{"status":"available","doknr":"BVERFG-qk19980811_2bvq002898","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:qk19980811.2bvq002898","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1998-08-11","aktenzeichen":"2 BvQ 28/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVQ 28/98 -\n\n                                     In dem Verfahren\n                                           über\n                               die Verfassungsbeschwerde\nim Wege der einstweiligen Anordnung,\n\nu.a. die Bundesregierung, vertreten durch den Bundesminister des Innern, zu verpflichten, durch Ausübung der Rechtsaufsicht dafür Sorge zu tragen, daß der Bundeswahlausschuß erneut über die Anerkennung der AuW´98, Widerstand´98, A´98\nund KPD´98 als Parteien für die Wahl und über die Feststellung der Voraussetzungen für die Anerkennung als Listenvereinigung im Sinne des Wahlrechts des Jahres\n1990 in öffentlicher Sitzung zu verhandeln, beraten und entscheiden,\n\nAntragsteller: Herr Dr. S...\n\nhat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\nRichterin\n                                    Präsidentin Limbach,\n                                    die Richterin Graßhof\n                                    und den Richter Sommer\n\ngemäß § 32 Abs. 1 in Verbindung mit § 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG in der Fassung\nder Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)\nam 11. August 1998 einstimmig beschlossen:\n\nDie Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung werden zurückgewiesen.\nDie Bestellung eines Notanwalts wird abgelehnt.\n\n                                       Gründe:\n\n                                          I.\n  Der Antragsteller beantragte, mehrere Vereinigungen als Parteien für die Bundestagswahl 1998 anzuerkennen. Der Bundeswahlausschuß lehnte die Anerkennung\nab. Der Antragsteller hat mehrere gegen den Bundeswahlausschuß, den Wahlprüfungsausschuß und die Bundesregierung gerichtete Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung mit jeweils unterschiedlichem Antragsinhalt gestellt. Er verfolgt das\nZiel, daß die Vereinigungen als Parteien für die Wahl anerkannt und die Voraussetzungen für die Anerkennung als Listenvereinigung festgestellt werden.\n\n                                          II.\n Eine einstweilige Anordnung kann nicht ergehen.                                        2\n\n a) Das Bundesverfassungsgericht kann im Streitfall gemäß § 32 Abs. 1 BVerfGG           3\ndurch einstweilige Anordnung einen Zustand vorläufig regeln, wenn dies u.a. zur Ab-\n\n\n                                           1/3\n\nwehr schwerer Nachteile dringend geboten ist. Gemäß der Sicherungsfunktion der\neinstweiligen Anordnung (vgl. BVerfGE 16, 236 <238>; 42, 103 <119>) ist für deren\nErlaß im Verfassungsbeschwerde-Verfahren jedoch kein Raum, wenn davon auszugehen ist, daß die - noch zu erhebende - Verfassungsbeschwerde von vornherein\nunzulässig wäre (vgl. BVerfGE 93, 181 <186>; stRspr).\n\n b) So liegt der Fall hier.                                                          4\n\n  In Wahlangelegenheiten gilt der Grundsatz, daß Entscheidungen und Maßnahmen,       5\ndie sich unmittelbar auf das Wahlverfahren beziehen, nur mit den in den Wahlvorschriften vorgesehenen Rechtsbehelfen und im Wahlprüfungsverfahren angefochten\nwerden können (BVerfGE 11, 329; 14, 154 <155>; 16, 128 <130>; 29, 18 <19>; 74,\n96 <101>; 83, 156 <157 f.>; stRspr). Für die Wahlen zum Deutschen Bundestag sehen Art. 41 GG, § 49 BWahlG und das Wahlprüfungsgesetz die ausschließlich statthaften Rechtsbehelfe und Anfechtungsmöglichkeiten vor. Die Anerkennung als Partei durch den Bundeswahlausschuß gemäß § 18 Abs. 4 Nr. 2 BWahlG gehört im\nSinne des § 49 BWahlG zu den sich unmittelbar auf das Wahlverfahren beziehenden\nEinzelentscheidungen (BVerfGE 74, 96 <101>; 83, 156 <157 f.>). Dasselbe gälte für\ndie vom Antragsteller - ohne erkennbare gesetzliche Grundlage - angestrebte Anerkennung einer Listenvereinigung.\n\n                                       III.\n Der Antrag auf Bestellung eines Notanwalts ist abzulehnen, weil der Antragsteller   6\nim vorliegenden Verfahren selbst postulationsfähig ist.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar                                                 7\n\n               Limbach             Graßhof                Sommer\n\n\n\n\n                                        2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom\n11. August 1998 - 2 BvQ 28/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 11. August 1998 - 2 BvQ 28/98 - Rn. (1 - 7), http://www.bverfg.de/e/\n                qk19980811_2bvq002898.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:qk19980811.2bvq002898\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/08/qk19980811_2bvq002898.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-08-11/2-bvq-28-98","cited_norms":[{"jurabk":"BWahlG","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":2},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 41","ref_norm":"41","n":1},{"jurabk":"BWahlG","ref":"§ 18","ref_norm":"18","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/08/qk19980811_2bvq002898.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/08/qk19980811_2bvq002898.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-08-11/2-bvq-28-98","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/08/qk19980811_2bvq002898.html","retrieved":"2026-07-10 10:42:57.323285+00:00"}}