{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19981014.2bvr058898","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1998-10-14","aktenzeichen":"2 BvR 588/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVR 588/98 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn J. F. C. ,\n\n- Bevollmächtigte:\nRechtsanwälte Peter Rottner und Kollege, Kernstraße 5, Nürnberg -\n  gegen den Beschluß des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs\n        vom 26. Februar 1998 - 4 ZB 98.73 -\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\nRichterin\n                                  Präsidentin Limbach,\n                                  die Richterin Graßhof\n                                  und den Richter Kirchhof\n\ngemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)\nam 14. Oktober 1998 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n  Die zulässige Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.           1\nIhre Annahme ist nicht zur Durchsetzung der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genannten\nRechte angezeigt, da die Verfassungsbeschwerde unbegründet ist. Die maßgeblichen Fragen sind durch die verfassungsgerichtliche Rechtsprechung geklärt, so daß\nihr auch keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zukommt.\n\n  Das Absehen von einer Vorlage an den Europäischen Gerichtshof gemäß Art. 177          2\nAbs. 3 EGV stellt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts in Fällen, in denen zu einer entscheidungserheblichen Frage des Gemeinschaftsrechts Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs noch nicht vorliegt,\nnur dann einen Verstoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG dar, wenn das letztinstanzliche Hauptsachegericht den ihm in solchen Fällen zukommenden Beurteilungsrahmen in unvertretbarer Weise überschritten hat. Dies ist insbesondere dann der Fall,\nwenn mögliche Gegenauffassungen zu der entscheidungserheblichen Frage des Gemeinschaftsrechts gegenüber der vom Gericht vertretenen Meinung eindeutig vorzuziehen sind (vgl. BVerfGE 82, 159 <194 ff.>).\n\n Danach ist hier das Recht auf den gesetzlichen Richter nicht verletzt. Es gibt keine   3\nvernünftigen Zweifel an der Richtigkeit der fachgerichtlichen Auslegung der in Rede\n\n\n                                         1/3\n\nstehenden gemeinschaftsrechtlichen Fragen. Das gilt sowohl für das Verständnis der\nRichtlinie 94/80/EG des Rates vom 19. Dezember 1994, daß die Wahl eines Unionsbürgers zum Bürgermeister ausschließbar ist, als auch dafür, daß die so verstandene\nRichtlinie von Art. 8 b EGV gedeckt ist (vgl. dazu Haag, in: Groeben/Thiesing/Ehlermann, Kommentar zum EU-/EG-Vertrag, 5. Aufl., 1997, Art. 8 b Rn. 9 und Fn. 31\nm.w.N.; Hilf, in: Grabitz/Hilf, Kommentar zur Europäischen Union, Stand: Mai 1998,\nArt. 8 b EGV Rn. 16).\n\n  Soweit sich der Beschwerdeführer auf einen Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG beruft,    4\nsteht ihm ein mit der Verfassungsbeschwerde rügefähiges Recht gemäß Art. 93 Abs.\n1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG nicht zur Seite. Der Grundsatz der gleichen Wahl\nist bei Wahlen zu den Volksvertretungen in den Ländern vom Grundgesetz nicht subjektivrechtlich gewährleistet (vgl. Beschluß des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 16. Juli 1998 - 2 BvR 1953/95 -, Umdruck S. 11 ff.). Im Anwendungsbereich des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 GG scheidet ein Rückgriff auf den\nallgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG aus. Die Länder gewährleisten den\nsubjektiven Schutz des Wahlrechts bei politischen Wahlen in ihrem Verfassungsraum\nabschließend.\n\n Im übrigen wird von einer Begründung abgesehen.                                       5\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                  6\n\n              Limbach                Graßhof                Kirchhof\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n14. Oktober 1998 - 2 BvR 588/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 14. Oktober 1998 - 2 BvR 588/98 - Rn. (1 - 6), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19981014_2bvr058898.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19981014.2bvr058898\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-10-14/2-bvr-588-98","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 90","ref_norm":"90","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 28","ref_norm":"28","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 93","ref_norm":"93","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-10-14/2-bvr-588-98","retrieved":"2026-07-10 10:43:08.079824+00:00"},"card":{"id":"bverfg/1998-10-14/2-bvr-588-98","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"1998-10-14","dockets":["2 BvR 588/98"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19981014.2bvr058898","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19981014.2bvr058898"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 14.10.1998 – 2 BvR 588/98","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-10-14/2-bvr-588-98","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/90","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"90","label":"§ 90 BVerfGG","mentions":2},{"id":"GG/3","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"3","label":"Art 3 GG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":1},{"id":"GG/28","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"28","label":"Art 28 GG","mentions":1},{"id":"GG/101","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"101","label":"Art 101 GG","mentions":1},{"id":"GG/93","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"93","label":"Art 93 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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