{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:120122B3STR448.21.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2022-01-12","aktenzeichen":"3 StR 448/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 448/21\n\nvom\n12. Januar 2022\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen besonders schweren Raubes u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2022:120122B3STR448.21.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführerin am 12. Januar 2022 gemäß\n§ 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDie Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 21. Juli 2021 wird verworfen.\n\nDie Staatskasse trägt die Kosten des Rechtsmittels.\n\nGründe:\n\n1 1. Die Staatsanwaltschaft hat am 22. Juli 2021 Revision gegen das Urteil\ndes Landgerichts Düsseldorf vom 21. Juli 2021 eingelegt. Nach dessen Zustellung und innerhalb der Revisionsbegründungsfrist hat sie in einem Vermerk vom\n14. September 2021 ausgeführt, die Revision sei zu Gunsten der Angeklagten\neingelegt worden, solle aber mangels Erfolgsaussicht zurückgenommen werden.\nAm selben Tag hat die Staatsanwaltschaft unter Vorlage dieses Vermerks\ngegenüber dem Landgericht Düsseldorf die Revisionsrücknahme erklärt. Eine\nRevisionsbegründung hat sie nicht abgegeben.\n\n2 2. Die Zurücknahme der Revision ist unwirksam.\n\n3 a) Das Rechtsmittel ist zu Gunsten der Angeklagten eingelegt worden. Insofern genügt, dass die Staatsanwaltschaft dies in einem Vermerk, der dem\n\nerkennenden Gericht vor Ablauf der Revisionsbegründungsfrist übersandt worden ist, zum Ausdruck gebracht hat.\n\n4 Zwar muss sich der Wille der Staatsanwaltschaft, ein Rechtsmittel zu\nGunsten eines Angeklagten einzulegen, aus einer das Rechtsmittel betreffenden\nund bis zum Ablauf der Revisionsbegründungsfrist eingehenden Erklärung ergeben. Die Frage, ob ein Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft zugunsten eines Angeklagten eingelegt ist, kann nur nach dem Gesamtinhalt der Rechtsmittelerklärungen beantwortet, nicht aber aus Umständen außerhalb dieser geschlussfolgert werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Mai 2013 - 3 StR 426/12, juris Rn. 6;\nvom 25. Januar 1952 - 2 StR 3/52, BGHSt 2, 41, 43; KK-StPO/Paul, 8. Aufl.,\n§ 296 Rn. 5, § 302 Rn. 19). Zu den Rechtsmittelerklärungen in diesem Sinne gehören aber nicht nur die Revisionseinlegungs- und die Revisionsbegründungsschrift, sondern auch sonstige auf das Rechtsmittel bezogene und vor Ablauf der\nRevisionsbegründungsfrist gegenüber dem Gericht abgegebene Erklärungen der\nStaatsanwaltschaft.\n\n5 b) Damit hätte die Revisionsrücknahme zu ihrer Wirksamkeit einer Zustimmung der Angeklagten bedurft (§ 302 Abs. 1 Satz 3 StPO), die nicht vorliegt.\n\n6 3. Da die Revision entgegen § 344 Abs. 1 StPO nicht begründet worden\nist, ist sie gemäß § 349 Abs. 1 StPO als unzulässig zu verwerfen.\n\n7 4. Die Kostenentscheidung folgt aus § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO. Eine Erstattung der notwendigen Auslagen der Angeklagten im Revisionsverfahren findet nicht statt (vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 2016 - 1 StR 434/15, juris Rn. 4\nmwN; KK-StPO/Gieg, 8. Aufl., § 473 Rn. 5 mwN; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO,\n64. Aufl., § 473 Rn. 16).\n\n8 5. Damit ist der Kostenbeschluss des Landgerichts Düsseldorf vom\n21. September 2021 gegenstandslos.\n\nSchäfer Berg Erbguth\n\nKreicker Voigt\n\nVorinstanz:\nLandgericht Düsseldorf, 21.07.2021 - 11 KLs 12/21 20 Js 598/20","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-01-12/3-str-448-21","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 302","ref_norm":"302","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-01-12/3-str-448-21","retrieved":"2026-10-24 07:54:49.485251+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-01-12/3-str-448-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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