{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2022-08-09_1_StR_165_22_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:090822U1STR165.22.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2022-08-09","aktenzeichen":"1 StR 165/22","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nIM NAMEN DES VOLKES\n\nURTEIL\n1 StR 165/22\nvom\n\n9. August 2022\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2022:090822U1STR165.22.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 9. August 2022,\nan der teilgenommen haben:\n\nRichter am Bundesgerichtshof\nProf. Dr. Jäger\nals Vorsitzender,\n\nRichter am Bundesgerichtshof\nBellay,\nRichterin am Bundesgerichtshof\nDr. Fischer,\nund Richter am Bundesgerichtshof\nProf. Dr. Bär,\nDr. Leplow,\n\nBundesanwalt beim Bundesgerichtshof\nals Vertreter der Bundesanwaltschaft,\n\nRechtsanwalt – in der Verhandlung –\nals Verteidiger,\n\nJustizangestellte\nals Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,\n\nfür Recht erkannt:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Traunstein vom 4. März 2022 wird verworfen.\n\nDer Angeklagte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.\n\nVon Rechts wegen\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Die hiergegen gerichtete, auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten bleibt ohne Erfolg.\n\n2 1. Nach den Feststellungen des Landgerichts verbrachte der Angeklagte\nim Auftrag unbekannt gebliebener Hintermänner am 23. September 2021\n2.001,64 Gramm Kokaingemisch mit einer Wirkstoffmenge von 1.247 Gramm Kokainhydrochlorid in einem Personenkraftwagen der Marke Renault Twingo aus\ndem Ausland, mutmaßlich aus Österreich über den Grenzübergang U.\n, in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Das gepresste Kokaingemisch war in zwei Beuteln in einem doppelten Boden unter Fahrer- und Beifahrersitz versteckt und zur gewinnbringenden Weiterveräußerung bestimmt; dies\n\nwusste der Angeklagte. Die Betäubungsmittel wurden infolge einer Fahrzeugkontrolle im Gemeindegebiet von B. sichergestellt.\n\n3 2. Das Urteil hält sachlichrechtlicher Nachprüfung stand.\n\n4 a) Die Beweiswürdigung, die dem Schuldspruch zugrunde liegt, begegnet\nkeinen Bedenken. Es besteht kein Anhalt dafür, dass das Rauschgift erst auf dem\nGebiet der Bundesrepublik Deutschland im Personenkraftwagen verstaut wurde\n(vgl. BGH, Urteile vom 15. Dezember 2021 – 3 StR 441/20 Rn. 33; vom 4. November 2021 – 3 StR 105/21 Rn. 6 und vom 20. April 2021 – 1 StR 286/20\nRn. 16; je mwN). Der Angeklagte hat in seiner Einlassung nicht angegeben, in\nder Tatnacht Personen in Deutschland getroffen zu haben; solches ist vielmehr\nnach den Ermittlungen auszuschließen (UA S. 7). Zudem sollte der Angeklagte\nin Schweizer Franken entlohnt werden, was das Landgericht bei der Annahme\neines Einfuhrvorgangs nach seiner Gesamtschau ohne Rechtsfehler berücksichtigen durfte (UA S. 12 f.).\n\n5 b) Auch die Strafzumessung, bei der das Landgericht den Ausgangsstrafrahmen des § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG angewendet hat, birgt keine Rechtsfehler zu\nLasten des Angeklagten. Insbesondere hat das Landgericht innerhalb der Strafzumessung im engeren Sinne bei der Gewichtung des Tatbeitrags des Angeklagten zum Gesamtgeschehen des Umsatzgeschäfts nicht aus dem Blick verloren,\ndass er sich auf eine Kurier- und damit insoweit auf eine Gehilfentätigkeit zum\nHandeltreiben (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG, § 27 StGB) beschränkte (UA S. 18; vgl.\nzur Maßgeblichkeit des Gewichts des Gehilfenbeitrags: BGH, Beschlüsse vom\n6. April 2022 – 1 StR 89/22 Rn. 4 und vom 7. September 2021 – 1 StR 302/21\nRn. 3 mwN). Es ist insbesondere aufgrund der Art und Menge des geschmuggel-\n\nten Rauschgifts auszuschließen, dass das Landgericht den Strafrahmen des minder schweren Falles (§ 30 Abs. 2 BtMG) zugrunde gelegt hätte, wenn es diesen\nGesichtspunkt bereits bei der Strafrahmenwahl betont hätte.\n\n6 Es beschwert den Angeklagten nicht, dass das Landgericht den Umstand,\ndass die Betäubungsmittel nicht ausschließbar wieder ins Ausland verbracht werden sollten („Durchfuhr“), strafmildernd berücksichtigt hat (vgl. BGH, Urteil vom\n22. Juni 2022 – 5 StR 9/22 Rn. 11 mwN).\n\nJäger Bellay Fischer\n\nBär Leplow\n\nVorinstanz:\nLandgericht Traunstein, 04.03.2022 - 7 KLs 140 Js 33258/21","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-08-09/1-str-165-22","cited_norms":[{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 30","ref_norm":"30","n":2},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29a","ref_norm":"29a","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 27","ref_norm":"27","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-08-09/1-str-165-22","retrieved":"2026-10-24 07:52:39.176021+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-08-09/1-str-165-22","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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