{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk19990813_2bvr146199","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990813.2bvr146199","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1999-08-13","aktenzeichen":"2 BvR 1461/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVR 1461/99 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\nder Wählergruppe E...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Reinhard Staab und\n                   Koll., Viktoriastraße 41 A, Essen -\n  gegen die Beibehaltung des Kommunalwahltermins im Land\n        Nordrhein-Westfalen\n\nund    Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\nRichterin\n                                 Präsidentin Limbach\n                                 und die Richter Sommer,\n                                 Jentsch\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)\nam 13. August 1999 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\nDamit erledigt sich der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung.\n\n                                     Gründe:\n Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Beibehaltung des Termins für die       1\nKommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen.\n\n Die Verfassungsbeschwerde wird gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie unzulässig ist und damit keine hinreichende Aussicht auf\nErfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 <25 f.>).\n\n 1. Entscheidungen und Maßnahmen, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren         3\nbeziehen, stellen keine mit der Verfassungsbeschwerde anfechtbaren Hoheitsakte\ndar. Solche Entscheidungen können vielmehr nur mit den in den Wahlvorschriften\nvorgesehenen Rechtsbehelfen und im Wahlprüfungsverfahren angefochten werden.\nDiese Erwägungen treffen auch auf die Festlegung des Wahltags zu (vgl. Beschluß\nder 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 14. April\n1994, NVwZ 1994, S. 893 <894>).\n\n 2. Unabhängig hiervon scheidet bei Wahlen zu Volksvertretungen in den Ländern       4\nim Verfahren der Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht ein\n\n\n                                        1/3\n\nRückgriff auf Art. 3 Abs. 1 GG aus. Das Recht, die Beachtung der Grundsätze allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahlen im Wege der Verfassungsbeschwerde einzufordern, besteht nur bei politischen Wahlen auf Bundesebene (vgl. Beschluß des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 16.\nJuli 1998 - 2 BvR 1953/95 -, NJW 1999, S. 43 ff., demnächst BVerfGE 99, 1). Die\nBeschwerdeführerin kann sich daher im Hinblick auf die gerügte Verletzung des\nGrundsatzes der Gleichheit der Wahl, der sich auch auf die Wahlvorbereitung (vgl.\nBVerfGE 8, 51 <64 f.>; 69, 92 <106>) und die Wahlwerbung (vgl. BVerfGE 42, 133\n<138>) bezieht, nicht auf den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG berufen.\n\n Die Regelung des Art. 21 Abs. 1 GG, die nur Parteien im Sinne des § 2 Parteiengesetz und damit keine kommunalen Wählervereinigungen erfaßt (vgl. BVerfGE 24,\n260 <263>; 91, 262 <267>), vermittelt der Beschwerdeführerin ebenfalls keine mit\nder Verfassungsbeschwerde rügefähige subjektive Rechtsposition.\n\n 3. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung erledigt         6\nsich der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                7\n\n              Limbach               Sommer                 Jentsch                   8\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n13. August 1999 - 2 BvR 1461/99\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 13. August 1999 - 2 BvR 1461/99 - Rn. (1 - 8), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19990813_2bvr146199.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990813.2bvr146199\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/08/rk19990813_2bvr146199.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-08-13/2-bvr-1461-99","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 21","ref_norm":"21","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/08/rk19990813_2bvr146199.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/08/rk19990813_2bvr146199.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-08-13/2-bvr-1461-99","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/08/rk19990813_2bvr146199.html","retrieved":"2026-07-10 10:44:23.528089+00:00"}}