{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:260521B4STR516.20.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2021-05-26","aktenzeichen":"4 StR 516/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 516/20\n\nvom\n26. Mai 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Vergewaltigung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:260521B4STR516.20.0\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 26. Mai 2021 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nEssen vom 3. September 2020 wird als unbegründet verworfen, da\ndie Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung\nkeinen durchgreifenden Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der\nNebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen\nAuslagen zu tragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nDie bei der Strafrahmenwahl angeführte Erwägung, der „nicht vorbestrafte, häufig auch nicht mehr junge und – wie hier in der Hauptverhandlung –\ngeständige Angeklagte, sich entschuldigende und auch immer wieder – wenn\nauch dieses seltener – einen finanziellen Ausgleich suchende Angeklagte“ stelle\n„in der Vielzahl der der Kammer vorliegenden Missbrauchsfälle keinen seltenen\nAusnahmefall, sondern in den letzten Jahren sogar eher den Regelfall dar“, ist\nzwar rechtlich bedenklich; sie lässt – worauf der Senat bereits hingewiesen hat\n(vgl. Beschluss vom 12. Mai 2021 – 4 StR 113/21) ‒ insbesondere besorgen,\ndass das Landgericht nicht hinreichend bedacht hat, dass ein minder schwerer\nFall nicht erst bei einem „seltenen Ausnahmefall“, sondern bereits dann vorliegt,\n\nwenn das gesamte Tatbild einschließlich aller subjektiven Momente und der\nTäterpersönlichkeit vom Durchschnitt der erfahrungsgemäß vorkommenden\nFälle in einem Maße abweicht, dass die Anwendung des Ausnahmestrafrahmens\ngeboten erscheint (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 27. September 2018\n– 4 StR 135/18, insoweit nicht abgedruckt in NStZ-RR 2019, 26). Der Senat kann\naber angesichts der in Bezug genommenen Strafzumessungserwägungen ausschließen, dass die Strafrahmenwahl auf diesen missverständlichen Formulierungen beruht.\n\nSost-Scheible Quentin Bartel\n\nLutz Maatsch\n\nVorinstanz:\nEssen, LG, 03.09.2020 ‒ 12 Js 2049/18 25 KLs 34/19","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-05-26/4-str-516-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-05-26/4-str-516-20","retrieved":"2026-10-24 07:55:44.760204+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-05-26/4-str-516-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. Strafsenat","date":"2021-05-26","dockets":["4 StR 516/20"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:260521B4STR516.20.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:260521B4STR516.20.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 26.05.2021 – 4 StR 516/20","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-05-26/4-str-516-20","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:55:44.760204+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}