{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:190521B1STR509.20.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2021-05-19","aktenzeichen":"1 StR 509/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 509/20\n\nvom\n19. Mai 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\n3.\n\n4.\n\nwegen gewerbs- und bandenmäßiger Steuerhehlerei\n\nECLI:DE:BGH:2021:190521B1STR509.20.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 19. Mai 2021 beschlossen:\n\n1. Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Halle vom 26. November 2019 werden als unbegründet\nverworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\n2. Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels\nzu tragen.\n\nErgänzend zu der Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der\nSenat:\n\n1. Die Verfahrensrüge, mit welcher der Angeklagte M. die Verwertung von Urkunden im Selbstleseverfahren beanstandet, weil die Feststellung\nzum Abschluss des Selbstleseverfahrens insoweit fehle, dass auch die übrigen\nBeteiligten Gelegenheit hatten, vom Wortlaut der Urkunden Kenntnis zu nehmen\n(Inbegriffsrüge, § 261 i.V.m. § 249 Abs. 2 Satz 3 StPO), ist wegen unzutreffenden und unvollständigen Vortrags unzulässig, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO.\n\nDer Revisionsführer behauptet, die „Urkundsinhalte [seien] auch nicht anderweitig ordnungsgemäß in die Hauptverhandlung eingeführt, insbesondere weder im Rahmen von Zeugenvernehmungen, anderweitiger Verlesungen und/oder\ndurch Vorhalte, die Zeugen oder Sachverständigen gemacht“ worden (RB S. 35).\nJedoch ergibt sich – worauf auch der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift zutreffend hingewiesen hat – aus dem Protokoll, dass eine Reihe von Urkunden, die Gegenstand des Selbstleseverfahrens waren, durch Inaugenscheinnahme in die Hauptverhandlung eingeführt und im Rahmen von Zeugenvernehmungen vorgehalten und „erörtert“ wurden.\n\nAuf Grund des unzutreffenden Sachvortrags zu einer entscheidungserheblichen Tatsache (vgl. BGH, Urteil vom 9. März 2017 – 3 StR 424/16 Rn. 5)\nbietet die Revisionsrechtfertigung keine ausreichende Grundlage für die Beurteilung der Begründetheit der Inbegriffsrüge durch das Revisionsgericht, so\ndass diese nicht zulässig erhoben ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 10. Mai 2011\n– 4 StR 584/10 Rn. 8; vom 18. August 2010 – 5 StR 312/10 und vom\n15. Juni 2005 – 1 StR 202/05).\n\n2. Die von dem Angeklagten Mi. erhobene Verfahrensrüge der Verletzung von § 251 Abs. 1 Nr. 3 StPO durch die Verlesung der Niederschrift der\nRechtshilfevernehmung des Zeugen K. ist jedenfalls unbegründet, weil\ndas Urteil nicht auf dem Rechtsverstoß beruht, § 337 Abs. 1 StPO. Denn das\nLandgericht hat seine Überzeugungsbildung nicht auf die verfahrensfehlerhaft\neingeführten Vernehmungsinhalte gestützt, sondern diese beweiswürdigend lediglich zugunsten des Angeklagten herangezogen, aber als widerlegt angesehen.\n\nRaum Jäger Bellay\n\nHohoff Pernice\n\nVorinstanz:\nHalle, LG, 26.11.2019 - 926 Js 912/11 8/15 2 KLs","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-05-19/1-str-509-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 249","ref_norm":"249","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 251","ref_norm":"251","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 337","ref_norm":"337","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-05-19/1-str-509-20","retrieved":"2026-10-24 07:52:36.407704+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-05-19/1-str-509-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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