{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-04_NA_2022-05-18_IV_ZR_234_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:180522BIVZR234.21.0","court":"BGH","senate":"4. Zivilsenat","decided":"2022-05-18","aktenzeichen":"IV ZR 234/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIV ZR 234/21\nvom\n\n18. Mai 2022\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2022:180522BIVZR234.21.0\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Richter\nProf. Dr. Karczewski, die Richterinnen Dr. Brockmöller, Dr. Bußmann, die\nRichter Dr. Götz und Dr. Bommel\n\nam 18. Mai 2022\n\nbeschlossen:\n\nDer Senat beabsichtigt, die Revision des Klägers gegen\ndas Urteil des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 8. Juli 2021 gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen.\n\nDie Parteien erhalten Gelegenheit, hierzu binnen\n\neines Monats\n\nStellung zu nehmen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die Parteien streiten darüber, ob dem Kläger gegen den Beklagten\nAnsprüche aus einer bei diesem gehaltenen Betriebsschließungsversicherung wegen der Schließung seines Hotels mit angeschlossenem Restaurantbetrieb im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zustehen.\n\n2 Das Landgericht hat die Klage, mit welcher der Kläger Versicherungsleistungen für 30 Tage, an denen er sein Hotel für Beherbergungen\nzu touristischen Zwecken schließen musste, geltend macht, abgewiesen;\ndas Oberlandesgericht hat die Berufung des Klägers zurückgewiesen. Dagegen richtet sich seine Revision, mit der er sein Begehren weiterverfolgt.\n\n3 II. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision im Sinne\nvon § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO liegen nicht mehr vor und das Rechtsmittel\nhat auch keine Aussicht auf Erfolg (§ 552a Satz 1 ZPO).\n\n4 Mit Urteil vom 26. Januar 2022 (IV ZR 144/21, VersR 2022, 312-318)\nhat der Senat entschieden, dass bei einer Bedingungslage wie der dort\nmaßgeblichen Versicherungsschutz nur für Betriebsschließungen besteht,\ndie zur Verhinderung der Verbreitung von meldepflichtigen Krankheiten oder Krankheitserregern angeordnet werden. Die meldepflichtigen Krankheiten oder Krankheitserreger ergeben sich aus dem in dem Klauselwerk\naufgeführten Katalog (dort in § 2 Nr. 2 der \"Zusatzbedingungen für die\nVersicherung von Betrieben gegen Schäden aufgrund behördlicher Anordnung nach dem Infektionsschutzgesetz (Betriebsschließung) - 2008\"\n(ZBSV 08)), der abschließend ist und weder die Krankheit COVID-19 noch\nden Krankheitserreger SARS-CoV-2 aufführt. Die dortigen Ausführungen\ngelten im Streitfall entsprechend, dem im Wesentlichen identische Bedi ngungen zugrunde liegen.\n\n5 Damit ist die hier entscheidungserhebliche Frage von rechtsgrundsätzlicher Bedeutung geklärt, und der im Zeitpunkt der Entscheidung des\nBerufungsgerichts gegebene Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung ist entfallen.\n\n6 Die Revision hat auch in der Sache keine Aussicht auf Erfolg. Das\nBerufungsurteil steht in Einklang mit dem vorgenannten Senatsurteil. Gesichtspunkte, die eine abweichende Entscheidung rechtfertigen könnten,\nsind nicht ersichtlich. Hierbei kommt es nicht entscheidungserheblich darauf an, dass in § 1 Nr. 1 der hier vereinbarten \"Allgemeine Bedingungen\nfür die Versicherung von Betrieben gegen Schäden infolge Infektionsgefahr (Betriebsschließung) - AVB-BS Stand 01.01.2011\" der Begriff Infektionsschutzgesetz verwendet wird, in § 1 Nr. 2 dagegen der des Infektionsgesetzes. Auch auf die im März 2020 auf der Homepage des Beklagten\nveröffentlichte Mitteilung hinsichtlich des Versicherungsschutzes von Betriebsschließungen infolge des Coronavirus kann der Kläger seinen Anspruch nicht mit Erfolg stützen. Abgesehen davon, dass der Kläger nach\nseinem eigenen Bekunden diese Werbeaussage vor der Leistungsablehnung durch den Beklagten nicht zur Kenntnis genommen hat, erfolgte die\nErklärung des Beklagten ohnehin nur \"im Rahmen unserer Bedingungen\",\naus denen sich hier indessen gerade kein Versicherungsschutz ergibt.\n\n7 Die grundsätzliche Klärung entscheidungserheblicher Rechtsfragen\nerst nach Einlegung der Revision steht einer Revisionszurückweisung\ndurch Beschluss nicht im Wege (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 20. Januar\n2005 - I ZR 255/02, NJW-RR 2005, 650 unter II 1 [juris Rn. 6 f.]).\n\nProf. Dr. Karczewski Dr. Brockmöller Dr. Bußmann\n\nDr. Götz Dr. Bommel\n\nVorinstanzen:\nLG Aurich, Entscheidung vom 25.01.2021 - 3 O 992/20 -\nOLG Oldenburg, Entscheidung vom 08.07.2021 - 1 U 36/21 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-05-18/iv-zr-234-21","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 552a","ref_norm":"552a","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-05-18/iv-zr-234-21","retrieved":"2026-10-24 07:58:52.383126+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-05-18/iv-zr-234-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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