{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-6_NA_2021-06-30_6_StR_232_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:300621B6STR232.21.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2021-06-30","aktenzeichen":"6 StR 232/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 232/21\n\nvom\n30. Juni 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:300621B6STR232.21.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 30. Juni 2021 gemäß\n§ 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts\nNeubrandenburg vom 22. Januar 2021 dahin geändert, dass der\nAngeklagte in Fall B.I.2. b) der Urteilsgründe zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt ist.\n\nDie weitergehende Revision wird verworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die\nden Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Während der Schuldspruch rechtlicher Überprüfung standhält, hat das\nLandgericht in Fall B.I.2. b) der Urteilsgründe nicht erkennbar bedacht, dass Anlass zur Prüfung bestanden hat, ob die Milderung des Regelstrafrahmens\n(§ 176a Abs. 2 StGB) gemäß § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 Nr. 2, 3 Fall 2 StGB zu\neinem für den Angeklagten günstigeren Ergebnis führen würde (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Januar 1999 – 4 StR 686/98, NStZ-RR 2000, 43). Zwar hat das\nLandgericht – im Ausgangspunkt zutreffend – zur Begründung des minder\nschweren Falls (§ 176a Abs. 4 Alt. 2 StGB) neben den allgemeinen Milderungsgründen den vertypten Milderungsgrund des § 23 Abs. 2 i. V. m. § 49 Abs. 1 StGB\nherangezogen. Die Milderung des Strafrahmens des § 176a Abs. 2 eröffnet jedoch einen von sechs Monaten bis zu elf Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe\n\nreichenden Strafrahmen, der mithin im Mindestmaß günstiger ist als der des minder schweren Falls nach § 176a Abs. 4 Alt. 2 StGB. Die Wahl dieses gemilderten\nRegelstrafrahmens hätte sich nicht ausschließbar auch günstig auf die Strafbemessung im engeren Sinne ausgewirkt, weil das Landgericht die Einzelfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten dem unteren Bereich des angewandten\nStrafrahmens entnommen hat.\n\n2 Um jegliche Benachteiligung des Angeklagten auszuschließen, erkennt\nder Senat in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO auf die nach\n§ 176a Abs. 2, § 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 Nr. 3 Fall 2 StGB bestimmte Mindeststrafe\nvon sechs Monaten. Die Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren hat Bestand. Angesichts der verbleibenden Freiheitsstrafen von zwei Jahren und sechs Monaten,\neinem Jahr und sechs Monaten, zweimal sieben Monaten, sechs Monaten und\ndrei Monaten schließt der Senat aus, dass sich die Reduzierung der Freiheitsstrafe auf sechs Monate im Fall B.I.2. b) der Urteilsgründe auf die Höhe der Gesamtstrafe ausgewirkt hätte.\n\n3 Im Hinblick auf den geringen Erfolg der Revision ist es nicht unbillig, den\nAngeklagten mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473\nAbs. 4 StPO).\n\nSander Schneider Tiemann\n\nFritsche von Schmettau\n\nVorinstanz:\nLandgericht Neubrandenburg, 22.01.2021 – 731 Js 9870/20, 23 KLs 23/20 jug","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-30/6-str-232-21","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 176a","ref_norm":"176a","n":3},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 49","ref_norm":"49","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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