{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-6_NA_2022-03-22_6_StR_28_22_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:220322B6STR28.22.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2022-03-22","aktenzeichen":"6 StR 28/22","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 28/22\n\nvom\n22. März 2022\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen besonders schweren Raubes u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2022:220322B6STR28.22.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 22. März 2022 beschlossen:\n\nDer Wiedereinsetzungsantrag und die Revision des Angeklagten\ngegen das Urteil des Landgerichts Halle vom 22. Juli 2021 werden\nverworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels, die der\nAdhäsionsklägerin dadurch entstandenen notwendigen Auslagen\nund die besonderen Kosten des Adhäsionsverfahrens in der Revisionsinstanz zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen besonders schweren Raubes und schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung zu einer\nGesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt und eine Adhäsionsentscheidung getroffen. Dagegen richtet sich die Revision des Angeklagten, die von der Pflichtverteidigerin und einem gewählten Verteidiger jeweils innerhalb der Frist des § 345 Abs. 1 StPO mit der nicht näher ausgeführten\nSachrüge begründet worden ist. Nach Ablauf der Revisionsbegründungsfrist hat\nein weiterer vom Angeklagten mandatierter Verteidiger die Wiedereinsetzung in\nden Stand vor Ablauf der Frist zur Anbringung von zwei Verfahrensrügen beantragt.\n\n2 1. Der Wiedereinsetzungsantrag ist unzulässig. Eine Wiedereinsetzung in\nden vorigen Stand zur Nachholung von Verfahrensrügen kommt nur ausnahmsweise bei besonderen Verfahrenslagen in Betracht, in denen dies zur Wahrung\n\ndes Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör (Art. 103\nAbs. 1 GG) unerlässlich erscheint (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2020 – 2 StR 267/20 mwN). Wie der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift zutreffend ausgeführt hat, stellt allein der Umstand, dass – wie hier – ein\nanderer, nachträglich beauftragter Verteidiger nach Ablauf der Revisionsbegründungsfrist zu der Auffassung gelangt, die Revision hätte auch auf Verfahrensrügen gestützt werden können, keinen solchen Ausnahmefall dar.\n\n3 2. Die Revision des Angeklagten ist unbegründet, weil die auf die\nSachrüge gebotene Überprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zu seinem\nNachteil ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nSander Feilcke Tiemann\n\nWenske von Schmettau\n\nVorinstanz:\nLandgericht Halle, 22.07.2021 - 13c KLs - 474 Js 11748/20 - 13/20","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-03-22/6-str-28-22","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 345","ref_norm":"345","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-03-22/6-str-28-22","retrieved":"2026-10-24 07:56:56.575198+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-03-22/6-str-28-22","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"6. 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