{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980723.1bvr241997","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Ersten Senats","decided":"1998-07-23","aktenzeichen":"1 BvR 2419/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 1 BVR 2419/97 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn E...\n\n-\n     gegen das Urteil des Amtsgerichts Sonneberg\n           vom 27. November 1997 - 3 C 438/97 -\n\nhat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den\n                                  Vizepräsidenten Papier\n                                  und die Richter Grimm,\n                                  Hömig\n\ngemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 23. Juli 1998 einstimmig beschlossen:\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.\n\n                                      Gründe:\n  Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen. Die Annahmevoraussetzungen des § 93 a BVerfGG liegen nicht vor, da die Verfassungsbeschwerde bereits unzulässig ist. Ihr steht der Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde        entgegen.     Der     Grundsatz    der    Subsidiarität     der\nVerfassungsbeschwerde gebietet es, daß ein Beschwerdeführer über die Erschöpfung des Rechtswegs im engeren Sinne hinaus die ihm zur Verfügung stehenden\nMöglichkeiten ergreift, um eine Korrektur der geltend gemachten Verfassungsverletzung zu erwirken oder eine Grundrechtsverletzung zu verhindern (BVerfGE 78, 58\n<68 f.>; stRspr).\n\n  Im vorliegenden Fall hätte der Beschwerdeführer den drohenden Gehörsverstoß            2\ndurch einen Antrag auf mündliche Verhandlung nach § 495 a Abs. 1 Satz 2 ZPO abwenden können. Nachdem das Gericht die Durchführung des schriftlichen Verfahrens angeordnet hatte, hätte der Beschwerdeführer erkennen müssen, daß der Amtsrichter die von ihm beantragte Vernehmung des Kreditvermittlers als Zeugen nicht\ndurchführen würde. Die Anordnung des schriftlichen Verfahrens schloß eine mündliche Zeugenvernehmung aus. Da das Amtsgericht auch keinen Beweisbeschluß und\nkeine Beweisanordnung für eine schriftliche Vernehmung des Kreditvermittlers erlassen, sondern lediglich einen Schlußzeitpunkt für weiteres Vorbringen gesetzt hatte,\n\n\n\n                                          1/3\n\nmußte der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit dem Unterbleiben der Beweiserhebung rechnen. Bei einer solchen Verfahrenslage ist ein sorgfältiger Prozeßbeteiligter gehalten, seinen Beweisantrag in Erinnerung zu bringen und zu diesem Zweck\neinen Antrag auf mündliche Verhandlung zu stellen. Unterläßt er dies, steht der Verfassungsbeschwerde der Grundsatz der Subsidiarität entgegen.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                  3\n\n               Papier                Grimm                  Hömig\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom\n23. Juli 1998 - 1 BvR 2419/97\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 23. Juli 1998\n                - 1 BvR 2419/97 - Rn. (1 - 3), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19980723_1bvr241997.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980723.1bvr241997\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-23/1-bvr-2419-97","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 495a","ref_norm":"495a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-23/1-bvr-2419-97","retrieved":"2026-07-10 10:42:51.426570+00:00"},"card":{"id":"bverfg/1998-07-23/1-bvr-2419-97","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Ersten Senats","date":"1998-07-23","dockets":["1 BvR 2419/97"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980723.1bvr241997","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980723.1bvr241997"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 23.07.1998 – 1 BvR 2419/97","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-23/1-bvr-2419-97","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/93a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93a","label":"§ 93a BVerfGG","mentions":2},{"id":"ZPO/495a","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"495a","label":"§ 495a ZPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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