{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-4_NA_2022-08-02_4_StR_80_22_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2022:020822B4STR80.22.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2022-08-02","aktenzeichen":"4 StR 80/22","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 80/22\n\nvom\n2. August 2022\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2022:020822B4STR80.22.0\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 2. August 2022 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nPaderborn vom 21. Januar 2022 wird als unbegründet verworfen,\nda die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen durchgreifenden Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nIm Rahmen der Strafzumessung in den Fällen II. 35.) bis 37.) der Urteilsgründe sind die Erwägungen des Landgerichts nicht frei von Bedenken, soweit\nes strafschärfend berücksichtigt hat, dass es sich bei Ecstasy „nicht mehr um\neine weiche Droge“ handele. Damit hat die Strafkammer dem Angeklagten das\nFehlen eines Strafmilderungsgrundes angelastet. Die mindere Gefährlichkeit einer „weichen“ Droge wie Cannabis kann bei der Strafzumessung strafmildernd\nberücksichtigt werden (vgl. BGH, Urteil vom 12. März 2020 – 4 StR 537/19\nRn. 11; Beschluss vom 15. Juni 2016 – 1 StR 72/16 Rn. 12; Patzak in Patzak/\nVolkmer/Fabricius, BtMG, 10. Aufl., Vorbemerkungen zu §§ 29 ff. BtMG\nRn. 120). Dem bloßen Fehlen eines solchen Strafmilderungsgrundes bei einem\nBetäubungsmittel mittlerer Gefährlichkeit wie Ecstasy (vgl. BGH, Urteil vom\n28. März 2019 – 4 StR 463/18 Rn. 11 mwN) darf hingegen keine straferhöhende\nWirkung beigemessen werden (vgl. BGH, Beschluss vom 23. Januar 2018\n– 3 StR 586/17 Rn. 5 mwN zu Amphetamin; s. ferner BGH, Beschluss vom 9. November 2017 – 4 StR 393/17 Rn. 4; Beschluss vom 14. Juni 2017 – 3 StR 97/17\nRn. 12).\n\nDas Landgericht hat zudem rechtsfehlerhaft in den Fällen II. 35.) und 36.)\nder Urteilsgründe, in denen es den Angeklagten jeweils wegen Handeltreibens\nmit Betäubungsmitteln verurteilt hat, straferschwerend herangezogen, dass die\nBetäubungsmittel „auch tatsächlich in Umlauf gelangt“ seien. Mit dieser Erwägung hat es gegen § 46 Abs. 3 StGB verstoßen. Denn der Handel mit Betäubungsmitteln erfasst typischerweise deren Verkauf an andere Personen und damit auch, dass die Betäubungsmittel in den Verkehr geraten (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Juni 2021 – 2 StR 13/21; Beschluss vom 14. Juni 2017 – 3 StR\n97/17 Rn. 11).\n\nDer Senat kann allerdings mit Blick auf die weiteren Zumessungserwägungen ausschließen, dass die in den Fällen II. 35.) bis 37.) der Urteilsgründe verhängten (maßvollen) Einzelgeldstrafen auf den rechtsfehlerhaften Erwägungen\nberuhen.\n\nQuentin Rommel Scheuß\n\nMessing Weinland\n\nVorinstanz:\nLandgericht Paderborn, 21.01.2022 ‒ 8 KLs 22 Js 1036/20 27/20","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-08-02/4-str-80-22","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29","ref_norm":"29","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 46","ref_norm":"46","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2022-08-02/4-str-80-22","retrieved":"2026-10-24 07:55:49.868509+00:00"},"card":{"id":"bgh/2022-08-02/4-str-80-22","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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