{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980716.2bvr120698","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1998-07-16","aktenzeichen":"2 BvR 1206/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVR 1206/98 -\n\n                                  In dem Verfahren\n                                        über\n                            die Verfassungsbeschwerde\n    1. des Herrn T...,\n    2. des minderjährigen T..., vertreten durch den Beschwerdeführer zu 1.,\n    3. der minderjährigen T..., vertreten durch den Beschwerdeführer zu 1.,\n\n-\n     gegen den Beschluß des Oberlandesgerichts Celle\n           vom 9. Juli 1998 - 21 UF 88/98 -\n\nhier:     Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\nRichterin\n                                   Präsidentin Limbach,\n                                   die Richterin Graßhof,\n                                   den Richter Kirchhof\n\ngemäß § 32 Abs. 1 in Verbindung mit § 93d Abs. 2 BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 16. Juli 1998 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Vollstreckung aus dem Beschluß des Oberlandesgerichts Celle vom 9. Juli 1998\n- 21 UF 88/98 - wird zunächst bis einschließlich 3. August 1998 untersagt.\nEine weitere Entscheidung über den Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung\nbleibt vorbehalten.\n\n                                       Gründe:\n  Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung ist jedenfalls in dem aus dem   1\nEntscheidungsausspruch ersichtlichen Umfang zulässig und begründet. Es kann derzeit nicht abschließend darüber befunden werden, ob die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen für den Erlaß einer weiterreichenden einstweiligen Anordnung gemäß §§ 32, 93d Abs. 2 BVerfGG erfüllt sind. Bis dahin ist jedoch eine\nvorläufige Regelung geboten (vgl. auch BVerfGE 88, 185 <186 f.>). Es droht unmittelbar die Vollstreckung aus dem Beschluß des Oberlandesgerichts Celle.\n\n Zwar sind die Bestimmungen des Haager Übereinkommens über die zivilrechtlichen      2\nAspekte internationaler Kindesentführung vom 25. Oktober 1980 (BGBl Teil II 1990,\nS. 206) grundsätzlich mit dem Grundgesetz vereinbar (vgl. BVerfG, NJW 1996, S.\n3145). Aus diesem Grund sieht das Bundesverfassungsgericht in der Regel vom Er-\n\n\n                                          1/3\n\nlaß einer einstweiligen Anordnung ab, um den Zweck des Übereinkommens nicht zu\nbeeinträchtigen, eine möglichst schnelle Rückführung und Sorgerechtsentscheidung\nam früheren gewöhnlichen Aufenthalt der Kinder sicherzustellen.\n\n Der vorliegende Fall weist aber die Besonderheit einer aufeinanderfolgenden gegenläufigen Kindesentführung auf, zunächst durch die Mutter und danach durch den\nVater. In der Kürze der durch die drohende Vollstreckung verbleibenden Zeit ist es\ndem Bundesverfassungsgericht nicht möglich, die hierdurch aufgeworfenen verfassungsrechtlichen Fragen zu entscheiden. Deshalb wird auch unter Berücksichtigung\nder Grundrechte beider Elternteile und der Ziele des Haager Kindesentführungsübereinkommens die Aussetzung der Vollstreckung bis zum 3. August 1998 angeordnet.\n\n Wegen der besonderen Dringlichkeit, die sich aus der drohenden Vollstreckung der    4\nEntscheidung des Oberlandesgerichts ergibt, ergeht diese einstweilige Anordnung\nohne vorherige Gelegenheit zur Stellungnahme (§ 32 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG).\n\n              Limbach               Kirchhof              Graßhof\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n16. Juli 1998 - 2 BvR 1206/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 16. Juli 1998 - 2 BvR 1206/98 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19980716_2bvr120698.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980716.2bvr120698\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-16/2-bvr-1206-98","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-16/2-bvr-1206-98","retrieved":"2026-07-10 10:42:50.028928+00:00"},"card":{"id":"bverfg/1998-07-16/2-bvr-1206-98","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"1998-07-16","dockets":["2 BvR 1206/98"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980716.2bvr120698","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980716.2bvr120698"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 16.07.1998 – 2 BvR 1206/98","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-07-16/2-bvr-1206-98","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Vollstreckung aus dem Beschluß des Oberlandesgerichts Celle vom 9. 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