{"status":"available","doknr":"BVERFG-qk19980422_2bvq001598","ecli":"ECLI:DE:BVerfG:1998:qk19980422.2bvq001598","court":"BVerfG","senate":"Kammer des Zweiten Senats","decided":"1998-04-22","aktenzeichen":"2 BvQ 15/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Bundesverfassungsgericht\n- 2 BVQ 15/98 -\n\n                                 In dem Verfahren\n                                  über den Antrag\nder bulgarischen Staatsangehörigen\nH...\n\n- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Klaus Peter Kock, Bahlenstraße 180, Düsseldorf -\nim Wege der e i n s t w e i l i g e n A n o r d n u n g\ndie Vollziehung der Ordnungsverfügung des Oberkreisdirektors des Kreises Viersen\nvom 28. Januar 1998 - 32/11-134 01 - vorläufig bis zur Entscheidung über die noch\nzu erhebende Verfassungsbeschwerde auszusetzen\n\nhat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die\n                                  Richter Sommer,\n                                  Jentsch,\n                                  Hassemer\n\ngemäß § 32 Abs. 1 in Verbindung mit § 93d Abs. 2 BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 22. April 1998 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDer Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.\n\n                                      Gründe:\n  1. Die Antragstellerin begehrt im Wege einer einstweiligen Anordnung die vorläufige   1\nSicherung ihres weiteren Aufenthaltsrechts im Bundesgebiet und rügt eine drohende\nVerletzung ihres Grundrechts aus Art. 6 Abs. 1 GG. Die deshalb angerufenen Gerichte der Verwaltungsgerichtsbarkeit haben eine Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes abgelehnt.\n\n  2. a) Das Bundesverfassungsgericht kann im Streitfall einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies u.a. zur Abwehr schwerer Nachteile\ndringend geboten ist (§ 32 Abs. 1 BVerfGG). Gemäß der Sicherungsfunktion der\neinstweiligen Anordnung (vgl. BVerfGE 16, 236 <238>; 42, 103 <119>) ist für deren\nErlaß im Verfassungsbeschwerde-Verfahren kein Raum, wenn davon auszugehen\nist, daß eine noch zu erhebende Verfassungsbeschwerde gemäß den §§ 93a, 93b\nBVerfGG nicht zur Entscheidung angenommen werden wird.\n\n  b) So liegt der Fall hier. Insbesondere ist kein Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 GG und   3\ndie darin enthaltene wertentscheidende Grundsatznorm, nach der der Staat die Ehe\nzu schützen und zu fördern hat, dadurch ersichtlich, daß das Verwaltungsgericht\nDüsseldorf durch Beschluß vom 9. Februar 1998 - 24 L 489/98 - eine Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes und das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen durch Beschluß vom 23. März 1998 - 18 B 464/98 - eine Zulassung der Be-\n\n                                         1/3\n\nschwerde hiergegen abgelehnt haben. Das Grundgesetz überantwortet es weitgehend der gesetzgebenden und der vollziehenden Gewalt festzulegen, in welcher Zahl\nund unter welchen Voraussetzungen Fremden der Zugang zum Bundesgebiet ermöglicht wird (vgl. BVerfGE 76, 1 <47>). Art. 6 Abs. 1 GG hindert somit nicht daran,\ndie Antragstellerin als Staatsangehörige Bulgariens darauf zu verweisen, die gemäß\n§ 3 Abs. 1 Satz 1 AuslG erforderliche Aufenthaltsgenehmigung - wie in § 3 Abs. 3\nSatz 1 AuslG vorgesehen - vor ihrer Einreise ins Bundesgebiet im Sichtvermerksverfahren einzuholen. Daß die Antragstellerin hierzu das Bundesgebiet zunächst wieder\nzu verlassen haben wird, ist schon deshalb hinzunehmen, weil sie sich gegenwärtig weder rechtmäßig noch geduldet im Bundesgebiet aufhält und unmittelbar kraft\nGesetzes vollziehbar ausreisepflichtig ist (§ 42 Abs. 1, 2 Satz 1 Nr. 1 AuslG). Die\nRechtsfolgen gemäß § 8 Abs. 2 Sätze 1 und 2 AuslG kann die Antragstellerin durch\nfreiwillige Ausreise vermeiden; im übrigen ist auf § 8 Abs. 2 Satz 3 AuslG zu verweisen. Der Hinweis auf § 48 Abs. 1 Nr. 4 AuslG liegt neben der Sache, weil die Antragstellerin nicht ausgewiesen worden ist.\n\n Diese Entscheidung ist unanfechtbar.                                                   4\n\n               Hassemer                 Sommer                Jentsch\n\n\n\n\n                                         2/3\n\nBundesverfassungsgericht, Beschluss des Zweiten Senats vom 22. April 1998 -\n2 BvQ 15/98\n\nZitiervorschlag BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 22. April 1998 - 2 BvQ 15/\n                98 - Rn. (1 - 4), http://www.bverfg.de/e/qk19980422_2bvq001598.html\n\nECLI            ECLI:DE:BVerfG:1998:qk19980422.2bvq001598\n\n\n\n\n                                      3/3\n","source":"ce-bverfg","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/04/qk19980422_2bvq001598.html","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-04-22/2-bvq-15-98","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 6","ref_norm":"6","n":3},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93b","ref_norm":"93b","n":1},{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 93d","ref_norm":"93d","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/04/qk19980422_2bvq001598.html","attribution":{"source":"Bundesverfassungsgericht","source_url":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/04/qk19980422_2bvq001598.html","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (CE-BVerfG) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.16932395, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverfg/1998-04-22/2-bvq-15-98","upstream":"https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1998/04/qk19980422_2bvq001598.html","retrieved":"2026-07-10 10:42:30.657373+00:00"}}