{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2021-06-29_1_StR_153_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:290621B1STR153.21.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2021-06-29","aktenzeichen":"1 StR 153/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 153/21\nvom\n29. Juni 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Betrugs u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:290621B1STR153.21.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 29. Juni 2021 gemäß § 206a\nStPO beschlossen:\n\n1. Das Verfahren wird in Bezug auf den Angeklagten\nH. eingestellt.\n\n2. Die Staatskasse trägt insoweit die Kosten des Verfahrens; jedoch wird davon abgesehen, ihr die notwendigen Auslagen\ndes Angeklagten aufzuerlegen.\n\nGründe:\n\n1 1. Das Landgericht Freiburg im Breisgau hat den Angeklagten mit Urteil\nvom 15. Dezember 2020 wegen Anstiftung zur Untreue in zwei tateinheitlichen\nFällen sowie wegen Betrugs in 19 Fällen, jeweils in Tateinheit mit Anstiftung zur\nUntreue in mehreren tateinheitlichen Fällen, unter Einbeziehung der Strafe aus\ndem Urteil des Amtsgerichts Ettenheim vom 31. Juli 2019 (1 Ds )\nzu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Weiter wurde die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 378.900 Euro angeordnet.\n\n2 Während des beim Senat anhängigen Verfahrens über die Revision des\nAngeklagten ist dieser am 24. April 2021 in G. bei einem Verkehrsunfall verstorben.\n\n3 2. Das Verfahren gegen den Angeklagten ist gemäß § 206a StPO\nwegen eines Verfahrenshindernisses einzustellen (vgl. BGH, Beschlüsse vom\n\n24. September 2019 – 5 StR 461/19 und vom 8. Juni 1999 – 4 StR 595/97, BGHSt\n45, 108). Damit ist das angefochtene Urteil gegen den Angeklagten gegenstandslos, ohne dass es einer Aufhebung bedarf (vgl. BGH, Beschlüsse vom\n8. Januar 2020 – 5 StR 576/19 Rn. 2; vom 20. November 2018 – 2 StR 360/18\nRn. 2 und vom 5. August 1999 – 4 StR 640/98, BGHR StPO § 467 Abs. 3\nVerfahrenshindernis 2).\n\n4 3. Die Kostenentscheidung richtet sich im Fall des Todes des Angeklagten\nnach den Grundsätzen, die bei Einstellung wegen eines Verfahrenshindernisses\nallgemein anzuwenden sind. Deshalb fallen grundsätzlich die Auslagen der\nStaatskasse dieser nach § 467 Abs. 1 StPO zur Last. Jedoch wird nach § 467\nAbs. 3 Satz 2 Nr. 2 StPO davon abgesehen, die notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse aufzuerlegen, wenn der Angeklagte nur deshalb nicht\nrechtskräftig verurteilt wird, weil mit seinem Tod ein Verfahrenshindernis eingetreten ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 8. Januar 2020 – 5 StR 576/19 Rn. 3;\nvom 20. November 2018 – 2 StR 360/18 Rn. 3 und vom 18. Oktober 2017\n– 3 StR 342/15 Rn. 3). Dies ist hier der Fall.\n\n5 Die Verurteilung des Angeklagten hätte Bestand gehabt, wenn der Angeklagte nicht vor der Entscheidung im Revisionsverfahren verstorben wäre. Die\nNachprüfung des landgerichtlichen Urteils durch den Senat auf die mit Verfahrensrügen und der Sachbeschwerde begründete Revision des Angeklagten hat\n\nmit Ausnahme eines geringfügigen Betrages von 900 Euro bei der Einziehungsentscheidung keinen den Angeklagten beschwerenden Rechtsfehler ergeben.\n\nRaum Bellay Fischer\n\nBär Hohoff\n\nVorinstanz:\nLandgericht Freiburg, 15.12.2020 - 18/19 16 KLs 415 Js 33197/18","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-29/1-str-153-21","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 206a","ref_norm":"206a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 467","ref_norm":"467","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-29/1-str-153-21","retrieved":"2026-10-24 07:52:36.682842+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-06-29/1-str-153-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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