{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk20000927_2bvr068700","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:2000:rk20000927.2bvr068700","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"2000-09-27","aktenzeichen":"2 BvR 687/00","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERFASSUNGSGERICHT\n- 2 BVR 687/00 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder K...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Dr. Klaus Wasserburg und Koll.,\n                   Adam-Karrillon-Straße 23, Mainz -\ngegen a) den Beschluss des Landgerichts Mainz vom 8. Mai 2000 und vom 8.\n         März 2000 - 1 Qs 57/00 -,\n\n       b) den Beschluss des Amtsgerichts Mainz vom 11. Januar 2000 - 56 Gs\n          128/00 -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch\n                                  die Richterin Präsidentin Limbach\n                                  und die Richter Hassemer,\n                                  Di Fabio\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 27. September 2000 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen; sie hat keine Aussicht auf Erfolg.\n\n 1. Im Hinblick auf die Rüge der Verletzung materieller Grundrechte, insbesondere       2\ndes Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, fehlt der Beschwerdeführerin, einer Kassenärztlichen Vereinigung, die Grundrechtsfähigkeit. Die materiellen Grundrechte und\nder zu ihrer Verteidigung geschaffene Rechtsbehelf der Verfassungsbeschwerde\nsind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auf juristische\nPersonen des öffentlichen Rechts, soweit sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen,\ngrundsätzlich nicht anwendbar (BVerfGE 62, 354 <369>; 75, 192 <196>). Mit ihrer\nVerfassungsbeschwerde beruft sich die Beschwerdeführerin aber gerade auf die ihr\ngesetzlich zugewiesenen und gesetzlich geregelten öffentlichen Aufgaben. Indem sie\neine Verletzung des Grundsatzes des Vorrangs der Amtshilfe rügt, hebt sie auf ihre\nStellung als zur Amtshilfe verpflichtete Behörde ab und versucht auf diese Weise, die\nZuständigkeitsordnung im Verhältnis von Behörden untereinander zum Gegenstand\neiner Verfassungsbeschwerde zu machen. Dafür kann die Verfassungsbeschwerde\nals der spezifische Rechtsbehelf des Bürgers gegen den Staat jedoch nicht genutzt\n\n\n                                         1/3\n\nwerden (BVerfGE 68, 193 <206>).\n\n 2. Grundrechte Dritter, insbesondere der in ihr zusammengeschlossenen Ärzte,        3\nkann die Beschwerdeführerin nicht geltend machen. Dass sie mittelbar auch die Verwirklichung dieser Grundrechte fördert, macht sie nicht zum grundrechtsgeschützten\nSachwalter der einzelnen Ärzte (Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats des\nBundesverfassungsgerichts vom 20. September 1995 - 1 BvR 597/95 -, NJW 1996,\nS. 1588).\n\n 3. Die von der Verfassung gewährleisteten Justiz- oder Verfahrensrechte, auf die    4\nsich auch juristische Personen des öffentlichen Rechts berufen können und zu denen\nneben den Rechten aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 und Art. 103 Abs. 1 GG (BVerfGE 61,\n82 <104>) möglicherweise auch das Recht auf effektiven Rechtsschutz aus Art. 19\nAbs. 4 Satz 1 GG zählt (ausdrücklich offen gelassen von BVerfGE 61, 82 <109>),\nsind nicht verletzt.\n\n Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                6\n\n              Limbach              Hassemer               Di Fabio\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n27. September 2000 - 2 BvR 687/00\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 27. September 2000 - 2 BvR 687/00 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                rk20000927_2bvr068700.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:2000:rk20000927.2bvr068700\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/09/rk20000927_2bvr068700.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2000-09-27/2-bvr-687-00","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 19","ref_norm":"19","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/09/rk20000927_2bvr068700.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/09/rk20000927_2bvr068700.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/2000-09-27/2-bvr-687-00","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/09/rk20000927_2bvr068700.html","retrieved":"2026-07-10 10:46:41.969210+00:00"}}