{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:201221BVIZA22.21.0","court":"BGH","senate":"6. Zivilsenat","decided":"2021-12-20","aktenzeichen":"VI ZA 22/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVI ZA 22/21\nvom\n\n20. Dezember 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:201221BVIZA22.21.0\n\nDer VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Dezember 2021 durch die\nRichterinnen Dr. Linder und Dr. Böttcher sowie die Richter Dr. Kessen, Dr. Herr\nund Liepin\n\nbeschlossen:\n\nDas Ablehnungsgesuch des Klägers gegen die Richterinnen\nDr. Linder, Dr. Böttcher sowie die Richter Dr. Kessen, Dr. Herr und\nLiepin wird als unzulässig verworfen.\n\nDie Anhörungsrüge des Klägers gegen den Senatsbeschluss vom\n23. November 2021 wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Kläger hat mit Schreiben vom 5. Dezember 2021 eine Anhörungsrüge\ngegen den Senatsbeschluss vom 23. November 2021 erhoben und einen Befangenheitsantrag gegen die an diesem Beschluss mitwirkenden Richter gestellt.\nZur Begründung hat er ausgeführt, die abgelehnten Richter hätten Ausführungen\nvon ihm in ihrem Beschluss vom 23. November 2021 willkürlich nicht berücksichtigt.\n\n2 Mit Beschluss vom 23. November 2021 hat der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs das Ablehnungsgesuch des Klägers vom 25. September 2021 gegen die Richterin von Pentz sowie die Richter Offenloch und Dr. Allgayer zurückgewiesen. Diese haben am Beschluss vom 20. August 2021 mitgewirkt, mit dem\ndas Ablehnungsgesuch des Klägers vom 25. Juli 2021 gegen den Vorsitzenden\nRichter Seiters, die Richterinnen Dr. Oehler und Müller sowie die Richter Dr. Klein\n\nund Böhm zurückgewiesen worden ist. Diese wiederum haben mit Beschluss\nvom 19. Juli 2021 einen Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine Rechtsbeschwerde und einen Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts abgelehnt.\n\nII.\n\n3 1. Das Ablehnungsgesuch des Klägers ist unzulässig.\n\n4 Wird ein Ablehnungsgesuch nur mit Umständen begründet, die eine Befangenheit unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtfertigen können, ist das\nGericht in der Besetzung mit den abgelehnten Richtern zu einer Entscheidung\nüber das Ablehnungsgesuch befugt (vgl. BGH, Beschluss vom 2. Dezember\n2004 - I ZR 92/02, juris Rn. 1). So liegt der Fall hier.\n\n5 Eine vermeintlich oder tatsächlich rechtsfehlerhafte Vorentscheidung\nrechtfertigt für sich genommen ohne das Hinzutreten weiterer Umstände die Besorgnis der Befangenheit grundsätzlich nicht (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 20. August 2020 - 1 BvR 793/19, juris Rn. 16 mwN). Die über die\nVorentscheidung hinausreichenden, die Befangenheit begründenden Umstände\nmuss der Kläger in seinem Gesuch vortragen und glaubhaft machen (BVerfG,\nNStZ-RR 2007, 275, 277 [juris Rn. 57]). An Vortrag zu solchen Umständen fehlt\nes.\n\n6 Zur Begründung seines Ablehnungsgesuchs führt der Kläger in seinem\nSchreiben vom 5. Dezember 2021 an, die abgelehnten Richter hätten seine\nAusführungen willkürlich nicht berücksichtigt und dadurch eine parteiliche\nHaltung eingenommen. Der ablehnende Beschluss vom 20. August 2021 basiere\neindeutig auf unwahren Tatsachenbehauptungen zu seinem Nachteil. Es gehe\n\num \"die Berufung des Klägers (…) gegen das Urteil des Amtsgerichts\" und nicht\num einen Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine beabsichtigte\nRechtsbeschwerde. Dieses Vorbringen, mit dem der Kläger eine Änderung der\nim Senatsbeschluss vom 23. November 2021 geäußerten Rechtsauffassung\nanstrebt, kann die Besorgnis der Befangenheit offensichtlich nicht begründen.\n\n7 2. Der Senat hat bei seinem Beschluss das Vorbringen des Klägers in vollem Umfang zur Kenntnis genommen, bleibt aber bei der im Senatsbeschluss\nvom 23. November 2021 geäußerten Auffassung, dass das Ablehnungsgesuch\ndes Klägers gegen die Richterin von Pentz sowie die Richter Offenloch und\nDr. Allgayer - seine Zulässigkeit unterstellt - unbegründet ist.\n\nLinder Böttcher Kessen\n\nHerr Liepin\n\nVorinstanzen:\nAG Schwäbisch Hall, Entscheidung vom 11.02.2021 - 1 C 235/20 -\nLG Heilbronn, Entscheidung vom 18.05.2021 - Gö 7 S 4/21 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-12-20/vi-za-22-21","cited_norms":[],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-12-20/vi-za-22-21","retrieved":"2026-10-24 07:59:50.200555+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-12-20/vi-za-22-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"6. 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