{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:030522B1STR240.18.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2022-05-03","aktenzeichen":"1 StR 240/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 240/18\nvom\n3. Mai 2022\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Mordes\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2022:030522B1STR240.18.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 3. Mai 2022 beschlossen:\n\n1. Der Antrag des Verurteilten auf Wiedereinsetzung in den vorigen\nStand wird als unzulässig verworfen.\n\n2. Die Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Beschluss des\nSenats vom 13. Juni 2018 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Das Landgericht hat den Verurteilten mit Urteil vom 2. November 2017\nwegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.\n\n2 Gegen dieses Urteil hatte sein Verteidiger form- und fristgerecht Revision\neingelegt sowie das Rechtsmittel – ebenfalls innerhalb der dafür maßgeblichen\nFrist – mit der allgemeinen Sachrüge begründet. Der Verurteilte hat unter anderem mit Schreiben vom 19. März 2018, 20. März 2018 sowie am 11. April 2018\nzu Protokoll der Rechtspflegerin Wiedereinsetzung in die Revisionsbegründungsfrist beantragt.\n\n3 Auf entsprechenden Antrag des Generalbundesanwalts vom 2. Mai 2018\nhat der Senat den Antrag des Verurteilten auf Wiedereinsetzung in die Revisionsbegründungsfrist als unzulässig sowie seine Revision als unbegründet gemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen.\n\n4 2. Mit Niederschrift zu Protokoll des Rechtspflegers vom 16. Februar 2022\nbeantragt der Verurteilte „die Einlegung der Wiedereinsetzung in den vorigen\nStand hinsichtlich der Revisionsgründe hinsichtlich des Urteils vom 4. Juli 2018\ndes Landgerichts München I“ unter Angabe des Aktenzeichens der Ausgangsentscheidung. Zur Begründung führt er aus, das Protokoll vom 11. April 2018 sei\nformfehlerhaft erstellt und die Ablehnung der Wiedereinsetzung durch den Senat\nmit Beschluss vom 13. Juni 2018 stehe nicht entgegen, weil diesbezüglich keine\nRechtsmittelbelehrung erteilt worden sei. Weiter werden im Antrag Revisionsgründe näher ausgeführt. Auf den Antrag des Generalbundesanwalts vom\n14. März 2022 hat der Verurteilte mit Schreiben vom 15. April 2022 sein Gesuch\nweiter begründet.\n\n5 3. Das vorgenannte Schreiben ist sowohl nach der von dem Verurteilten\nselbst verwendeten Bezeichnung als auch nach dessen Inhalt jedenfalls eindeutig als Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu verstehen. Als solcher ist das Gesuch unter jedem hier in Frage kommenden rechtlichen Gesichtspunkt unzulässig. Unabhängig von den hier bereits nicht vorliegenden weiteren\nZulässigkeitsvoraussetzungen für einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist ein solcher Antrag gegen das durch Verwerfungsbeschluss (§ 349\nAbs. 2 StPO) des Senats vom 13. Juni 2018 abgeschlossene Verfahren bereits\nunzulässig. Außerhalb des Rechtsbehelfs nach § 356a StPO zur Nachholung\nrechtlichen Gehörs ist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Abschluss des Verfahrens durch eine – wie hier rechtskräftige – Sachentscheidung\nnicht mehr möglich (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 3. März 2016 – 1 StR\n518/15 Rn. 7 mwN).\n\n6 4. Soweit der Antrag des Verurteilten vom 16. Februar 2022 angesichts\ndes Verweises auf Revisionsgründe auch als Anhörungsrüge gemäß § 356a\n\nStPO auszulegen ist (§ 300 StPO), ist diese ebenfalls bereits unzulässig und\nwäre auch in der Sache unbegründet, da der Senat bei seiner Entscheidung vom\n13. Juni 2018 weder in einer Art. 103 Abs. 1 GG widersprechenden Weise Verfahrensstoff verwertet hat, zu dem der Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch\nbei der Entscheidung zu berücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen hat.\n\n7 5. Die Kostenentscheidung bezüglich der Anhörungsrüge gemäß § 356a\nStPO beruht auf einer entsprechenden Anwendung von § 465 Abs. 1 StPO (BGH\naaO Rn. 12).\n\nRaum Bellay Fischer\n\nBär Pernice\n\nVorinstanz:\nMünchen I, LG, 02.11.2017 - 1 Ks 127 Js 196615/16","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-05-03/1-str-240-18","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 300","ref_norm":"300","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-05-03/1-str-240-18","retrieved":"2026-10-24 07:52:38.322733+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-05-03/1-str-240-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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