{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:qk20011122.2bvq004601","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2001-11-22","aktenzeichen":"2 BvQ 46/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVQ 46/01 -\n\n                                In dem Verfahren\n                                 über den Antrag\ndes Herrn   L...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Harald Martin,\n                     Thujaweg 1, 76149 Karlsruhe -\nim Wege der e i n s t w e i l i g e n A n o r d n u n g\nden Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 23. Oktober 2001 - 1 Ws\n1269, 1270/01 - sowie die Beschlüsse des Landgerichts Bad Kreuznach vom 4.,\n17., und 26. September 2001 aufzuheben, die Terminsbestimmung für die Berufungshauptverhandlung am 26. und 28. November 2001 aufzuheben oder hilfsweise\ndas Landgericht Bad Kreuznach zu verpflichten, mit dem Wahlverteidiger des Antragstellers einen neuen Termin abzusprechen\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                 die Richterin Präsidentin Limbach\n                                 und die Richter Hassemer,\n                                 Mellinghoff\n\ngemäß § 32 Abs. 1 in Verbindung mit § 93d Abs. 2 BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 22. November 2001 einstimmig beschlossen:\n\nDer Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.\n\n                                     Gründe:\n Die einstweilige Anordnung kann nicht ergehen.                                       1\n\n Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht im Streitfall einen       2\nZustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr\nschwerer Nachteile oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl\ndringend geboten ist. Wegen ihrer Funktion, die Wirkung und Bedeutung einer noch\nzu erwartenden Entscheidung in der Hauptsache zu sichern, ist für ihren Erlass dann\nkein Raum, wenn eine – noch zu erhebende – Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen würde.\n\n So liegt es hier. Eine Annahme der gegen die Ablehnung der Verlegung des Hauptverhandlungstermins gerichteten Verfassungsbeschwerde käme nicht in Betracht.\nSie wäre unzulässig. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts können Zwischenentscheidungen, zu denen auch Terminsladungen zählen,\ngrundsätzlich nicht mit der Verfassungsbeschwerde angegriffen werden (vgl.\nBVerfGE 78, 58 <67 f.>; 101, 106 <120>). Ausnahmen von diesem Grundsatz gelten\nnur in Fällen, in denen ein dringendes schutzwürdiges Interesse daran besteht, dass\n\n                                        1/3\n\nüber die Verfassungsmäßigkeit der Zwischenentscheidung sofort und nicht erst in\nVerbindung mit der Überprüfung der Endentscheidung erkannt wird, weil bereits die\nZwischenentscheidung einen bleibenden rechtlichen Nachteil für den Betroffenen zur\nFolge hat, der sich später nicht mehr oder nicht mehr vollständig beheben lässt (vgl.\nBVerfGE 51, 324 <342 ff.>).\n\n  Diese Voraussetzungen liegen hier nicht vor. Der Antragsteller wird im Rahmen der     4\nHauptverhandlung Gelegenheit haben, wegen Verhinderung seines Wahlverteidigers\ngemäß § 265 Abs. 4 StPO die Aussetzung der Hauptverhandlung zu beantragen. Im\nFalle fehlerhafter Ablehnung dieses Antrags wird er eine mögliche Beeinträchtigung\nseines Rechts, sich durch einen Verteidiger seines Vertrauens vertreten zu lassen,\ndurch Erhebung einer auf die Verletzung von §§ 265 Abs. 4, 338 Nr. 8 StPO gestützten Verfahrensrüge geltend machen können. Damit wäre der behauptete Grundrechtsverstoß im fachgerichtlichen Verfahren beseitigt, ohne dass ein Nachteil für\nden Antragsteller bestehen bliebe. Bei dieser Sachlage muss es beim Grundsatz der\nSubsidiarität der Verfassungsbeschwerde (vgl. § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) bleiben.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                   5\n\n               Limbach               Hassemer              Mellinghoff\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n22. November 2001 - 2 BvQ 46/01\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 22. November 2001 - 2 BvQ 46/01 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                qk20011122_2bvq004601.html\n\nECLI           ECLI:DE:BVerfG:2001:qk20011122.2bvq004601\n\n\n\n\n                                     3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-11-22/2-bvq-46-01","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 265","ref_norm":"265","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 90","ref_norm":"90","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-11-22/2-bvq-46-01","retrieved":"2026-07-10 10:48:39.589240+00:00"},"card":{"id":"bverfg/2001-11-22/2-bvq-46-01","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"2001-11-22","dockets":["2 BvQ 46/01"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:qk20011122.2bvq004601","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2001:qk20011122.2bvq004601"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 22.11.2001 – 2 BvQ 46/01","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2001-11-22/2-bvq-46-01","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/265","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"265","label":"§ 265 StPO","mentions":2},{"id":"BVerfGG/32","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"32","label":"§ 32 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/90","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"90","label":"§ 90 BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1},{"id":"StPO/338","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"338","label":"§ 338 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T10:48:39.589240+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}