{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:270422BVZA2.22.0","court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2022-04-27","aktenzeichen":"V ZA 2/22","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZA 2/22\nvom\n\n27. April 2022\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2022:270422BVZA2.22.0\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. April 2022 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Stresemann, die Richterin Dr. Brückner, die Richter\nDr. Hamdorf und Dr. Malik und die Richterin Laube\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Beklagten gegen den Senatsbeschluss\nvom 9. Februar 2022 wird als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 1. Die Anhörungsrüge ist unzulässig, weil die Beklagte nicht innerhalb der\nFrist des § 321a Abs. 2 Satz 1 ZPO dargelegt hat, dass ihr Anspruch auf Gewährung rechtlichen Gehörs durch den Beschluss vom 9. Februar 2022 verletzt worden ist. Das Schreiben vom 12. März 2022 wahrt zwar die Frist, enthält aber\nkeine Begründung. Weil es sich um eine Notfrist handelt, kam eine Verlängerung\nder Frist nicht in Betracht. Gründe für eine Wiedereinsetzung in den vorigen\nStand sind entgegen § 236 Abs. 2 ZPO nicht glaubhaft gemacht worden.\n\n2 2. Unabhängig davon wäre die Anhörungsrüge aber auch unbegründet.\nDas als übergangen gerügte Vorbringen ist berücksichtigt, aber für unerheblich\nerachtet worden. Selbst wenn man annähme, dass die Beklagte ohne ihr Verschulden verhindert war, die Frist zur Beantragung eines Notanwalts einzuhalten\n(§ 233 ZPO), weil sie die Anforderungen nicht kannte, die der Bundesgerichtshof\n\nan einen Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts stellt, war dieses Hindernis\naufgrund des Schreibens der Rechtspflegerin vom 4. Januar 2022 behoben. Das\nSchreiben ist der Beklagten, wie sich aus ihrer Antwort vom 7. Januar 2022\nergibt, spätestens an diesem Tag zugegangen. Folglich hätten die Absageerklärungen bis zum 21. Januar 2022 beim Bundesgerichtshof eingehen müssen\n(§ 234 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 236 Abs. 2 Satz 2 ZPO). Tatsächlich sind die Absageerklärungen von sechs hier zugelassenen Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen aber erst am 14. Februar 2022 eingereicht worden.\n\nII.\n\n3 Der Senat ist nach dem Gesetz zur Entscheidung über die Anhörungsrüge\nberufen. Dass die Beklagte beantragt, „einen anderen Senat entscheiden zu lassen“, ist unerheblich; mit der dafür gegebenen Begründung, es sei nicht davon\n\nauszugehen, dass diejenigen, die den Beschluss vom 9. Februar 2022 gefasst\nhätten, ihre Meinung änderten, ist auch nicht ansatzweise eine Besorgnis der\nBefangenheit (§ 42 Abs. 1 ZPO) dargetan.\n\nStresemann Brückner Hamdorf\n\nMalik Laube\n\nVorinstanzen:\nAG Lehrte, Entscheidung vom 11.08.2021 - 9 C 273/19 -\nLG Hildesheim, Entscheidung vom 02.12.2021 - 2 S 16/21 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-04-27/v-za-2-22","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 236","ref_norm":"236","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 42","ref_norm":"42","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 233","ref_norm":"233","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-04-27/v-za-2-22","retrieved":"2026-10-24 07:59:29.288133+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-04-27/v-za-2-22","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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