{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:201021B3STR364.21.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2021-10-20","aktenzeichen":"3 StR 364/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 364/21\n\nvom\n20. Oktober 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:201021B3STR364.21.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts am 20. Oktober 2021 gemäß § 46\nAbs. 1, § 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\n1. Der Antrag des Angeklagten auf Wiedereinsetzung in den\nvorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Einlegung\nder Revision gegen das Urteil des Landgerichts Aurich vom\n20. Juli 2021 wird verworfen.\n\n2. Die Revision des Angeklagten gegen das vorbezeichnete Urteil\nwird verworfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die\nden Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem hat es die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.\nDer Angeklagte hat gegen das am 20. Juli 2021 in seiner Gegenwart verkündete\nUrteil durch Verteidigerschriftsätze am 5. August 2021 \"Berufung\" und am\n12. August 2021 Revision eingelegt. Mit dieser ist zugleich Wiedereinsetzung in\n\nden vorigen Stand beantragt worden. Der Antrag und sein Rechtsmittel bleiben\nohne Erfolg.\n\n2 1. Der Wiedereinsetzungsantrag genügt nicht den Anforderungen des § 45\nAbs. 2 Satz 1 StPO. Der Angeklagte stützt seinen Antrag im Wesentlichen darauf, dass er seinem Pflichtverteidiger am Tag der Urteilsverkündung vergeblich\naufgegeben habe, Rechtsmittel einzulegen. Am 5. August 2021 habe er erfahren,\ndass die Rechtskraft des Urteils bestätigt worden sei. Die zur Begründung angeführten Tatsachen, namentlich zu dem Gespräch mit dem Pflichtverteidiger, sind\nnicht glaubhaft gemacht (vgl. BGH, Beschlüsse vom 8. Dezember 2020 - 5 StR\n489/20, juris Rn. 8; vom 11. Juli 2019 - 1 StR 233/19, juris Rn. 3; vom 6. August\n2009 - 3 StR 319/09, juris Rn. 2). Hierzu reicht die bloße Schilderung durch die\nVerteidigerin bereits deshalb nicht aus, weil es sich hierbei nicht um ihre eigenen\nWahrnehmungen handelt (s. BGH, Beschluss vom 15. November 1995 - 3 StR\n353/95, NStZ 1996, 149).\n\n3 Mithin bedarf keiner Erörterung, ob der Angeklagte - sein Vorbringen unterstellt - überhaupt auf eine fristgerechte Revisionseinlegung vertrauen durfte.\n\n4 2. Das in der Sache insgesamt als Revision auszulegende Rechtsmittel ist\nunzulässig im Sinne des § 349 Abs. 1 StPO, da es nicht gemäß § 341 Abs. 1\nStPO innerhalb einer Woche nach Verkündung des Urteils eingelegt worden ist.\n\nBerg Wimmer Anstötz\n\nKreicker Voigt\n\nVorinstanz:\nLandgericht Aurich, 20.07.2021 - 11 KLs 420 Js 2992/21 (9/21)","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-10-20/3-str-364-21","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 341","ref_norm":"341","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-10-20/3-str-364-21","retrieved":"2026-10-24 07:54:48.501180+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-10-20/3-str-364-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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