{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990428.1bvr075297","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"1999-04-28","aktenzeichen":"1 BvR 752/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 1 BVR 752/97 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn F...\n\n-\n     gegen a) den Beschluß des Bundesgerichtshofs\n              vom 6. März 1997 - IX ZB 124/96 -,\n\n            b) das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz\n               vom 18. Juli 1996 - 5 U (WG) 21/96 -\n\nhat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den\n                                 Vizepräsidenten Papier\n                                 und die Richter Grimm,\n                                 Hömig\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 28. April 1999 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                     Gründe:\n Die Voraussetzungen für eine Annahme der Verfassungsbeschwerde gemäß § 93 a           1\nAbs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Der Verfassungsbeschwerde kommt weder grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der als verletzt gerügten Grundrechte angezeigt (vgl. BVerfGE 90, 22 <24 ff.>).\n\n Die der Rentenkürzung des Beschwerdeführers zugrundeliegenden Vorschriften            2\ndes § 31 Abs. 4 BEG in Verbindung mit § 15 Abs. 3 der 2. DV-BEG begegnen keinen\nverfassungsrechtlichen Bedenken. Insbesondere verstößt es nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG), daß der Gesetzgeber bei der Bemessung\ndes Hundertsatzes zur Berechnung der Gesundheitschadenrente die (rentenmindernde) Berücksichtigung von eigenem Arbeitsverdienst und eigenen Dienstbezügen\ndavon abhängig gemacht hat, ob die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zumutbar oder\nunzumutbar war (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 und 3 der 2. DV-BEG), während sonstige Versorgungsbezüge in jedem Fall zu berücksichtigen sind, unabhängig davon, ob diese ihrerseits auf einer zumutbaren oder unzumutbaren Tätigkeit beruhen (§ 15 Abs. 3 Nr.\n8 der 2. DV-BEG). In der darin liegenden Differenzierung liegt keine Benachteiligung\neiner Personengruppe.\n\n\n\n\n                                         1/3\n\n Im übrigen findet die Verschiedenbehandlung von Arbeitsverdienst und Versorgungsbezügen ihre Rechtfertigung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darin, daß es gerade in Wiedergutmachungsverfahren oftmals schwierig, wenn\nnicht gar praktisch unmöglich ist, die Versorgungsbezüge danach aufzuteilen, ob diese auf einer zumutbaren oder unzumutbaren Berufstätigkeit beruhen (vgl. BGH, RzW\n1979, S. 134 <136>). Diese Erwägung rechtfertigt etwaige Ungleichheiten, die von\nder Differenzierung zwischen Arbeitsverdienst und Versorgungsbezügen ausgehen\nmögen, zumal der Bundesgerichtshof stets betont hat, daß die Berücksichtigung der\nVersorgungsbezüge nur dann zu einer Kürzung der Rente führen darf, wenn dies\nnach den gesamten persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Verfolgten\ngerechtfertigt ist. Ferner haben die Entschädigungsbehörden und Fachgerichte bei\nder rentenmindernden Anrechnung von Versorgungsbezügen den sogenannten\n75%-Grundsatz zu beachten, wonach die Rente insgesamt nicht weniger als drei\nViertel des letzten Gesamteinkommens des Verfolgten betragen darf (vgl. BGH, RzW\n1979, S. 134 <136 f.>). Durch diese Vorgaben des Bundesgerichtshofs ist sichergestellt, daß die gesetzliche Regelung nicht zu einer im Einzelfall unverhältnismäßigen\nSchlechterstellung des Betroffenen führt.\n\n Ebensowenig ist es ersichtlich, daß die angegriffenen Entscheidungen Art. 1 Abs. 1     4\noder Art. 14 Abs. 1 GG verletzen. Von einer weiteren Begründung wird insoweit abgesehen (§ 93 d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG).\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                   5\n\n               Papier                Grimm                   Hömig\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n28. April 1999 - 1 BvR 752/97\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n                28. April 1999 - 1 BvR 752/97 - Rn. (1 - 5), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19990428_1bvr075297.html\n\nECLI             ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990428.1bvr075297\n\n\n\n\n                                         3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-04-28/1-bvr-752-97","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"BEG","ref":"§ 31","ref_norm":"31","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-04-28/1-bvr-752-97","retrieved":"2026-07-10 10:43:58.063217+00:00"},"card":{"id":"bverfg/1999-04-28/1-bvr-752-97","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"1999-04-28","dockets":["1 BvR 752/97"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990428.1bvr075297","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1999:rk19990428.1bvr075297"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 28.04.1999 – 1 BvR 752/97","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1999-04-28/1-bvr-752-97","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":1},{"id":"GG/14","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"14","label":"Art 14 GG","mentions":1},{"id":"BEG/31","law":"BEG","abbreviation":"BEG","ref":"31","label":"§ 31 BEG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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