{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk19990720_1bvr166898","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990720.1bvr166898","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"1999-07-20","aktenzeichen":"1 BvR 1668/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 1 BVR 1668/98 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn H...\n\n    gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts\n          vom 30. Juni 1998 - BVerwG 3 C 39.97 -\n\nhat die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den\n                                  Richter Kühling,\n                                  die Richterin Jaeger\n                                  und den Richter Steiner\n\nam 20. Juli 1999 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n\n                                          I.\n  Der Beschwerdeführer war 1941 zum Regierungsinspektor ernannt, wurde aber               1\nnach Kriegsende nicht in den Staatsdienst der DDR übernommen. Der von ihm erhobene Anspruch auf Rehabilitierung wurde zurückgewiesen. Seine Klage blieb in allen\nInstanzen erfolglos.\n\n                                          II.\n  Das Bundesverfassungsgericht muß Verfassungsbeschwerden erst zur Entscheidung annehmen, bevor es sich in der Sache mit ihnen befaßt. Angenommen werden\nmuß eine Verfassungsbeschwerde immer dann, wenn ihr grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zukommt. Anderenfalls nimmt das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden nur an, wenn eine besonders schwerwiegende\nGrundrechtsverletzung geltend gemacht wird oder wenn mit der Verfassungsbeschwerde ein Nachteil abgewendet werden soll, der den Beschwerdeführer in existentieller Weise betrifft. Ist aber von Anfang an abzusehen, daß eine Abhilfe letztlich\nnicht möglich ist, weil die Verfassungsbeschwerde keinen Erfolg haben kann, so unterbleibt die Annahme (§ 93 a BVerfGG).\n\n Hier liegen Annahmegründe nicht vor. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach           3\nentschieden, daß der Gesetzgeber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wie auch\nnach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten bei dem Bemühen, von einem\nanderen Staat zu verantwortendes Unrecht wiedergutzumachen, einen weiten Gestaltungsspielraum hat (BVerfGE 13, 39 <43>; 84, 90 <125 f.>; 94, 315 <326>). Die\n\n\n                                          1/3\n\ndem Beruflichen Rehabilitierungsgesetz vom 23. Juni 1994 (BGBl I S. 1311, 1314 -\nBekanntmachung der Neufassung am 1. Juli 1997 <BGBl I S. 1625>) zugrunde liegende Entscheidung, nur gravierende Fälle individuellen Unrechts zu entschädigen,\nnicht aber die beruflichen Benachteiligungen, die systemimmanent mehr oder weniger allgemeines Schicksal der DDR-Bürger waren, hält sich im Rahmen dieses Spielraums.\n\n Im übrigen wird von einer Begründung abgesehen (§ 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG).     4\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                               5\n\n\n              Kühling               Jaeger                Steiner\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom\n20. Juli 1999 - 1 BvR 1668/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 20. Juli 1999\n                - 1 BvR 1668/98 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19990720_1bvr166898.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990720.1bvr166898\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/07/rk19990720_1bvr166898.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-07-20/1-bvr-1668-98","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/07/rk19990720_1bvr166898.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/07/rk19990720_1bvr166898.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-07-20/1-bvr-1668-98","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1999/07/rk19990720_1bvr166898.html","retrieved":"2026-07-10 10:44:15.519430+00:00"}}