{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:270121B6STR402.20.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2021-01-27","aktenzeichen":"6 StR 402/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 402/20\n\nvom\n27. Januar 2021\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen sexuellen Missbrauchs von Kindern u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:270121B6STR402.20.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Januar 2021 beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Halle vom 3. Juli 2020 wird verworfen; jedoch wird der\nAdhäsionsausspruch dahin geändert, dass der Anklagte der Adhäsionsklägerin G. S. Zinsen erst ab dem 20. Juni 2020\nzu zahlen hat. Im Übrigen wird von einer Entscheidung abgesehen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und\ndie den Neben- und Adhäsionsklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen sowie die in der Revisionsinstanz im Adhäsionsverfahren entstandenen besonderen\nKosten zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten unter anderem wegen mehrfachen\nsexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt und Adhäsionsentscheidungen\ngetroffen. Die Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen geringen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 Die Entscheidung des Landgerichts, der Adhäsionsklägerin Zinsen auf\ndas zuerkannte Schmerzensgeld ab dem Tag des Antragseingangs – hier am\n19. Juni 2020 – zuzusprechen, hält im Ergebnis rechtlicher Nachprüfung stand.\nZwar weist der Generalbundesanwalt zu Recht darauf hin, dass Prozesszinsen\n\nerst ab dem Tag zu entrichten sind, der auf die Rechtshängigkeit des Adhäsionsantrags folgt (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 20. März 2018 –\n5 StR 52/18). Indessen hat die Adhäsionsklägerin in ihrer Antragsschrift beantragt, den Angeklagten zur Zahlung von Verzugszinsen seit dem 1. Juni 2020\nzu verurteilen. Da die tatsächlichen Voraussetzungen des Verzugs (vgl. § 286\nAbs. 1 Satz 1 BGB) vorlagen, waren Zinsen jedenfalls ab dem 19. Juni 2020 zu\nentrichten.\n\n3 Der Senat kann die Revision jedoch nicht insgesamt gemäß § 349 Abs. 2\nStPO durch Beschluss verwerfen, weil der Generalbundesanwalt beantragt hat,\nden Adhäsionsausspruch dahin zu ändern, dass Zinsen erst seit dem\n20. Juni 2020 zu zahlen sind. Er sieht insoweit von einer Entscheidung ab, weil\neine solche durch Urteil das Verfahren erheblich verzögern würde (§ 406 Abs. 1\nSätze 4 und 5 StPO).\n\nSander Schneider Tiemann\n\nFritsche von Schmettau\n\nVorinstanz:\nHalle, LG, 03.07.2020 - 478 Js 57554/19 14 KLs 6/20","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-01-27/6-str-402-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 286","ref_norm":"286","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-01-27/6-str-402-20","retrieved":"2026-10-24 07:56:50.937716+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-01-27/6-str-402-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"6. 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