{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980202.2bvr035697","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1998-02-02","aktenzeichen":"2 BvR 356/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVR 356/97 -\n\n\n\n\n                              Im Namen des Volkes\n\n                                 In dem Verfahren\n                                       über\n                           die Verfassungsbeschwerde\ndes Herrn Wilhelm-Josef G.,\n\n- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Jürgen Mische und Koll.,\n                   Paulinenstraße 37, Detmold -\n    gegen den Beschluß des Verwaltungsgerichts Minden\n          vom 28. Februar 1997 - 10 L 234/97 -\n\nund Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung\n\nhier:      Antrag auf Auslagenerstattung\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\n                                 Richter Sommer,\n                                 Jentsch und\n                                 Hassemer\n\ngemäß § 93d Absatz 2 BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 2. Februar 1998 einstimmig beschlossen:\n\nDas Land Nordrhein-Westfalen hat dem Beschwerdeführer die notwendigen Auslagen für das Verfassungsbeschwerde-Verfahren und den Antrag auf Erlaß einer\neinstweiligen Anordnung zu erstatten.\n\n                                     Gründe:\n Der Antrag auf Erstattung der notwendigen Auslagen ist begründet.                    1\n\n1. Eine Auslagenerstattung nach Erledigung der Hauptsache kommt gemäß § 34a           2\nAbs. 3 BVerfGG nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts\nnur in Betracht, wenn dies der Billigkeit entspricht. Dabei findet insbesondere im\nVerfassungsbeschwerde-Verfahren regelmäßig eine überschlägige Beurteilung der\nSach- und Rechtslage nicht statt. Eine solche kursorische Prüfung entspricht nicht\nder Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts, verfassungsrechtliche Zweifelsfragen\nmit bindender Wirkung inter omnes zu klären. Sie erscheint auch im Hinblick auf die\n\n\n                                         1/3\n\nKostenfreiheit des Verfahrens, den fehlenden Anwaltszwang und das Fehlen eines\nbei Unterliegen des Beschwerdeführers erstattungsberechtigten Gegners nicht als\ngeboten (BVerfGE 33, 247 <264 f.>; stRspr).\n\n Diese Bedenken greifen jedoch dann nicht ein, wenn die Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde im Rahmen der Entscheidung nach § 34a Abs. 3 BVerfGG unterstellt werden kann oder wenn die verfassungsrechtliche Lage bereits geklärt ist\n(BVerfGE 85, 109 <115 f.>).\n\n  Hilft die öffentliche Gewalt von sich aus der Beschwer ab, so kann, falls keine anderweitigen Gründe ersichtlich sind, davon ausgegangen werden, daß sie das Begehren\nselbst für berechtigt erachtet hat. In einem solchen Fall ist es billig, die öffentliche Gewalt ohne weitere Prüfung an ihrer Auffassung festzuhalten und dem Beschwerdeführer die Erstattung seiner Auslagen in gleicher Weise zuzubilligen, wie wenn seiner\nVerfassungsbeschwerde tatsächlich stattgegeben worden wäre (vgl. BVerfGE 85,\n109 <115>).\n\n2. Bei Anwendung dieses Maßstabs ist die Erstattung der Auslagen des Beschwerdeführers gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG anzuordnen.\n\n Das Verwaltungsgericht Minden hat mit seinen Entscheidungen vom 28. Mai und                   6\nvom 6. Juni 1997 der Beschwerde des Beschwerdeführers abgeholfen, ohne daß\ndies ersichtlich auf einer veränderten Sach- oder Rechtslage beruhte.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                          7\n\n               Sommer                 Jentsch                 Hassemer\n\n\n\n\n                                             2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom\n2. Februar 1998 - 2 BvR 356/97\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 2. Februar 1998 - 2 BvR 356/97 - Rn. (1 - 7), http://www.bverfg.de/e/\n                rk19980202_2bvr035697.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980202.2bvr035697\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-02-02/2-bvr-356-97","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 34a","ref_norm":"34a","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-02-02/2-bvr-356-97","retrieved":"2026-07-10 10:42:05.351825+00:00"},"card":{"id":"bverfg/1998-02-02/2-bvr-356-97","court":"BVerfG","court_id":"bverfg","court_as_stated":"BVerfG","panel":"Kammer des Zweiten Senats","date":"1998-02-02","dockets":["2 BvR 356/97"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980202.2bvr035697","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:rk19980202.2bvr035697"},"cite_as":"BVerfG, Beschluss vom 02.02.1998 – 2 BvR 356/97","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-02-02/2-bvr-356-97","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem Beschwerdeführer die notwendigen Auslagen für das Verfassungsbeschwerde-Verfahren und den Antrag auf Erlaß einer\neinstweiligen Anordnung zu erstatten.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"BVerfGG/34a","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"34a","label":"§ 34a BVerfGG","mentions":2},{"id":"BVerfGG/93d","law":"BVerfGG","abbreviation":"BVerfGG","ref":"93d","label":"§ 93d BVerfGG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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