{"status":"available","doknr":"BVERFG-rk19980930_1bvr113498","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980930.1bvr113498","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"1998-09-30","aktenzeichen":"1 BvR 1134/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 1 BVR 1134/98 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\n  1. der Frau W...,\n  2. des Herrn W...\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Thomas Eisenhardt und Partner,\n                   Humboldtstraße 94, Frankfurt am Main -\n   gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main\n         vom 12. Mai 1998 - 2/11 S 425/97 -\n\nhat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den\n                                  Vizepräsidenten Papier,\n                                  die Richterin Haas\n                                  und den Richter Steiner\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)\nam 30. September 1998 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n Die Auslegung und Anwendung einfachen Rechts ist Sache der Fachgerichte (vgl.            1\nBVerfGE 18, 85 <92>). Das Bundesverfassungsgericht kann nur dann korrigierend\neingreifen, wenn die angegriffene Entscheidung Bedeutung und Tragweite der\nGrundrechte oder grundrechtsgleichen Rechte grundlegend verkennt oder die\nRechtsauffassung des Gerichts willkürlich ist. Dafür ist vorliegend nichts ersichtlich.\n\n  Insbesondere ist vorliegend nichts dargetan, aber auch nichts ersichtlich, weshalb      2\nes von Verfassungs wegen zu beanstanden sein sollte, wenn das Gericht in Würdigung des von ihm auf der Grundlage der eidesstattlichen Versicherung der Beschwerdeführer getroffenen Feststellungen zum Sachverhalt zu der Auffassung gelangt, die von den Beschwerdeführern gemietete Wohnung sei ein Objekt, das einem\nspeziellen Segment des Wohnungsmarktes zuzuordnen sei und deshalb dem allgemeinen Wohnungsmarkt nicht mehr zugehöre. Auf der Grundlage der herrschenden\nMeinung, wonach § 5 WiStG dem Zweck dient, der preistreiberischen Ausnutzung\nder örtlich nicht ausgeglichenen Wohnungsmarktlage durch überhöhte Entgelte zu\nLasten breiter Bevölkerungsschichten entgegenzuwirken (vgl. etwa Sternel, Mietrecht Aktuell, 3. Auflage, Rn. 712), geht das Gericht in der angegriffenen Entscheidung davon aus, daß Ausnutzen im Sinne der Definition des unangemessen hohen\n\n\n                                          1/3\n\nEntgelts nach § 5 Abs. 2 Satz 1 WiStG objektiv voraussetzt, daß die konkrete Mietpreisbildung auf einer allgemein unausgeglichenen Marktlage für Wohnraum beruht.\nWenn danach nach der Auffassung des Gerichts ein unangemessenes Entgelt im\nvorliegenden Fall deshalb nicht gefordert worden ist, weil es an dem definitionsgemäß zu fordernden Ausnutzen der auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt bestehenden Lage gefehlt hat, so ist dies jedenfalls auch im Blick auf Sinn und Zweck des\nGesetzes vertretbar, keinesfalls aber willkürlich.\n\n Von einer Begründung im übrigen wird abgesehen (§ 93 d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).       3\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                 4\n\n               Papier               Haas                  Steiner\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom\n30. September 1998 - 1 BvR 1134/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 30. September 1998 - 1 BvR 1134/98 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19980930_1bvr113498.html\n\nECLI           ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980930.1bvr113498\n\n\n\n\n                                     3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/09/rk19980930_1bvr113498.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-09-30/1-bvr-1134-98","cited_norms":[{"jurabk":"WiStrG 1954","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/09/rk19980930_1bvr113498.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/09/rk19980930_1bvr113498.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-09-30/1-bvr-1134-98","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/09/rk19980930_1bvr113498.html","retrieved":"2026-07-10 10:43:04.912170+00:00"}}