, beruhen (vgl.\nBVerfGE 85, 248 <257 f.>; stRpr). Das ist der Fall, wenn die von den Fachgerichten\nvorgenommene Auslegung der Normen die Tragweite der Grundrechte nicht hinreichend berücksichtigt oder im Ergebnis zu einer unverhältnismäßigen Beschränkung\nder grundrechtlichen Freiheit führt (BVerfGE, a.a.O., m.w.N.).\n\n  Solche Fehler enthält das angegriffene Urteil nicht. In verfassungsrechtlich nicht zu   4\nbeanstandender Weise hat das Bundessozialgericht näher konkretisiert, unter welchen Voraussetzungen eine Teilnahme im so genannten \"Zeitfenster\" vorliegt. Die\nAuslegung, wonach das Tatbestandsmerkmal nur durch eigenverantwortliche Behandlungen in niedergelassener Praxis - und beispielsweise nicht aufgrund abhängiger Beschäftigung in psychiatrischen Institutsambulanzen oder Krankenhäusern - erfüllt werden kann, trägt den Anforderungen an Vertrauens- und\nBestandsschutzregelungen im Bereich der Gewährleistung von Art. 12 Abs. 1 GG sowie dem Gleichheitssatz gemäß Art. 3 Abs. 1 GG ausreichend Rechnung. Auch begegnet es keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn das Bundessozialgericht\nden mittelbar angegriffenen Normen den Charakter von Übergangs- und Härtefallregelungen beimisst, die auf Dauer nur solchen Psychotherapeuten zugute kommen,\ndie schon vor Juni 1997 schwerpunktmäßig in eigener Praxis an der Versorgung von\nKassenpatienten teilgenommen haben, oder aber auf Zeit solche Personen begünstigen, über deren Antrag auf bedarfsunabhängige Zulassung noch nicht rechtskräftig\nentschieden ist. Zu beiden Fragen hat die Kammer bereits ausführlich Stellung genommen (vgl. Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 16. März 2000, NJW 2000, S. 1779 und Beschluss vom 22. Dezember\n1999, MedR 2000, S. 192).\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).                      6\n\n                Jaeger                  Hömig                  Bryde\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n22. März 2001 - 1 BvR 409/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n                22. März 2001 - 1 BvR 409/01 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010322_1bvr040901.html\n\nECLI             ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010322.1bvr040901\n\n\n\n\n                                        3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-03-22/1-bvr-409-01","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 12","ref_norm":"12","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-03-22/1-bvr-409-01","retrieved":"2026-07-10 10:47:30.013907+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-03-22/1-bvr-409-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2001-03-22","dockets":["1 BvR 409/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010322.1bvr040901","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010322.1bvr040901"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 22.03.2001 – 1 BvR 409/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-03-22/1-bvr-409-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":2},{"id":"GG/12","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"12","label":"Art 12 GG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:47:30.013907+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}