{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:280621BANWST.R.7.20.1","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2021-06-28","aktenzeichen":"AnwSt (R) 7/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwSt (R) 7/20\n\nvom\n28. Juni 2021\nin dem anwaltsgerichtlichen Verfahren\ngegen\n\nwegen Verletzung anwaltlicher Berufspflichten\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2021:280621BANWST.R.7.20.1\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Grupp, den Richter Prof. Dr. Paul und die Richterin Grüneberg sowie den\nRechtsanwalt Prof. Dr. Schmittmann und die Rechtsanwältin Niggemeyer-Müller\nam 28. Juni 2021 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 26. März\n2021 wird auf Kosten des Rechtsanwalts zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hat mit Beschluss vom 26. März 2021 die Revision des Rechtsanwalts gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs Baden-Württemberg vom\n30. Januar 2020 nach § 349 Abs. 2 StPO, § 146 Abs. 3 BRAO verworfen. Mit\nSchriftsatz vom 30. April 2021 beantragt der Beschwerdeführer, das Verfahren\nwegen einer entscheidungserheblichen Verletzung des rechtlichen Gehörs in die\nLage vor dem Erlass der Revisionsentscheidung zurückzuversetzen.\n\nDie zulässige, insbesondere gemäß § 116 Abs. 1 Satz 2 BRAO, § 356a\nSatz 2 StPO (zur Anwendbarkeit im anwaltsgerichtlichen Verfahren vgl. Feuerich/Weyland/Reelsen, BRAO, 10. Aufl., § 116 Rn. 334 mwN) fristgerecht erhobene Anhörungsrüge ist unbegründet.\n\n2 Der Senat hat das Revisionsvorbringen vollständig daraufhin geprüft, ob\nes der Revision zum Erfolg verhelfen kann, dabei aber sämtliche Beanstandungen für nicht durchgreifend erachtet. Bei seiner Entscheidung hat er weder Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen der Beschwerdeführer nicht\n\ngehört worden wäre, noch hat er bei der Entscheidung zu berücksichtigendes\nVorbringen des Beschwerdeführers übergangen oder in sonstiger Weise dessen\nAnspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Eine Begründungspflicht für letztinstanzliche, mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr angreifbare Entscheidungen besteht nicht (BVerfG, Beschlüsse vom 17. Juli 2007 - 2 BvR 496/07, juris Rn. 15\nund vom 30. Juni 2014, NJW 2014, 2563 Rn. 14).\n\n3 Soweit der Senat seiner Entscheidung einen die erhobene Verfahrensrüge\nzu § 338 Nr. 7, § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO betreffenden Zusatz beigefügt hat, hat\ner damit zu dem Einwand des Revisionsführers Stellung genommen, die per\nTelefax an den Anwaltsgerichtshof übermittelten unterschriebenen Urteilsexemplare trügen anders als sonstige in der Akte enthaltene Telefaxe keine automatische Eingangsbestätigung am unteren Seitenrand. Dieser Einwand verliert an\nGewicht, weil die Urteilsexemplare an ein anderes Empfangsgerät gesandt wurden als die vom Revisionsführer benannten Telefaxe. Deshalb vermochte der\nEinwand die im Wege des Freibeweises, insbesondere durch die eingeholten\ndienstlichen Erklärungen der Geschäftsstellenbeamtin und der Vorsitzenden des\nAnwaltssenats gewonnene Überzeugung des Senats, dass das Urteil rechtzeitig\nzu den Akten gebracht wurde, nicht zu erschüttern. Eine weitere Beweiserhebung\nerschien nicht geboten. Die Tatsache, dass unterschiedliche Empfangsgeräte\nverwendet wurden, ergibt sich aus der Akte, die dem Verteidiger vorlag. Eines\n\nausdrücklichen gerichtlichen Hinweises hierauf vor der Verwerfung der Revision\nbedurfte es nicht.\n\nGrupp Paul Grüneberg\n\nSchmittmann Niggemeyer-Müller\n\nVorinstanzen:\nANWG Karlsruhe, Entscheidung vom 23.07.2019 - AG 08/18 - II 4/18 -\nAGH Stuttgart, Entscheidung vom 30.01.2020 - AGH 18/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-28/anwst-r-7-20","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 116","ref_norm":"116","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 275","ref_norm":"275","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-28/anwst-r-7-20","retrieved":"2026-10-24 07:51:21.221338+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-06-28/anwst-r-7-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2021-06-28","dockets":["AnwSt (R) 7/20"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:280621BANWST.R.7.20.1","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:280621BANWST.R.7.20.1"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 28.06.2021 – AnwSt (R) 7/20","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-28/anwst-r-7-20","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 26. 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