{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk19990920_1bvr136299","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990920.1bvr136299","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"1999-09-20","aktenzeichen":"1 BvR 1362/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 1 BVR 1362/99 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder Frau S...\n\n- Bevollmächtigte: Prof. Dr. Dagmar Felix,\n                   Ahornweg 16, Salzweg -\ngegen § 1836 a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) in Verbindung mit § 1 des\n      Gesetzes über die Vergütung von Berufsvormündern (Berufsvormündervergütungsgesetz - BVormVG) vom 25. Juni 1998 (BGBl I S. 1586) und\n      § 1908 k des Bürgerlichen Gesetzbuchs\n\nund Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den\n                                 Richter Kühling,\n                                 die Richterin Jaeger\n                                 und den Richter Steiner\n\nam 20. September 1999 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                     Gründe:\n  Die Beschwerdeführerin wendet sich unmittelbar gegen § 1836 a des Bürgerlichen       1\nGesetzbuchs (BGB) in Verbindung mit § 1 des Gesetzes über die Vergütung von Berufsvormündern (Berufsvormündervergütungsgesetz - BVormVG) vom 25. Juni 1998\n(BGBl I S. 1586) sowie § 1908 k BGB, die die Vergütung des Berufsvormundes und\nBerufsbetreuers sowie Mitteilungspflichten des Berufsbetreuers gegenüber der Betreuungsbehörde regeln.\n\n  Die Voraussetzungen für die Annahme der Verfassungsbeschwerde nach § 93 a            2\nAbs. 2 BVerfGG liegen nicht vor, da die Verfassungsbeschwerde unzulässig ist. Ihr\nsteht der Grundsatz der Subsidiarität entgegen. Setzt die Durchführung der angegriffenen Vorschriften rechtsnotwendig oder auch nur nach der tatsächlichen Praxis einen besonderen Vollziehungsakt voraus, so muss der Beschwerdeführer grundsätzlich zunächst diesen Akt angreifen und den gegen ihn gegebenen Rechtsweg\nerschöpfen, bevor er die Verfassungsbeschwerde erhebt (vgl. BVerfGE 71, 25\n<34 f.>). Der in § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG zum Ausdruck gekommene und dieser\nVorschrift zugrunde liegende Gedanke der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde\nist auch dann von Bedeutung, wenn der Verwaltung ein Entscheidungsspielraum\n\n\n                                         1/3\n\nfehlt (BVerfG, a.a.O., S. 35). Dies muss auch bei einer gerichtlichen Entscheidung\ngelten. Es entspricht dem Grundsatz der Subsidiarität, dass zunächst die für das jeweilige Rechtsgebiet zuständigen Fachgerichte eine Klärung insbesondere darüber\nherbeiführen, ob und in welchem Ausmaß der Bürger durch die beanstandete Regelung konkret in seinen Rechten betroffen und ob sie mit der Verfassung vereinbar\nist (vgl. BVerfG, a.a.O., S. 35; stRspr). Erreicht werden soll, dass das Bundesverfassungsgericht nicht auf ungesicherter Tatsachen- und Rechtsgrundlage weitreichende\nEntscheidungen trifft. Bei der Rechtsanwendung durch die sachnäheren Fachgerichte können - aufgrund besonderen Sachverstands - möglicherweise für die verfassungsrechtliche Prüfung erhebliche Tatsachen zutage gefördert werden (BVerfGE\n79, 1 <20>). So bedürfen hier wenigstens die Fragen nach der Angemessenheit\nder Vergütung sowie nach der Durchsetzbarkeit der Auskunftspflicht fachgerichtlicher\nKlärung.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                    3\n\n               Kühling                Jaeger                 Steiner\n\n\n\n\n                                          2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n20. September 1999 - 1 BvR 1362/99\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 20. September 1999 - 1 BvR 1362/99 - Rn. (1 - 3), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19990920_1bvr136299.html\n\nECLI           ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990920.1bvr136299\n\n\n\n\n                                     3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/09/rk19990920_1bvr136299.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-09-20/1-bvr-1362-99","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 90","ref_norm":"90","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/09/rk19990920_1bvr136299.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/09/rk19990920_1bvr136299.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-09-20/1-bvr-1362-99","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/09/rk19990920_1bvr136299.html","retrieved":"2026-07-10 10:44:33.175642+00:00"}}