{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010131.1bvr116196","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"2001-01-31","aktenzeichen":"1 BvR 1161/96","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 1 BVR 1161/96 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                      über\n                          die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn Sch...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Wilhelm Blümel und Koll.,\n                   Bayerstraße 13, 80335 München -\ngegen a) das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 23. April\n         1996 - II-45/96 2 Ss 74/95 -,\n\n      b) das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 20. März 1995 - 709 Ns 67/94\n         -,\n\n      c) das Urteil des Amtsgerichts Hamburg vom 13. Januar 1994 - 146-522/93,\n         146 Ds/141 Js 189/93 -\n\nhat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 den Vizepräsidenten Papier\n                                 und die Richter Steiner,\n                                 Hoffmann-Riem\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 31. Januar 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n  Der Beschwerdeführer wendet sich mit seiner Verfassungsbeschwerde gegen eine        1\nstrafgerichtliche Verurteilung wegen Beleidigung des Zeugen W. im Zusammenhang\nmit der Verbreitung der von der Scientology Church herausgegebenen \"Dokumentation der Hetzkampagne gegen die Scientology-Gemeinschaft\" mit dem Titel \"Hass und\nPropaganda - Sanktioniert und betrieben von Medien und Behörden\". Er rügt die Verletzung seines Grundrechts auf freie Meinungsäußerung.\n\n Die Voraussetzungen für die Annahme der Verfassungsbeschwerde gemäß § 93 a           2\nAbs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Ihr kommt weder grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu, noch ist die Annahme zur Durchsetzung des als verletzt gerügten\nGrundrechts angezeigt, da eine grundsätzliche Verkennung des Grundrechts der\nMeinungsfreiheit nicht festgestellt werden kann. Die Gerichte haben zum einen die\nvon ihnen angenommene Deutung der fraglichen Äußerungen unter Einbeziehung\ndes Gesamtkontextes der Broschüre verfassungsrechtlich tragfähig begründet. Zum\nanderen haben sie sich auch im Rahmen der Abwägung des Grundrechts des Be-\n\n                                        1/3\n\nschwerdeführers auf Meinungsfreiheit auf der einen und des Grundrechts des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Zeugen auf der anderen Seite ausführlich und\nsehr sorgfältig mit sämtlichen Abwägungsaspekten auseinander gesetzt. Hierbei haben sie sowohl dem Umstand Rechnung getragen, dass es sich bei dem Streit um\neine die Öffentlichkeit wesentlich berührende Frage handelte, als auch die Tatsache berücksichtigt, dass dem Beschwerdeführer wegen vorangegangener Angriffe\nauf die Scientology Church grundsätzlich ein Recht auf Gegenschlag zustand. Dass\ndie Gerichte gleichwohl dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Zeugen den Vorrang einräumen konnten, beruht auf der besonders gravierenden Ehrverletzung des\nZeugen, der mit Personen, die publizistisch die Judenverfolgung diffamierend und\nhetzend vorbereitend betrieben haben, gleichgestellt worden ist.\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93 b Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                               4\n\n               Papier                Steiner          Hoffmann-Riem\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n31. Januar 2001 - 1 BvR 1161/96\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 31. Januar 2001 - 1 BvR 1161/96 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20010131_1bvr116196.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010131.1bvr116196\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-01-31/1-bvr-1161-96","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93b","ref_norm":"93b","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-01-31/1-bvr-1161-96","retrieved":"2026-07-10 10:47:15.138103+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-01-31/1-bvr-1161-96","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"2001-01-31","dockets":["1 BvR 1161/96"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010131.1bvr116196","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010131.1bvr116196"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 31.01.2001 – 1 BvR 1161/96","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-01-31/1-bvr-1161-96","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93b","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93b","label":"§ 93b BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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